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Begehrte Ernst Awards werden an internationale Empfänger vergeben

07.09.2012
Kein Geringerer als der Schweizer Chemie-Nobelpreisträger von 1991, Professor Dr. Richard R. Ernst, ist Namensgeber der „Ernst Awards“, die seit 1998 auf den Diskussionstagungen der Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vergeben werden.

Ausgezeichnet werden damit Studierende und Doktoranden für eine herausragende Publikation, die Neues zur Methodik der Magnetischen Resonanzspektroskopie, zu ihrem theoretischen Verständnis oder zu innovativen Anwendungen beschreibt und sich durch Kreativität und Originalität auszeichnet.

Aus den Bewerbungen aus aller Welt werden pro Jahr bis zu drei Preisträger ausgewählt. In diesem Jahr werden Jonathan P. King von der University of California in Berkeley, Benno Meier von der Universität Leipzig und Michael C.D. Tayler von der University of Southampton ausgezeichnet. Die Preise werden ihnen während der Fachgruppentagung am 18. September 2012 in Halle vom Vorsitzenden der Auswahlkommission, Wolfgang Jahnke, überreicht. Danach stellen sie ihre Arbeiten in einem Vortrag vor.

Jonathan P. King erhält den Preis für Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Quantencomputer. Ihm und seinen Kollegen gelang es, optische Methoden und Kernresonanzspektroskopie (NMR) zu kombinieren und damit Information längerfristig aber reversibel auf Halbleitern zu speichern. Benno Meier wird für seine grundlegenden theoretischen und experimentellen Arbeiten zum besseren Verständnis des Langzeitverhaltens von abklingender Magnetisierung ausgezeichnet. Michael Tayler arbeitet auf dem Gebiet der Hyperpolarisation, mit dem die Empfindlichkeit der NMR-Spektroskopie um Grössenordnungen gesteigert werden kann, und bekommt den Ernst Award für die Entdeckung und Isolierung von langlebigen Singulett-Zuständen in Kernspins. Alle drei Preisträger haben durch Grundlagenforschung das Gebiet der magnetischen Resonanz bereichert und das Terrain für weitergehende Anwendungen bereitet.

Die NMR-Spektroskopie ist mit dem aus ihr hervorgegangenen bildgebenden Verfahren (MRI) und der bereits früher entdeckten Elektronen-Spin-Resonanz-Methode (EPR) die Methode der Wahl, um Strukturen und dynamische Vorgänge in der Chemie, den Materialwissenschaften, der Biologie und der Medizin zu untersuchen. Ihre Weiterentwicklung scheint keine Grenzen zu kennen. Die diesjährige von Professor Dr. Jochen Balbach und Professor Dr. Kay Saalwächter organisierte Diskussionstagung der GDCh-Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie vom 17. bis zum 20. September in Halle (Saale) steht daher ganz im Zeichen aktuellster Entwicklungen, die es inzwischen möglich machen, nicht nur die Struktur, sondern auch die Dynamik von biologischen Makromolekülen wie Proteinen oder DNA mit atomarer Auflösung zu studieren. Verschiedene Plenarvorträge und -sitzungen widmen sich eben diesem Thema, und zahlreiche renommierte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, wie Professor Dr. Ann McDermott (New York) und Professor Dr. Lyndon Emsley (Lyon), werden in Plenarvorträgen ihre aktuellsten Arbeiten zu dieser Thematik vorstellen (www.fgmr2012.de).
Die Tagung deckt die gesamte faszinierende Anwendungsbandbreite der NMR- und EPR-Spektroskopie in fünfzehn Vortragssitzungen ab, und ca. 240 Vertreter aller Fachrichtungen werden erwartet. Vor der eigentlichen Tagung finden am Montag, dem 17. September Tutorial-Vorträge statt, in denen sich Studierende und Promovierende, aber auch interessierte Wissenschaftler über die Grundlagen der Erforschung molekularer Dynamik mit NMR- und EPR-Methoden sowie über Anwendungen der EPR in der Pharmaforschung informieren können. Eine Besonderheit der Tagung ist die erstmals stattfindende Sitzung über industrielle Anwendungen der Magnetresonanz, für die Firmenvertreter aus dem In- und Ausland gewonnen werden konnten. Die Tagung endet mit einer Plenarsitzung zu neuen Methoden, mit denen Empfindlichkeit und Selektivität, und damit die Anwendungsbandbreite der Magnetresonanz, in letzter Zeit weiter gesteigert werden konnte. An die Tagung schließt sich der Eröffungsworkshop des kürzlich bewilligten DFG-Schwerpunktprogramms SPP 1601 zur Empfindlichkeitssteigerung in der EPR an, der von Professor Dr. Marina Bennati (Göttingen) organisiert wurde. Auch hier werden zahlreiche internationale Gäste erwartet.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 28 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie mit rund 500 Mitgliedern aus Industrie und Forschung. Die Fachgruppe vertritt die Belange der magnetischen Resonanzspektroskopie in wissenschaftlichen Gremien und pflegt den Kontakt mit anderen Organisationen auch aus anderen Disziplinen.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de
http://www.gdch.de/service-information/oeffentlichkeitsarbeit/pressenotizen.html

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