Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemiedozententagung

19.02.2008
Preise für Chemische Delikatessen und kreative Chemie

Professor Dr. Klaus Roth von der Freien Universität Berlin und Professor Dr. Harald Gröger von der Universität Erlangen-Nürnberg werden anlässlich der Chemiedozententagung am 31. März 2008 in Kaiserslautern von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausgezeichnet.

Mit dem GDCh-Preis für Schriftsteller wird Roth für seine zahlreichen Veröffentlichungen geehrt, mit denen er die Faszination für die Chemie bei einem breiten Publikum geweckt hat. Gröger wird mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis für seine Leistungen in der organischen Synthesechemie sowie für seinen vorbildlichen Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung auf dem Gebiet der "weißen" Biotechnologie ausgezeichnet. Außerdem erhalten in Kaiserslautern drei Nachwuchswissenschaftler Habilitandenpreise.

Roth studierte von 1964 bis 1973 Chemie an der FU Berlin. Nach einem Forschungsaufenthalt am Institute for Medical Research in London habilitierte er sich 1981 an der Freien Universität Berlin und wurde dort 1989, nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der University of California in San Francisco, zum Professor ernannt. 1991 wechselte er als Direktor zu den Dahlem Konferenzen und ging 1999 wieder zurück an das Institut für Organische Chemie der FU Berlin. Sein wissenschaftliches Arbeitsgebiet ist die Magnetische Resonanzspektroskopie (NMR), über das er zahlreiche Beiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichte. Sein 1984 erschienenes Buch "NMR Tomographie und Spektroskopie" wurde viel beachtet und auch ins Englische übersetzt.

... mehr zu:
»Synthese

Ab 1982 publiziert Roth zunächst sporadisch in den GDCh-Zeitschriften "Chemie in unserer Zeit" und "Nachrichten aus der Chemie", und 2003 übernahm er die Rubrik "kurios, spannend, alltäglich..." in der "Chemie in unserer Zeit" mit allgemeinverständlich aufbereiteten Beiträgen über chemische Zusammenhänge und Hintergründe. Diese Beiträge wurden 2007 im Verlag Wiley-VCH unter dem Titel "Chemische Delikatessen" als Buch publiziert. In Roths Beiträgen sehen insbesondere Chemielehrer eine wertvolle Fundgrube für den Unterricht, weil sie umfassend und gründlich recherchiert, trotzdem aber verständlich und lebendig, in fast feuilletonistischer Weise und immer mit einem Schuss Humor geschrieben sind. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz auf dieses Buch, mit dem seit letztem Jahr die besten Abiturienten im Fach Chemie von der GDCh ausgezeichnet werden, ist Roth ein würdiger Preisträger für den GDCh-Preis für Schriftsteller.

Gröger studierte von 1988 bis 1994 Diplom-Chemie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Oldenburg. Nach der Promotion an der Universität Oldenburg 1997 und einem Postdoc-Aufenthalt an der Universität von Tokio als Stipendiat der Japan Science and Technology Corporation war er von 1998 bis 2006 in der industriellen Forschung bei den Chemieunternehmen SKW Trostberg AG und Degussa AG tätig, wobei der Fokus seiner Forschungsarbeiten auf den Gebieten der enantioselektiven Synthese und "weißen" Biotechnologie lag. Als zuletzt Senior Project Manager des Service Center Biocatalysis der Degussa AG (heute: Evonik Degussa GmbH) leitete er ein Forschungslabor, ein Pilottechnikum und ein BMBF-Projekt zur "Nachhaltigen BioProduktion". 2006 führte ihn sein Weg zurück an die Universität Erlangen-Nürnberg, wo er eine Professur für Organische Chemie annahm.

Gröger kann über 60 wissenschaftliche Publikationen und über 30 Patentanmeldungen und Patente vorweisen. Für seine innovativen Arbeiten erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen. Seine Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf enantioselektive Synthesen unter Verwendung von isolierten Enzymsystemen und Designerzellen. So konnte er in interdisziplinären Forschungsarbeiten zur Herstellung pharmazeutisch wichtiger Verbindungsklassen wie unnatürliche Aminosäuren und chirale Alkohole leistungsfähige biokatalytische Syntheseverfahren entwickeln, die zudem erfolgreich in den Produktionsmaßstab übertragen wurden. Kürzlich gelang ihm mit der Kombination von nacheinander ablaufenden chemischen und enzymatischen Syntheseschritten in einem Eintopfverfahren im wässrigen Reaktionsmedium ein elegantes und effektives Synthesekonzept für hydrophobe chirale Bausteine. Gröger wird auf der GDCh-Festsitzung zur Eröffnung der Chemiedozententagung den aktuellen Stand seiner Arbeiten unter dem Titel "Synthesekonzepte der "weißen" Biotechnologie" vorstellen.

Nach dem Vortrag des Preisträgers verleiht der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren und -professorinnen für Chemie (ADUC), Professor Dr. Jürgen Janek, die ADUC-Jahrespreise für Habilitanden 2007 an Dr. Christina Maria Thiele, Technische Universität Darmstadt, Dr. Oliver Trapp, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim, und Dr. Stefan Kirsch, Technische Universität München.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche angesehene Preise, so seit 1980 den Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für Schriftsteller, der als Anerkennung für herausragende schriftstellerische Beiträge mit Bezug auf die Chemie verliehen wird. Mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis wird die Erinnerung an einen der bedeutendsten Industriechemiker wach gehalten. Der Preis wurde nach Duisbergs Tod 1935 von der IG Farbenindustrie beim Verein Deutscher Chemiker, eine der beiden Vorgängerorganisationen der GDCh, zur Förderung des akademischen Nachwuchses eingerichtet.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) Öffentlichkeitsarbeit Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht ESJET-Drucktechnologie für großflächige Displays ausgezeichnet
11.04.2019 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht BMBF fördert Innovationsraum NewFoodSystems
10.04.2019 | Max Rubner-Institut - Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics