Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Venture 2008"-Preis für Optotunes optische Systeme: Mit künstlichen Muskeln zum Sieg

26.05.2008
Am vergangenen Mittwoch wurden an der ETH Zürich die zehn besten Businesspläne von Jungunternehmen im Rahmen der sechsten Ausgabe des "Venture"-Wettbewerbs gekürt.

Gewinner des diesjährigen Venture-Preises im Wert von 60'000 Franken ist die aus der ETH Zürich hervorgegangene Spin-off-Firma Optotune, die Anfang Jahr im neuen Business Inkubator der Empa in Dübendorf eingezogen ist. Dort entwickelt sie mit der Empa optische Systeme, die mit Hilfe so genannter elektroaktiver Polymere (EAP) - "künstliche Muskeln" - die Brechkraft einer Linse stufenlos variieren lassen, ähnlich wie das menschliche Auge.

Bereits im Januar gehörten Manuel Aschwanden und sein Optotune-Team zu den zehn Gewinnern der ersten Phase von "Venture 2008", einer 1998 von der ETH Zürich und der Beratungsfirma McKinsey & Company ins Leben gerufenen Initiative zur Förderung viel versprechender Geschäftsideen und Businesspläne. Mit 2'500 Franken honorierte die Jury damals die Geschäftsidee von Optotune, neuartige optische Systeme für Mikroskope, Foto- oder Videokameras und insbesondere für Handys zu entwickeln.

In der zweiten Phase ging es nun darum, einen vollständigen Businessplan auszuarbeiten und diesen wiederum vor einer Fachjury zu präsentieren. Vergangene Woche wurden an der ETH Zürich unter den 101 eingegangenen "Bewerbungen" - ein neuer Rekord in der zehnjährigen Geschichte von "Venture" - die zehn besten Businesspläne mit insgesamt 150'000 Franken prämiert. Die Siegerprämie von 60'000 Franken ging dabei an Aschwandens Optotune-Team. "Wir waren schon extrem glücklich, unter den ersten fünf zu sein", so Aschwanden, der das Preisgeld vor allem in neue Produktionsanlagen und Materialien investieren will. Sein Ziel ist es, mit Hilfe der revolutionären Technik eine "wachstumsorientierte Firma auf die Beine zu stellen, die in der Schweiz möglichst viele Arbeitsplätze schafft."

... mehr zu:
»Businessplan »ETH »Mikroskop

Kompaktes und preiswertes Zoom dank "künstlicher Muskeln"

Optische Geräte wie Mikroskope oder Foto- und Videokameras beherbergen meist ein kompliziertes System aus mehreren starren Linsen mit fixer Lichtbrechung. Um die Vergrösserung zu verändern - zu zoomen -, sind komplizierte und daher teure Positionierungsmechanismen notwendig. Aschwanden und sein Kollege David Niederer entwickelten in der Nanotechnology Group der ETH Zürich unter Leitung von Andreas Stemmer eine verformbare Linse, die ihre Brechkraft stufenlos variieren kann. Der Trick dabei: Wird eine elektrische Spannung an eine EAP-Linse gelegt, verändert sich deren Krümmung und dadurch die Brechkraft.

Anfang 2008 sind Aschwanden und seine Kollegen mit ihrer Spin-off-Firma Optotune in den neuen Business Inkubator der Empa nach Dübendorf umgezogen, wo sie zusammen mit dem Team von Giovanni Terrasi, Leiter der Abteilung "Mechanical Systems Engineering", die EAP-Technologie für optische Systeme weiterentwickeln. Anwendungen für die innovative Steuerung optischer Systeme gibt es laut Aschwanden zur Genüge, etwa für ultradünne Handys mit eingebautem optischem Zoom oder für Mikroskope mit nur einem einzigen, dafür aber variablen Objektiv. Und auch Foto- und Videokameras liessen sich durch die neue Technologie deutlich kompakter und kostengünstiger herstellen.

Vorbildfunktion für Forscher und Ingenieure, die eine eigene Firma gründen wollen

Neben der Unterstützung seitens der Empa erhält die Jungfirma seit Anfang 2008 auch von der Förderagentur für Innovation KTI Fördergelder. Und nun hat sie durch ihren hervorragenden Businessplan gleich selbst Geld in die Kasse gespült. Dass gleich einer der ersten "Mieter" im neuen Business Incubator einen derart prestigeträchtigen Jungunternehmerpreis gewonnen hat, freut natürlich auch dessen Leiter Mario Jenni. "Durch den Gewinn des Venture-Wettbewerbs durch Optotune liegt die Latte für Start-ups nun entsprechend hoch", sagt er - und hofft, dass das Optotune-Beispiel Schule macht und weitere Forscherinnen und Forscher anspornt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und ihr eigenes Unternehmen am Empa Business Inkubator zu gründen.

Weitere Informationen
Dr. Manuel Aschwanden, Mechanical Systems Engineering, Tel. +41 44 823 43 25, manuel.aschwanden@optotune.com (Optotune)
Dr. Giovanni Terrasi, Mechanical Systems Engineering, Tel. +41 44 823 41 17, giovanni.terrasi@empa.ch (EAP-Technologie)

Mario Jenni, Marketing, Wissens- und Technologietransfer, Tel. +41 44 823 40 25, mario.jenni@empa.ch

Sabine Voser | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch

Weitere Berichte zu: Businessplan ETH Mikroskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rechenzentrum in Windenergieanlage ausgezeichnet
25.04.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht ESJET-Drucktechnologie für großflächige Displays ausgezeichnet
11.04.2019 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Diamanten den Eigenschaften zweidimensionaler Magnete auf der Spur

Physikern der Universität Basel ist es erstmals gelungen, die magnetischen Eigenschaften von atomar dünnen Van-der-Waals-Materialien auf der Nanometerskala zu messen. Mittels Diamant-Quantensensoren konnten sie die Stärke von Magnetfeldern an einzelnen Atomlagen aus Chromtriiodid ermitteln. Zudem haben sie eine Erklärung für die ungewöhnlichen magnetischen Eigenschaften des Materials gefunden. Die Zeitschrift «Science» hat die Ergebnisse veröffentlicht.

Der Einsatz von zweidimensionalen Van-der-Waals-Materialien verspricht Innovationen in zahlreichen Bereichen. Wissenschaftler weltweit untersuchen immer neue...

Im Focus: Unprecedented insight into two-dimensional magnets using diamond quantum sensors

For the first time, physicists at the University of Basel have succeeded in measuring the magnetic properties of atomically thin van der Waals materials on the nanoscale. They used diamond quantum sensors to determine the strength of the magnetization of individual atomic layers of the material chromium triiodide. In addition, they found a long-sought explanation for the unusual magnetic properties of the material. The journal Science has published the findings.

The use of atomically thin, two-dimensional van der Waals materials promises innovations in numerous fields in science and technology. Scientists around the...

Im Focus: Volle Fahrt voraus für SmartEEs auf der Automotive Interiors Expo 2019

Flexible, organische und gedruckte Elektronik erobert den Alltag. Die Wachstumsprognosen verheißen wachsende Märkte und Chancen für die Industrie. In Europa beschäftigen sich Top-Einrichtungen und Unternehmen mit der Forschung und Weiterentwicklung dieser Technologien für die Märkte und Anwendungen von Morgen. Der Zugang seitens der KMUs ist dennoch schwer. Das europäische Projekt SmartEEs - Smart Emerging Electronics Servicing arbeitet an der Etablierung eines europäischen Innovationsnetzwerks, das sowohl den Zugang zu Kompetenzen als auch die Unterstützung der Unternehmen bei der Übernahme von Innovationen und das Voranschreiten bis zur Kommerzialisierung unterstützt.

Sie umgibt uns und begleitet uns fast unbewusst durch den Alltag – gedruckte Elektronik. Sie beginnt bei smarten Labels oder RFID-Tags in der Kleidung,...

Im Focus: Full speed ahead for SmartEEs at Automotive Interiors Expo 2019

Flexible, organic and printed electronics conquer everyday life. The forecasts for growth promise increasing markets and opportunities for the industry. In Europe, top institutions and companies are engaged in research and further development of these technologies for tomorrow's markets and applications. However, access by SMEs is difficult. The European project SmartEEs - Smart Emerging Electronics Servicing works on the establishment of a European innovation network, which supports both the access to competences as well as the support of the enterprises with the assumption of innovations and the progress up to the commercialization.

It surrounds us and almost unconsciously accompanies us through everyday life - printed electronics. It starts with smart labels or RFID tags in clothing, we...

Im Focus: Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

Das menschliche Auge ist für Grün besonders empfindlich, für Blau und Rot hingegen weniger. Chemiker um Hubert Huppertz von der Universität Innsbruck haben nun einen neuen roten Leuchtstoff entwickelt, dessen Licht vom Auge gut wahrgenommen wird. Damit lässt sich die Lichtausbeute von weißen LEDs um rund ein Sechstel steigern, was die Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen deutlich verbessern kann.

Leuchtdioden oder LEDs können nur Licht einer bestimmten Farbe erzeugen. Mit unterschiedlichen Verfahren zur Farbmischung lässt sich aber auch weißes Licht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neue immunologische Konzepte gegen Krebs

26.04.2019 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2019 in Berlin: Am 30. Mai 5 km laufen und Gutes tun

26.04.2019 | Veranstaltungen

Wie sieht das Essen der Zukunft aus?

25.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Terahertz-Spektroskopie vertieft Einblick in Halbleiter

26.04.2019 | Physik Astronomie

Neue immunologische Konzepte gegen Krebs

26.04.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Diamanten den Eigenschaften zweidimensionaler Magnete auf der Spur

26.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics