Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum manche Falterweibchen schwergewichtig sind und kleine Männchen das Paarungsverhalten optimieren

30.04.2001

Der Bayreuther Tierökologe Dr. Klaus Fischer erhält für seine Doktorarbeit, die populationsökologische, verhaltensbiologische und evolutionsbiologische Ansätze zusammenführt, von der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) den Förderpreis der Horst-Wiehe-Stiftung, mit dem herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler/innen aus dem Fachgebiet Zoologie gewürdigt werden. Der mit 4000 DM dotierte Preis wird im Juni 2001 anlässlich der 94. Jahrestagung der DZG in Osnabrück in einer Feierstunde verliehen.

Bayreuther Tierökologe erhält Förderpreis der Deutschen Zoologischen Gesellschaft


Warum manche Falterweibchen schwergewichtig sind und
kleine Männchen das Paarungsverhalten optimieren


Hervorragende Doktorarbeit auch mit Emmy-Noether-Stipendium der DFG honoriert
Bayreuth (UBT). Der Bayreuther Tierökologe Dr. Klaus Fischer erhält für seine Doktorarbeit, die populationsökologische, verhaltensbiologische und evolutionsbiologische Ansätze zusammenführt, von der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) den Förderpreis der Horst-Wiehe-Stiftung, mit dem herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler/innen aus dem Fachgebiet Zoologie gewürdigt werden. Der mit 4000 DM dotierte Preis wird im Juni 2001 anlässlich der 94. Jahrestagung der DZG in Osnabrück in einer Feierstunde verliehen.

Auf der Grundlage seiner in Bayreuth erarbeiteten Dissertationsleistungen hat inzwischen zudem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Dr. Fischer eines der begehrten Stipendien aus dem Emmy-Noether-Programm zuerkannt, das exzellenten Postdoktoranden eine zielstrebige Verfolgung ihrer wissenschaftlichen Laufbahn erleichtern soll. Mit diesem Stipendium setzt Herr Dr. Fischer derzeit seine Forschungsarbeiten an der Universität Leiden (Niederlande) fort.

Die Dissertation Dr. Fischers ("Life-history-Plastizität in den Lebenszyklen der Feuerfalter Lycaena hippothoe und Lycaena tityrus") beschäftigt sich mit zwei in der Bundesrepublik Deutschland in ihrem Bestand bedrohten Schmetterlingen, dem Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe) und dem Braunen Feuerfalter (L. tityrus). Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage nach der Anpassung einzelner Individuen bzw. von Populationen an die spezifischen Bedingungen, unter denen diese existieren. Im Laufe der Evolution sollten durch natürliche Selektion die am besten an die herrschenden Bedingungen angepassten Eigenschaften ausgewählt und weitergegeben werden. Aufgrund dieser Tatsache lassen sich Vorhersagen darüber formulieren, welche Strategie unter den gegebenen Bedingungen die erfolgreichste und somit am weitesten verbreitetste sein sollte.

Entsprechende "Optimalitätsannahmen" wurden von dem Nachwuchswissenschaftler aufgrund theoretischer Erwägungen ausgearbeitet und anschließend experimentell mit Hilfe kontrollierter Zuchten überprüft. Die Experimente zeigten beispielsweise, dass weibliche Falter stets ein möglichst hohes Körpergewicht anstreben, welches in enger Verbindung zur Anzahl an Eiern (je größer das Weibchen, desto mehr Eier) und somit zum Reproduktionserfolg steht. Männchen dagegen geben immer einer schnellen Entwicklung den Vorzug, auch wenn dies (wie z.B. bei hohen Temperaturen) mit einer geringen Körpergröße einhergeht. Durch einen frühen Schlupf können die Männchen ihre Paarungschancen maximieren, während Körpergröße für dieses Geschlecht offensichtlich von weit geringerer Bedeutung ist.

Auch zwischen Populationen verschiedener geographischer Herkunft wurden deutliche Unterschiede gefunden. Die Falter einer ungarischen Population zeigten im Vergleich zu alpinen oder westdeutschen Artgenossen eine sehr viel kürzere Entwicklungszeit. Dies hat u.a. zur Folge, dass die Falter auch deutlich kleiner als solche anderer Populationen bleiben. Je weniger Zeit zum Fressen, desto geringer das Körpergewicht. Warum unterwerfen sich diese Tiere freiwillig einer solchen Diät, was mit nachteiligen Auswirkungen auf die Fortpflanzung einhergehen sollte? Die Antwort dieser Frage liegt in den klimatischen Bedingungen in Ungarn im Vergleich zu anderen Teilen des Verbreitungsgebietes. Die lange Vegetationsperiode dort ermöglicht den Faltern eine zweite Generation pro Jahr (aber nur, wenn sie sich beeilen). Der Preis einer geringeren Körpergröße wird hier also in Kauf genommen, um sich ein weiteres Mal pro Jahr fortpflanzen zu können, wodurch sämtliche Nachteile wieder mehr als aufgewogen werden.

Andere Teile der Arbeit beschäftigten sich mit dem Partnerfindungsverhalten der Arten, der zeitlichen und räumlichen Populationsdynamik sowie mit naturschutzrelevanten Aspekten. Letztere Untersuchungen deuten auf eine hohe Bedeutung des Blütenangebotes für die Populationsentwicklung hin und belegen nachteilige Auswirkungen hoher Stickstoffkonzentrationen in der Futterpflanze der Raupen. Beides ist für den Schutz dieser Arten von hoher Relevanz, da moderne Formen der Landwirtschaft zu einem geringeren Angebot an Blumen und infolge von Düngung zu höheren Stickstoffkonzentrationen führen

M. A. Jürgen Abel |

Weitere Berichte zu: DZG Förderpreis Lycaena Paarungsverhalten Population Tierökologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Höchster deutscher Forschungspreis geht nach Freiburg
05.12.2019 | Universitätsklinikum Freiburg

nachricht Deutschlands gesündeste Arbeitgeber 2019 stehen fest
04.12.2019 | Corporate Health Initiative

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Im Focus: Auxetische Membranen - Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin

Ein Material, das dicker wird, wenn man daran zieht, scheint den Gesetzen der Physik zu widersprechen. Der sogenannte auxetische Effekt, der auch in der Natur vorkommt, ist jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Eine neue, vor kurzem im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie der Empa zeigt nun, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann.

Die Natur macht es vor: Ein Kälbchen, das am Euter der Mutterkuh Milch saugt, nutzt eine faszinierende physikalische Eigenschaft der Kuhzitze: Diese besteht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Gleichstrom für die Fabrik der Zukunft

06.12.2019 | Energie und Elektrotechnik

Für Körperscanner und Materialprüfung: Neues bildgebendes Verfahren für Terahertz-Strahlung setzt auf Mikrospiegel

06.12.2019 | Physik Astronomie

Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

06.12.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics