Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

11 Millionen Euro für die Erforschung von Magnetfeldsensoren für die medizinische Diagnostik

27.05.2016

Großer Erfolg für die Spitzenforschung: Uni Kiel erhält neuen Sonderforschungsbereich

Die Erforschung höchstempfindlicher Magnetfeldsensoren ist seit einigen Jahren ein thematischer Schwerpunkt der Nanoforschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Am Mittwoch, 25. Mai, bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Sonderforschungsbereich (SFB) 1261 „Magnetoelectric Sensors: From Composite Materials to Biomagnetic Diagnostics“ einen weiteren Meilenstein in dieser Entwicklung.


Rund 11 Millionen Euro erhält die Universität Kiel in den kommenden vier Jahren für die Erforschung neuartiger biomagnetischer Sensoren.

Foto/Copyright: Christine Kirchhof

Für zunächst vier Jahre erhalten die Forscherinnen und Forscher in einer ersten Förderperiode rund 11 Millionen Euro, um Magnetfeldsensoren für den Einsatz bei biomagnetischen Diagnosen zu erforschen.

„Im neuen SFB versprechen wir uns durch die stark interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physik, Materialwissenschaft, Elektrotechnik und Medizin die Erforschung ganz neuartiger Magnetfeldsensorkonzepte, die speziell auf wissenschaftliche und diagnostische Fragestellungen in Neurologie und Kardiologie ausgelegt sind“, beschreibt der Sprecher des SFBs Professor Eckhard Quandt die inhaltliche Zielsetzung der Initiative.

Dadurch werde auch der Wissenschaftsstandort Kiel insgesamt gestärkt: 26 neue Stellen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden geschaffen. Zusätzlich werde die Forschungskooperation in der Region durch die Zusammenarbeit von Universität, Universitätsklinikum und Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe (ISIT) ausgebaut, so Quandt.

„Diese neue interdisziplinäre Initiative stärkt damit spürbar unseren Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften und Oberflächenforschung“, betont CAU-Präsident Professor Lutz Kipp. „Ihre potenziellen Anwendungsbereiche in der medizinischen Diagnostik machen deutlich, wie lohnend die Investition in diese Forschung ist. Die erneute Millionen-Förderung ist dabei ein beeindruckender Beleg für die hervorragenden Voraussetzungen, die wir in den vergangenen Jahren in Kiel und an der CAU für die Erforschung nanotechnologischer und oberflächenwissenschaftlicher Fragestellungen geschaffen haben. Dieser Erfolg ist auch eine wichtige Grundlage für neue Ideen der Kieler Universität in der kommenden Exzellenzinitiative.“

Konkret geht es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im neuen SFB 1261 um die Aufzeichnung von Gehirn- und Herzströmen über deren Magnetfelder. Durch vorherige Forschungsarbeiten konnte die Detektionsgrenze bereits soweit verbessert werden, dass biomagnetische Signale des Gehirns oder des Herzens inzwischen im Bereich der Messbarkeit liegen. Als Ergänzung oder Alternative zu den etablierten elektrischen Messungen – zum Beispiel der Elektroenzephalographie (EEG) oder der Elektrokardiographie (EKG) – versprechen magnetische Messungen eine verbesserte Diagnose zum Beispiel in Bezug auf die räumliche Auflösung und/oder bei Langzeituntersuchungen.

Dies ist zwar bereits heute möglich, jedoch sind die Messungen bisher mit erheblichem Aufwand verbunden, so dass diese Techniken nahezu keinen Eingang in die medizinische Praxis gefunden haben. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, müssen nämlich äußere Magnetfelder stark abgeschirmt und herkömmliche biomagnetische Schnittstellen extrem aufwändig auf zirka -270 Grad Celsius gekühlt werden. Die neuen Sensoren, die die Forschenden im SFB 1261 entwickeln wollen, sollen dagegen ohne aufwändige Kühlung und langfristig sogar ohne Abschirmung auskommen. Perspektivisch könnten diese Sensoren dann zum Beispiel eingesetzt werden, um pathologische Hirnaktivität zu entdecken und damit bedarfsgesteuert Hirnareale zur Behandlung epileptischer Anfälle oder Parkinson-Symptome zu stimulieren.

Voraussetzung hierfür sind neue Signalverarbeitungsstrategien und höchstempfindliche Sensoren für extrem kleine Magnetfelder. An deren Entwicklung, angefangen bei den physikalischen Grundlagen über die Herstellung und Charakterisierung bis hin zur Anwendbarkeit in Kardiologie, Neurologie, Neuropädiatrie und Medizinischer Psychologie, sind an der CAU die Technische, die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Medizinische Fakultät beteiligt. Weitere Partner sind das UKSH und das Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe.

Bilder stehen zum Download bereit:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2016/2016-172-1.jpg
Professor Eckhard Quandt ist der Sprecher des neuen Sonderforschungsbereiches 1261 an der Uni Kiel.
Foto/Copyright: Claudia Eulitz/Uni Kiel

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2016/2016-172-2.jpg
Rund 11 Millionen Euro erhält die Universität Kiel in den kommenden vier Jahren für die Erforschung neuartiger biomagnetischer Sensoren.
Foto/Copyright: Christine Kirchhof

Kontakt:
Professor Dr.-Ing. Eckhard Quandt
Institut für Materialwissenschaft der CAU
Lehrstuhl für Anorganische Funktionsmaterialien
E-Mail: eq@tf.uni-kiel.de

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: www.uni-kiel.de
Twitter: www.twitter.com/kieluni, Facebook: www.facebook.com/kieluni

Weitere Informationen:

http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2016-172-sfb1261

Dr. Boris Pawlowski | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Wie aus Erfindungen Innovationen werden: HZDR-Innovationsfonds fördert erfolgreich Technologietransferprojekte
09.07.2020 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Einstieg in die Nanowelt
22.06.2020 | Hochschule Aalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hammer-on – wie man Atome schneller schwingen lässt

Schwingungen von Atomen in einem Kristall des Halbleiters Galliumarsenid (GaAs) lassen sich durch einen optisch erzeugten Strom impulsiv zu höherer Frequenz verschieben. Die mit dem Strom verknüpfte Ladungsverschiebung zwischen Gallium- und Arsen-Atomen wirkt über elektrische Wechselwirkungen zurück auf die Schwingungen.

Hammer-on ist eine von vielen Rockmusikern benutzte Technik, um mit der Gitarre schnelle Tonfolgen zu spielen und zu verbinden. Dabei wird eine schwingende...

Im Focus: Kryoelektronenmikroskopie: Hochauflösende Bilder mit günstiger Technik

Mit einem Standard-Kryoelektronenmikroskop erzielen Biochemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erstaunlich gute Aufnahmen, die mit denen weit teurerer Geräte mithalten können. Es ist ihnen gelungen, die Struktur eines Eisenspeicherproteins fast bis auf Atomebene aufzuklären. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlicht.

Kryoelektronenmikroskopie hat in den vergangenen Jahren entscheidend an Bedeutung gewonnen, besonders um die Struktur von Proteinen aufzuklären. Die Entwickler...

Im Focus: Electron cryo-microscopy: Using inexpensive technology to produce high-resolution images

Biochemists at Martin Luther University Halle-Wittenberg (MLU) have used a standard electron cryo-microscope to achieve surprisingly good images that are on par with those taken by far more sophisticated equipment. They have succeeded in determining the structure of ferritin almost at the atomic level. Their results were published in the journal "PLOS ONE".

Electron cryo-microscopy has become increasingly important in recent years, especially in shedding light on protein structures. The developers of the new...

Im Focus: Neue Schlankheitstipps für Computerchips

Lange Zeit hat man in der Elektronik etwas Wichtiges vernachlässigt: Wenn man elektronische Bauteile immer kleiner machen will, braucht man dafür auch die passenden Isolator-Materialien.

Immer kleiner und immer kompakter – das ist die Richtung, in die sich Computerchips getrieben von der Industrie entwickeln. Daher gelten sogenannte...

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wind trägt Mikroplastik in die Arktis

14.07.2020 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Nanoelektronik lernt wie das Gehirn

14.07.2020 | Informationstechnologie

Anwendungslabor Industrie 4.0 der THD: Smarte Lösungen für die Unikatproduktion

14.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics