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Auszeichnung für junge “Wasser-Forscher”

12.05.2010
Der Willy-Hager-Preis 2009 für junge Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Wasserforschung geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Dr.-Ing. Florencia Saravia, Universität Karlsruhe (TH), und Dr.-Ing. Jens Haberkamp, p2m berlin GmbH.

Die hier ausgezeichneten Arbeiten führte Jens Haberkamp an der TU Berlin durch. Beide Wissenschaftler beschäftigten sich mit Fouling-Prozessen an Membranen bei der Wasseraufbereitung.

Die Verleihung des Willy-Hager-Preises fand anlässlich der Jahrestagung der Wasserchemischen Gesellschaft – Fachgruppe der GDCh, am 10. Mai 2010 in Bayreuth statt. Diese Auszeichnung der Willy-Hager-Stiftung ist mit einer Geldprämie von 3.000 Euro für die beiden Preisträger und die betreuenden Forschungsinstitute verbunden.

Membranen sind aus der modernen Wassertechnik nicht mehr wegzudenken. Je nach Größe und Art der abzutrennenden Stoffe werden dabei Verfahren der Mikro- und Nanofiltration oder Umkehrosmose eingesetzt. Die Effizienz dieser Systeme kann jedoch durch Foulingprozesse stark eingeschränkt werden.

Florencia Saravia hat in ihrer Dissertation Foulingprozesse, also die Bildung einer Deckschicht und das Blockieren von Poren, an getauchten Membranen bei der Wasseraufbereitung untersucht und dabei eine effiziente Methode zur Entfernung von organischen Spurenstoffen entwickelt. Mit diesen Untersuchungen konnte sie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Deckichtbildung an getauchten Membranen leisten. Durch die neu gewonnen Erkenntnisse können diese Membranen nun effizienter und somit energie- und kostensparend in der Wassertechnik eingesetzt werden.

Jens Haberkamp hat sich in seiner Dissertation mit den Prozessen beim organischen Fouling in Niederdruckmembranen beschäftigt. Es ist bereits seit Längerem bekannt, dass Biopolymere in geklärten Abwässern eine wesentliche Rolle dabei spielen. Jedoch gab es bislang keinerlei Informationen darüber, welche Interaktionen mit anderen Wasserinhaltsstoffen und den Membranen selbst auftreten. Jens Haberkamp konnte in seiner Arbeit zeigen, dass vor allem die Proteinanteile der Biopolymerfraktion zur Adsorption auf den Membranporen neigen und damit zum Fouling führen. In Flockungsversuchen konnte er Anteile der Proteine selektiv binden und so das Fouling vermindern. Alternativ können die Proteine auch durch Adorption mit Aktivkohle gebunden werden. Dafür benötigt man jedoch sehr hohe Dosierungen, weil die Adsorption nicht selektiv erfolgt.

Die von dem Maschinenbauingenieur und Unternehmer Willy Hager (1905-1975) begründete Willi-Hager-Stiftung ist der wissenschaftlichen Erforschung von Verfahren zur Reinigung und Aufbereitung von Frisch- und Abwasser gewidmet. Mit dem Willy-Hager-Preis werden jährlich hervorragende Arbeiten (meist Dissertationen) junger Nachwuchsforscher ausgezeichnet.

Dr. Christine Dillmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dechema.de/

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