Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

15 Millionen Euro für die „Neuroallianz“

09.11.2012
Das Konsortium „Neuroallianz“ hat sich der Entwicklung von Diagnose- und Therapieverfahren zur Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen verschrieben.

Unter Federführung der Universität Bonn haben sich Partner aus Unternehmen, Wissenschaft und Klinik zusammengeschlossen, um die Forschung auf diesem Zukunftsfeld gemeinsam voranzutreiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nun weitere 15 Millionen Euro für die zweite Förderperiode bewilligt. Seit der Gründung im Jahr 2009 wird damit das Neuroallianz-Konsortium mit insgesamt rund 40 Millionen Euro vom BMBF gefördert. Ebensoviel schießt die Industrie zu.

Allein in Deutschland leiden mehr als eine Million Menschen an einer Demenz. Aufgrund der höheren Lebenserwartung wird die Zahl der neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson in den nächsten Jahren noch stärker zunehmen. Bislang gibt es noch keine wirksame Therapie, die das Fortschreiten der chronisch verlaufenden Erkrankungen hemmt. Der medizinische Bedarf für die Entwicklung neuer Verfahren für eine möglichst frühzeitige Diagnose und innovativer Arzneimittel zur Therapie der Erkrankungen ist groß. „Das Konsortium bündelt als strategische Allianz zwischen öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen, Pharma-Industrie und Biotechnologie-Unternehmen Ressourcen und Knowhow, um dieser Herausforderung zu begegnen“, sagt Prof. Dr. Christa Müller vom Pharmazeutischen Institut, Sprecherin des Pharma-Zentrums der Universität Bonn, das das Neuroallianz-Konsortium an der Universität Bonn koordiniert.

Halbe-Halbe-Finanzierung durch BMBF und Industrie

Die „Neuroallianz“ wird jeweils zur Hälfte mit Mitteln des BMBF und der Industrie finanziert. Insgesamt wird das Konsortium mit 40 Millionen Euro vom BMBF gefördert. „Ziel der Projekte ist es, möglichst viele Zellen im Gehirn der Patienten vor dem Untergang zu retten“, sagt Prof. Müller. „Wir erforschen deshalb, wie sich diese Krankheiten frühzeitig erkennen und stoppen lassen.“ Derzeit werden unter dem Dach des Konsortiums insgesamt zwölf verschiedene wissenschaftliche Projekte bearbeitet, in denen zum Beispiel nach neuen, bislang unbekannte Zielstrukturen gesucht wird, die als Ansatzpunkt für die Diagnostik und Therapie dienen können, sowie nach hochwirksamen Arzneistoffen für neue Zielstrukturen. So sind bislang allein aus der Arbeitsgruppe von Prof. Müller zwei Patentanmeldungen erfolgt, beide in Kooperation mit der Firma UCB Pharma, eine davon in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Evi Kostenis, Institut für Pharmazeutische Biologie der Uni Bonn.

Im Konsortium „Neuroallianz“ sind außer der Universität Bonn das Universitätsklinikum Bonn, das Universitätsklinikum Essen (mit der Universität Duisburg-Essen), das Forschungszentrum Jülich, das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) in Sankt Augustin sowie die Unternehmen Life & Brain, UCB Pharma und IBL International zusammengeschlossen.

Schnelle Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in Anwendungen

Die Projektteams arbeiten an der schnellen Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in Produkte und Anwendungen. „Dies gelingt, weil Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Industrie gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt Prof. Müller. „So können wir die gesamte Wertschöpfungskette abbilden.“ Weitere wichtige Anliegen seien, junge Forscher einzubinden und sie früh in Kontakt mit pharmazeutischen Unternehmen zu bringen. Vor kurzem wurden die Projekte ausgewählt, die nun in der Fortsetzungsrunde bearbeitet werden sollen.

Bonner Pharmakologen untersuchen die Regulation von Genen

„Im Neuroallianz-Konsortium werden vollkommen neue Ansätze für die Diagnose und Therapie von neurodegenerativen Erkrankungen verfolgt“, sagt Prof. Dr. Alexander Pfeifer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Bonn, der als Initiator gemeinsam mit Prof. Müller das Neuroallianz-Konsortium auf den Weg gebracht hat. Seine Arbeitsgruppe arbeitet an Fragen der Grundlagenforschung und befasst sich mit sogenannter „Micro-RNA“, die an der Regulierung der Aktivität von Genen beteiligt ist. „Die Micro-RNA ist so faszinierend, weil sie bestimmte Gene stumm schalten kann“, berichtet Prof. Pfeifers Mitarbeiterin Dr. Anita Kretschmann. Das Team erforscht, ob solch regulierende RNA auch mit neurodegenerativen Erkrankungen zusammenhängt.

Kontakt:

Prof. Dr. Christa E. Müller
Pharmazeutisches Institut
Tel.: 0228/73-2301
E-Mail: christa.mueller@uni-bonn.de
Prof. Dr. Alexander Pfeifer
Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie
Tel: 0228/287-51300 oder 28751302
E-Mail: alexander.pfeifer@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de
http://www.neuroallianz.de/auftrag.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Internationalen Forschungspreises 2020
12.07.2019 | Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland

nachricht Innovation Award 2019 – 1. Platz l Roboter positioniert 5-Achs-Fräsmaschine – mobile Bearbeitung mit großer Reichweite
03.07.2019 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Großes Potenzial: Aktoren und Sensoren mit 3D-Druck in komplexe Bauteile integrieren

Der additiven Fertigung wird eine große Zukunft vorhergesagt. So lassen sich mit Hilfe des 3D-Drucks beispielsweise die Anzahl der Komponenten komplexer, individualisierter Baugruppen stark reduzieren und viele Funktionen direkt in ein Bauteil integrieren. Das vereinfacht den Herstellungsprozess und verringert den notwendigen Bauraum. Um diese Vorteile auch für mechatronische Systeme zu nutzen, forschen Wissenschaftler im Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in mehreren Projekten an der additiven Fertigung von integrierten Aktoren und Sensoren. Diese können in Leichtbaustrukturen störende oder schädigende Vibrationen mindern sowie Strukturen überwachen.

Aufgrund der Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte sehen die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF großes Potenzial für die additive Fertigung mechatronischer...

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Im Focus: Megakaryocytes act as „bouncers“ restraining cell migration in the bone marrow

Scientists at the University Würzburg and University Hospital of Würzburg found that megakaryocytes act as “bouncers” and thus modulate bone marrow niche properties and cell migration dynamics. The study was published in July in the Journal “Haematologica”.

Hematopoiesis is the process of forming blood cells, which occurs predominantly in the bone marrow. The bone marrow produces all types of blood cells: red...

Im Focus: Beschleunigerphysik: Alternatives Material für supraleitende Hochfrequenzkavitäten getestet

Supraleitende Hochfrequenzkavitäten können Elektronenpakete in modernen Synchrotronquellen und Freien Elektronenlasern mit extrem hoher Energie ausstatten. Zurzeit bestehen sie aus reinem Niob. Eine internationale Kooperation hat nun untersucht, welche Vorteile eine Beschichtung mit Niob-Zinn im Vergleich zu reinem Niob bietet.

Zurzeit ist Niob das Material der Wahl, um supraleitende Hochfrequenzkavitäten zu bauen. So werden sie für Projekte wie bERLinPro und BESSY-VSR eingesetzt,...

Im Focus: Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Physik der Kondensierten Materie: Was ist die perfekte Quantentheorie?

Für einige Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik gibt es mehrere Theorien. Doch welche Theorie beschreibt ein quantenphysikalisches Phänomen am besten? Ein Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Harvard University nutzt nun erfolgreich künstliche neuronale Netzwerke für die Bildanalyse von Quantensystemen.

Hund oder Katze? Die Unterscheidung ist ein Paradebeispiel für maschinelles Lernen: Künstliche neuronale Netzwerke können darauf trainiert werden Bilder zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

Auswandern auf Terra-2?

15.07.2019 | Veranstaltungen

Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

12.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Technik zur besseren Kontrolle für den Supervulkan von Campi Flegrei

17.07.2019 | Geowissenschaften

Bei Bakterien bestimmen die Nachbarn mit, welche Zelle zuerst stirbt: Physiologie des Überlebens

17.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Hocheffiziente Solarzellen dank solidem Fundament

17.07.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics