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Die besten Grundlagenforscher Thüringens

08.02.2008
Professoren Benndorf und Ristow von der Universität Jena erhalten Thüringer Forschungspreis / Öffentlicher Festakt am 14. Februar um 13.30 Uhr in der Universitäts-Aula

Zwei Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena werden am 14. Februar mit dem Thüringer Forschungspreis 2007 ausgezeichnet. Prof. Dr. Klaus Benndorf und Prof. Dr. Michael Ristow erhalten den Preis im Bereich Grundlagenforschung aus den Händen von Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel. Zur feierlichen Preisverleihung um 13.30 Uhr in der Aula der Universität Jena (Fürstengraben 1) ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Molekulare Steuerung von Proteinen

Prof. Dr. Klaus Benndorf wird mit dem Thüringer Forschungspreis 2007 für seine Arbeit zum Thema "Molekulare Steuerung von Proteinen. Das Schaltverhalten von Ionenkanälen" ausgezeichnet. "Im Kern geht es um die Wechselwirkung von Eiweißmolekülen in der Membran von Zellen - sogenannten Rezeptoren - mit bestimmten Signalmolekülen", erläutert Prof. Benndorf. Dieses Forschungsthema liefere wichtige Informationen für das generelle Verständnis zwischen Eiweiß- und Signalmolekülen. "Es handelt sich um ein universelles Prinzip, das in jeder lebenden Zelle vielfach vorkommt", sagt der Direktor des Instituts für Physiologie. So beruht auch die Wirkung von Hormonen oder Medikamenten darauf, dass sie passgenau an Rezeptoren binden und erst dadurch ihre Wirkung entfalten. "Das Verständnis dieser Vorgänge ist für die medizinische Forschung somit von großer Bedeutung", weiß Benndorf, der derzeit auch Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Jena ist.

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»Forschungspreis »ROS

Über die Auszeichnung freue er sich sehr, schließlich sei eine "solche öffentliche Anerkennung für einen Grundlagenforscher ein eher seltenes Ereignis." Die habe er nicht zuletzt der Arbeit seines hervorragenden, hoch motivierten Teams zu verdanken. "Der Thüringer Forschungspreis wird für uns ein wichtiger Impuls für die weitere wissenschaftliche Arbeit sein", so Benndorf.

Steigerung der Lebenserwartung durch oxidativen Stress

Ebenfalls für ein Grundlagenthema wird Prof. Dr. Michael Ristow mit dem Thüringer Forschungspreis 2007 geehrt. Der Inhaber des Lehrstuhls für Humanernährung der Jenaer Universität erhält die Auszeichnung für seine Untersuchungen zum Thema "Steigerung der Lebenserwartung durch oxidativen Stress". Im Mittelpunkt dabei stehen "reaktive Sauerstoff-Spezies" (engl.: reactive oxygen species, ROS). Diese sind bislang vor allem als Zellgifte bekannt, die für Alterungsprozesse verantwortlich gemacht werden und als Auslöser zahlreicher Krankheiten wie Arteriosklerose, Krebs oder Alzheimer gelten. Doch dieses einseitige Bild der schädlichen ROS muss revidiert werden. Wie Prof. Ristow und sein Team an dem Modellorganismus "Caenorhabditis elegans" zeigen konnte, verlängert oxidativer Stress und das damit verbundene Vorkommen von ROS die Lebenserwartung dieses Fadenwurms. "Umgekehrt verkürzt die Einnahme von bestimmten Vitaminen und Antioxidantien, die die Entstehung von ROS verhindern, die Lebensspanne der Tiere", so Ristow.

Auch wenn abzuwarten bleibt, ob sich diese Ergebnisse direkt auf den Menschen übertragen lassen, könnten sie auch für die Ernährung von Menschen weit reichende Konsequenzen haben. "Diesem Thema wollen wir uns künftig intensiv widmen", kündigt Ristow an. "Der Forschungspreis ist dafür sicherlich eine gute Motivation." Dass er nach gerade einmal drei Jahren an der Jenaer Universität bereits mit einem solchen Preis geehrt werde, sei auch auf die sehr guten Forschungsbedingungen zurückzuführen, die die Universität ihm und seinem Team biete.

Mit dem Thüringer Forschungspreis zeichnet der Freistaat seit 1995 Wissenschaftler für herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen aus. Er ist mit insgesamt 21.000 Euro dotiert. Den Preis für Angewandte Forschung erhält in diesem Jahr eine Forschergruppe vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena für ihre Arbeit zum Thema "Komponenten und Systeme für die EUV-Lithographie bei 13,5 nm".

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Benndorf
Institut für Physiologie II der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Kollegiengasse 9, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 934350
E-Mail: klaus.benndorf[at]mti.uni-jena.de
Prof. Dr. Michael Ristow
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 29, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949630
E-Mail: michael.ristow[at]mristow.org

Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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