Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antrieb für Kraftfahrzeugtechnik

17.06.2010
Alle zwei Jahre vergibt die Ernst-Schoemperlen-Stiftung Preise an Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am KIT für außerordentliche wissenschaftliche Arbeiten auf dem Forschungsgebiet der Kraftfahrzeugtechnik und -wirtschaft – 2010 zum 16. Mal. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 24. Juni, um 17 Uhr im Rundbau des Allgemeinen Verfügungsgebäudes (Adenauerring 20, Gebäude 50.41, Raum 145/146) am Campus Süd statt.

Professor Norbert Henze vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Wolfgang Ritz, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Schoemperlen-Stiftung sowie Vorstandsmitglied der S&G Automobil Aktiengesellschaft werden die Preise im Gesamtwert von 10.000 Euro überreichen. Im Anschluss stellen die drei Preisträger in Kurzpräsentationen ihre herausragenden Forschungsbeiträge vor.

Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Stiftungspreis erhält Dr. Lena Webersinkes Dissertation. Ihre am Institut für Industrielle Informationstechnik (IIIT) erstellte Doktorarbeit thematisiert die Verbesserung des Fahrverhaltens schwerer Nutzfahrzeuge. Starke Beschleunigungsvorgänge führen bei diesem Fahrzeugtyp aufgrund elastischer Bauelemente zu Schwingungen im Antriebsstrang. Diese übertragen sich auch auf den Fahrer, der Fahrkomfort wird stark vermindert. Abhilfe war bisher nur bei erheblichen Einbußen an der Fahrdynamik möglich. Dr. Lena Webersinke zeigt in ihrer Analyse unter Berücksichtigung unterschiedlicher Fahrzeugtypen optimale Lösungsmethoden für den Zielkonflikt Komfort versus Dynamik auf.

Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Preis geht an Dr. Stefan Wiemer, der seine Doktorarbeit am Institut für Kolbenmaschinen verfasste. Angesichts immer strengerer Emissionsgrenzwerte wird auch die Optimierung des Startprozesses und der nachfolgenden Katalysatorheizphase beim Verbrennungsmotor immer wichtiger. Denn der Anteil dieser Betriebsphasen an den Gesamtemissionen kann bis zu 90 Prozent betragen. Stefan Wiemers fokussiert deshalb die drei zentralen Parameter zur Beeinflussung des Motorhochlaufes – den Anreicherungsfaktor des Luft-Kraftstoff-Gemisches, den Zündzeitpunkt und das Ende der Einspritzung. So zeigt sich, dass durch ein dynamisch veränderliches Einspritzende während des Motorhochlaufes die eingespritzte Kraftstoffmenge um bis zu 20 Prozent reduziert werden kann. Die in Wiemers Arbeit vorgestellte Einspritzstrategie wird einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Kohlenwasserstoffemissionen aus dem Kaltstart leisten.

Die Nachwuchswissenschaftlerin Kristine Back konnte mit ihrer ebenfalls am Institut für Industrielle Informationstechnik (IIIT) erstellten Diplomarbeit überzeugen: Sie erhält den dritten Preis und 2.000 Euro. Im Rahmen eines Forschungsprojektes, das sich mit der Analyse von Einspritzvorgängen bei Benzin-Diesel-Direkteinspritzung beschäftigt, untersuchte sie die beim Öffnen und Schließen der Einspritzdüse anfallenden Klopfsensorsignale. Backs Arbeit belegte, dass diese Signale geeignet sind, eine Injektorkalibrierung vorzunehmen. Großer Vorteil ist, dass so zur Schätzung der tatsächlichen Einspritzmenge keine zusätzliche Hardware notwendig ist.

Die Ernst-Schoemperlen-Stiftung wurde 1988 anlässlich des 90-jährigen Firmenjubiläums der S&G Automobil Aktiengesellschaft gegründet. Mit der Namensgebung soll an den Firmengründer Ernst Schoemperlen, der zu den Wegbereitern des Automobils gezählt werden darf, erinnert werden. In seinem Sinne ist die Förderung von Kraftfahrzeugtechnik und Kraftfahrzeugwirtschaft Stiftungszweck.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Weiterer Kontakt:

Tatjana Rauch
Presse, Kommunikation und Marketing (PKM)
Tel.: +49 721 608-6047
Fax: +49 721 608-5681
E-Mail: tatjana.rauch@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Millionenförderung für Deep-Learning-Projekt in Leipzig
15.08.2018 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

nachricht Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb
14.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics