Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszeichnung für neuartige Technologien

08.03.2013
Der Freiburger Innovationspreis 2012 geht an drei von der Universität Freiburg geförderte Unternehmen und Projekte

Das Start-up-Projekt Ionera aus dem Physiologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg belegt den ersten Platz des Freiburger Innovationspreises, der mit 7.500 Euro dotiert ist. Auf dem mit einem Preisgeld von 2.000 Euro verbundenen zweiten Platz folgt das Unternehmen SmartExergy GmbH.

Die Averbis GmbH teilt sich mit einem weiteren Unternehmen den dritten Platz und wird mit 1.500 Euro ausgezeichnet. Alle drei sind beim Aufbau ihres Unternehmens vom Gründerbüro der Universität Freiburg unterstützt worden. Die Technologiestiftung BioMed Freiburg verleiht den Freiburger Innovationspreis alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Freiburger Medizintechnik-Unternehmen Stryker Leibinger GmbH & Co. KG und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

Das Projekt Ionera erarbeitet eine neuartige Plattformtechnologie, die eine Analyse mit biologischen Nanoporen ermöglicht. Dabei handelt es sich um Proteine, die in einer Membran Kanäle mit Innendurchmessern von einigen millionstel Millimetern bilden. Auf diesem Weg können Biomoleküle in eine Zelle strömen oder sie verlassen. Die Pore ist zudem durchlässig für Ionen, das heißt für in der Zellflüssigkeit gelöste geladene Teilchen, und daher elektrisch leitfähig. Wenn ein größeres Biomolekül, etwa ein DNA-Strang oder ein Protein, in den Durchgang gerät, blockiert es diesen teilweise. Daraufhin leitet die Nanopore so lange weniger Strom, bis das Molekül sie wieder verlässt. Die neue Analysemethode macht sich diesen Effekt zunutze: Sie misst den elektrischen Strom durch eine einzelne Pore und erlaubt dadurch Rückschlüsse auf die Biomoleküle, die mir ihr in Wechselwirkung stehen. Ionera bietet einen Mikrochip an, auf dem eine große Anzahl solcher Membranen erzeugt und vermessen werden kann. Damit macht die Plattform dieses Messverfahren erstmals industriell nutzbar.

Gegenwärtig sind mit aufwendigen Laborverfahren nur etwa fünf bis zehn einzelne Messungen am Tag möglich, die neue Technologie erlaubt künftig mehr als 10.000 täglich. Sie soll unter anderem bei der schnellen Sequenzierung von DNA oder der frühen Diagnose schwerer Erkrankungen wie Krebs zum Einsatz kommen. Die Ausgründung eines Unternehmens ist für Ende 2013 vorgesehen. Leiter des Projekts ist Dr. Gerhard Baaken aus der von Prof. Dr. Jan C. Behrends geleiteten Arbeitsgemeinschaft Membranphysiologie und -technologie des Physiologischen Instituts der Universität Freiburg. Ionera erhält aktuell eine Förderung über den EXIST-Forschungstransfer, ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Für seinen Businessplan wurde das Gründerteam bei dem Wettbewerb Science4Life Venture Cup 2013 ausgezeichnet.

Die SmartExergy GmbH entwickelt und vertreibt Komponenten für eine Funksensorik, die Photovoltaik-Anlagen überwacht und steuert. Dadurch ist es möglich, den Ertrag einer Anlage nachhaltig zu steigern. In den einzelnen Modulen integrierte Funksensoren überwachen beispielsweise die Leistung und erkennen, wie diese optimiert werden kann. Die Produkte von SmartExergy zeichnen sich zudem durch ihre Effizienz aus, sind wartungsarm und beeinflussen nicht die Wirksamkeit der Photovoltaik-Anlage. Das Unternehmen ist eine Ausgründung des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg und wurde von Dr. Tolgay Ungan und Patrick Steindl umgesetzt. Es erhielt eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Programms EXIST-Gründerstipendium. Der Businessplan wurde ebenfalls beim Science4Life Venture Cup 2013 prämiert und belegte 2012 den zweiten Platz in dem bundesweiten Gründungswettbewerb start2grow.

Das Unternehmen Averbis GmbH erhielt den Innovationspreis für das Recherchetool RadMiner, mit dem aus radiologischen Befundberichten schnell Daten gewonnen werden können. Das Produkt ermöglicht eine inhaltliche Analyse der Texte und erkennt Schlüsselbegriffe. Es kann Text- und Bildinformationen verknüpfen, wodurch Ärzte und Wissenschaftler schnell auf den gesamten Bestand einer Datenbank zugreifen können. Über eine einheitliche Weboberfläche lassen sich Verdachtsdiagnosen absichern, Patientengruppen für Studien zusammenstellen und geeignete Fallbeispiele für Vorträge und Lehre finden. RadMiner ist das erste System seiner Art für die Radiologie. Die Averbis GmbH wurde 2007 von Dr. Philipp Daumke, Dr. Kornél Markó und der Campus Technologies Freiburg GmbH gegründet. Sie bietet vor allem Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Pharmaindustrie, der Automobilindustrie, dem Verlagswesen und Bibliotheken Produkte an, mit denen sie Daten effektiv durchsuchen, inhaltlich strukturieren und auswerten können. Averbis wurde durch das Programm „Junge Innovatoren“ vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.

Weitere Informationen:
http://www.ionera.de
http://www.smartexergy.com
http://www.averbis.de
Kontakt:
Dr. Thomas Maier
Abteilungsleiter Gründerbüro
Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-5212
E-Mail: thomas.maier@zft.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Europäischer Forschungsrat unterstützt Düsseldorfer Materialwissenschaftler mit 2,5 Millionen Euro
06.08.2018 | Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH

nachricht Autofahren mit Baumrinde, Bauen mit Nussschalen
02.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

14.08.2018 | Informationstechnologie

Der ängstliche Nao - Wenn Menschen emotional auf Roboter reagieren

14.08.2018 | Gesellschaftswissenschaften

Gebirge in Bewegung

14.08.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics