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Förderung von Epilepsie-Forschung und Entwicklungsbiologie

22.06.2001


Zwei neue Sonderforschungsbereiche an der Freiburger Universität bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird zum 1. Juli 2001 fünfzehn neue Sonderforschungsbereiche (SFB) einrichten, darunter auch zwei aus dem Fachbereich der Biowissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Insgesamt wird die DFG dann bundesweit 284 Sonderforschungsbereiche an 60 Hochschulen fördern, für die rund 663 Millionen Mark zur Verfügung stehen.

Der SFB "Signalmechanismen in Embryogenese und Organogenese" ist im Bereich der Entwicklungsbiologie angesiedelt. Initiator ist Professor Dr. Wolfgang Driever vom Institut für Biologie I. Anhand der molekularen und zellulären Signalsysteme sollen grundlegende Mechanismen in der Entwicklung komplexer Lebewesen (Pflanzen und Tiere) untersucht werden, wobei sich der Sonderforschungsbereich auch biomedizinisch relevanten Fragen zur Organentwicklung widmet. Welche Signale sind an der Bildung des embryonalen Körper-Musters in der Frühentwicklung beteiligt und wie kommt es zur Entwicklung funktionsfähiger Organe? Durch die Bündelung verschiedener Denk- und Forschungsansätze erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse. 14 Arbeitsgruppen aus der Biologie, der vorklinischen und klinischen Forschung sowie aus dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie sind mit Projekten an diesem SFB beteiligt.

Mesiale Temporallappen-Epilepsien untersucht ein neuer transregionaler SFB, an dem neben der Albert-Ludwigs-Universität auch die Universitäten Bonn und Magdeburg sowie die Humboldt-Universität Berlin beteiligt sind. Die Temporallappen-Epilepsien nehmen eine Sonderstellung ein: Bei Unwirksamkeit medikamentöser Therapien bietet die Epilepsie-Chirurgie hier sehr gute Heilungschancen. Aus der Untersuchung des entnommenen Hirngewebes ergibt sich die einzigartige Gelegenheit, am Menschen Mechanismen der Anfallsentstehung und der Epilepsieentwicklung aufzuklären. Darüber hinaus können menschliche Hirnfunktionen erforscht werden. Die Wissenschaftler erwarten davon ein vertieftes Verständnis der Epilepsie und langfristig auch neue Behandlungsansätze.

Die Besonderheit an einem transregionalen SFB ist die Zusammenführung von Kooperationspartnern, deren Beiträge sich auf hohem wissenschaftlichen Niveau ergänzen.

Kontakt
SFB "Signalmechanismen in Embryogenese und Organogenese"
Prof. Dr. Wolfgang Driever
Institut für Biologie I, Abteilung Entwicklungsbiologie
Telefon: 0761/203-2587, Fax: -2597

SFB "Mesiale Temporallappen-Epilepsien"
Prof. Dr. Josef Zentner
Ärztlicher Direktor der Abteilung
Allgemeine Neurochirurgie
Neurochirurgische Universitätsklinik
Telefon: 0761/ 270-5006, Fax: -5008

Rudolf-Werner Dreier | idw

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