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König Faisal Forschungspreis geht an Yuri Manin

04.12.2001


Prof. Yuri Manin, Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn, erhält den mit 200.000 US-Dollar dotierten King Faisal International Prize 2002 in der Disziplin Mathematik gemeinsam mit Dr. Peter Williston Shor, Shannon Research Laboratory von AT&T, USA. Der 1937 in Simferopol/UdSSR geborene Manin studierte und habilitierte sich im Fach Mathematik an der Universität Moskau und wirkte viele Jahre am dortigen Steklov-Institut für Mathematik, bevor er 1992 zum Direktor und Wissenschaftlichen Mitglied an das Bonner Max-Planck-Institut für Mathematik berufen wurde. Yuri Manin ist weltweit einer der bekanntesten Mathematiker der letzten vier Jahrzehnte. Seine Arbeiten erstrecken sich von der sehr abstrakten Zahlentheorie bis hin zu dem sehr praktischen Problem einer sicheren mathematischen Fundierung für neue physikalische Theorien über die Struktur der Materie und des Universums.



Prof. Manin ist einer der prominentesten Mathematiker unserer Zeit. Er hat sowohl in der theoretischen Mathematik als auch in der mathematischen Physik in einer Vielzahl von Gebieten Beiträge von grundlegender Bedeutung geleistet. Dazu gehören die Diophantische Analyse, Codierungstheorie, Differentialgleichungen, Eichtheorien und die Supersymmetrie.

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Die wissenschaftliche Laufbahn von Manin begann sehr früh: Seine ersten Arbeiten auf dem Gebiet der Algebra und der algebraischen Geometrie waren durch zahlreiche zahlentheoretische Fragestellungen bestimmt. Bereits im Alter von 26 Jahren erlangte er große internationale Anerkennung mit dem Beweis der Modellschen Vermutung für algebraische Kurven über Funktionenkörper. Er führte dazu den so genannten "Gauß-Manin-Zusammenhang" ein, der inzwischen zu den wichtigsten Hilfsmitteln in der Theorie der Differentialgleichungen auf algebraische Varietäten und der algebraischen Geometrie zählt. Herr Manin hat mit wichtigen Sätzen, Nachweisen und auch Widerlegungen entscheidende Anstöße zu Entwicklungen in der Algebra, der algebraischen Geometrie und der Zahlentheorie gegeben.

Seit den 70er Jahren beschäftigt sich Herr Manin auch mit Problemen der mathematischen Physik. Seine Erkenntnis der selbstdualen Lösungen - "Instantonen" - der Yang-Mills-Gleichungen führten zu weitreichenden Entwicklungen sowohl in der Differential- und algebraischen Geometrie wie auch in der Quantenfeldtheorie. In einer Reihe von Arbeiten entwickelte Manin algebraisch-geometrische Methoden zur Lösung einer großen Klasse nichtlinearer Differentialgleichungen aus der mathematischen Physik. In den letzten Jahren galt sein Interesse Quantengruppen und nichtkommutativer Differentialgeometrie; er erarbeitete die mathematischen Grundlagen der Theorie der Supersymmetrie.

Prof. Manin hat großen Einfluss auf die Entwicklung der Mathematik in der Sowjetunion wie in der ganzen Welt ausgeübt. Zu seinen mehr als 40 Doktoranden zählen international hoch angesehene Gelehrte.

Der King Faisal International Prize wurde 1977 eingerichtet und erstmals 1979 in den Kategorien Islam, Islamische Studien und Arabische Literatur vergeben. Seit 1982 wird der Preis in Höhe von 200.000 US-$ auch für Medizin und seit 1982 auch für Naturwissenschaften vergeben. Die Preissumme beträgt insgesamt eine Million US-$. Der King Faisal International Prize ist einer der am höchsten dotierten und bekanntesten internationalen Forscherpreise. Er wird jedes Jahr in Riad vom König von Saudiarabien im Rahmen einer Festveranstaltung überreicht.

| Max-Planck-Gesellschaft

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