Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Projektidee: "Lebens.Netz.Dresden." im Bundeswettbewerb prämiert

15.05.2008
Frische Ideen für neue Naturschutzgroßprojekte in Deutschland: Der Bundeswettbewerb "Idee.natur" lud dazu ein, Konzepte zu entwickeln, wie sich Naturschutz mit den Ansprüchen der Menschen in Einklang bringen lässt.

Aus 122 eingereichten Ideenskizzen gingen zehn erfolgreich aus der ersten Wettbewerbsphase hervor. Sie werden heute in Bonn mit je 10.000 Euro prämiert. Eines der ausgezeichneten Projekte ist "Lebens.Netz.Dresden.".

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) entwickelten die Grundlagen der Projektidee und holten Partner aus Wirtschaft, Naturschutz und Verwaltung ins Boot. Die Konzeption wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Dresden erarbeitet.

Natur erhalten - Wirtschaft stärken - Lebensqualität verbessern: Hinter dem Konzept "Lebens.Netz.Dresden." steckt die Idee, modellhaft zu zeigen, wie dauerhafte Allianzen zwischen Naturschützern und Naturnutzern in einer Stadtregion - der Stadt Dresden und Teilen der angrenzenden Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz - geschmiedet werden können. "Natur und Landschaft sind wichtige Standortfaktoren in der Hochtechnologie- und Forschungsstadt Dresden", sagt Dr. Markus Leibenath, der das Projekt im IÖR koordiniert. "Lebens.Netz.Dresden." soll dazu beitragen, die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern."

Im Bundeswettbewerb "Idee.natur - Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung" waren Naturschutzverbände, Stiftungen, Landkreise, Zweckverbände und andere regionale Interessensgruppen oder Partnerschaften dazu aufgerufen, neue Konzepte für Naturschutzgroßprojekte zu erarbeiten, die zugleich den Regionen auch Perspektiven für eine wirtschaftliche Entwicklung eröffnen. Themenschwerpunkte des Wettbewerbs sind "Wälder", "Moore" und "Urbane/industrielle Landschaften". Dafür stellt das Bundesumweltministerium mehrere Millionen Euro pro Naturschutzgroßprojekt über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren bereit.

"'Lebens.Netz.Dresden.' stellt einen höchst interessanten Modellversuch dar", begründet Prof. Dr. Bernhard Müller, Direktor des IÖR, das Engagement des Instituts bei der Entwicklung der Projektidee. Das Projekt eigne sich dazu, raumwissenschaftliche Forschungsfragen anhand der Region Dresden exemplarisch zu untersuchen, die in der Naturschutz- und Stadtentwicklungsforschung derzeit intensiv diskutiert werden. "Darüber hinaus kann das IÖR bei der Koordination unterschiedlicher Interessengruppen einen ganz wesentlichen Beitrag leisten. Das Institut hat langjährige Forschungserfahrung im Bereich der interkommunalen Kooperation. Insbesondere den Aufbau regionaler Akteursnetzwerke begleitete das IÖR in mehreren Projekten", erläutert Müller.

"Viele Naturschutzkonzepte wie zum Beispiel der Ansatz des Biotopverbunds sind ursprünglich für Agrarlandschaften entwickelt worden", erklärt Markus Leibenath weiter. "Uns interessiert, inwieweit sich ähnliche Strategien in hochverdichteten Stadtregionen umsetzen lassen. Welche Synergien oder Konflikte ergeben sich mit anderen umweltpolitischen Handlungsfeldern - zum Beispiel dem Hochwasserschutz? Welchen Wert haben städtische Freiflächen für den Naturschutz? Und speziell mit Blick auf Ostdeutschland: Welche besonderen Potenziale bieten Strukturwandel und Stadtumbau für den Naturschutz?"

Besondere Beachtung schenken die Wissenschaftler des IÖR auch den Randgebieten von Städten. Kann durch die integrierte Betrachtung von ökologischer Landwirtschaft, regionaler Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln, Erholungsvorsorge und Umweltbildung ein neues Bewusstsein für die Bedeutung und Qualitäten dieser Räume geschaffen werden? Welche Vorteile für den Naturschutz können sich dadurch ergeben?

In peripheren, ländlichen Regionen wiederum bildet Naturschutz in Verbindung mit Tourismus oft das wichtigste wirtschaftliche Fundament. Bei einem Hochtechnologiestandort wie Dresden liegt das Augenmerk hingegen auf der industriell-gewerblichen Entwicklung. Naturschutz in einer sehr engen Sichtweise wird oft nur als Störfaktor wahrgenommen. Erforscht werden soll daher auch, welche Potenziale Naturschutz für eine High-Tech-Stadt wie Dresden bietet. Welche Möglichkeiten der direkten Wertschöpfung stecken in der Kombination von Naturschutz und Ökolandbau in Dresden - einer Stadt, in der auch die Lebensmittelverarbeitung eine bedeutende Rolle spielt?

Und schließlich: Naturschutz stößt häufig auf Widerstand in der lokalen Bevölkerung - in vielen Fällen eine Folge mangelnder Information und Beteiligung. "Ganz wichtig ist es uns daher zu untersuchen, wie ein integriertes Naturschutzgroßprojekt wie 'Lebens.Netz.Dresden.' in einer Großstadt partnerschaftlich entwickelt und umgesetzt werden kann", sagt Leibenath.

Nachdem sich die Projektidee "Lebens.Netz.Dresden." erfolgreich in der ersten Runde des Bundeswettbewerbs behaupten konnte, geht es in Runde zwei nun um die Weiterentwicklung der Idee. Dazu wird bis Ende 2008 ein ausführlicher Projektantrag erarbeitet. Das IÖR wird das Umweltzentrum Dresden hierbei unterstützen und im Falle einer Bewilligung auch das spätere Projekt wissenschaftlich vorantreiben.

Anja Petkov | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de

Weitere Berichte zu: IÖR Naturschutz Naturschutzgroßprojekt Projektidee

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Weniger Tierversuche absehbar: Multiorgan-Chip ausgezeichnet
18.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Ein Roboter, der Schienenbrüche erkennt: Auszeichnung für Projekt „Railcheck“
12.10.2018 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics