Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Windmessung dreidimensional: Weltweit größtes Experiment mit flexiblen Laser-Windmessgeräten

09.07.2014

Präzise Windmessungen sind im komplexen Gelände schwierig. Scanner (Windmessgeräte) mit großer Reichweite zur dreidimensionalen Messung der Windeigenschaften bieten hier neue technische Möglichkeiten.

Das Fraunhofer IWES sowie ForWind – Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen und die Dänische Technische Universität testen diese neue laser-basierte Technologie im Rahmen der Vorbereitung der europaweiten Forschungsinfrastruktur »WindScanner.eu« innerhalb des europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastruktur. Wichtige Stakeholder aus Industrie, Politik und Forschung hatten heute Gelegenheit, sich vor Ort über das Projekt zu informieren.


Neue Windscanner mit großer Reichweite zur dreidimensionalen Messung der Windeigenschaften im Test

© Fraunhofer IWES

»Wir haben den Expertinnen und Experten gezeigt, was diese Technologie leisten kann, und werden nun auf Basis ihrer Rückmeldungen definieren, welche Bedarfe es für die geplante Forschungsinfrastruktur gibt«, erklärt Doron Callies, am Fraunhofer IWES Kassel Experte für Windmessungen und Windressourcen. Das Pilotexperiment soll als ESFRI-Vorlaufprojekt zum einen beweisen, dass es möglich ist, Windgeschwindigkeit und Windrichtung im komplexen Gelände mit sechs mobilen LiDAR-Scannern dreidimensional und ferngesteuert zu ermitteln. Zum anderen soll es demonstrieren, dass mehrere synchronisierte Scanner dieses Typs als »virtueller Messmast« fungieren können.

»Drei der modernen LiDAR-Scanner haben wir im Rahmen der Offshore-Testfeld-Forschung bereits erfolgreich in alpha ventus eingesetzt. Dies zeigt das große Potenzial und die vielfältigen Anwendungsgebiete dieser Technologie – von der Erfassung der Windströmung in großen Windparks auf See, bis hin zu turbulenten Windbedingungen im komplexen Gelände«, sagt Prof. Martin Kühn, Leiter der Arbeitsgruppe Windenergiesysteme bei ForWind in Oldenburg.

»Wir verfügen derzeit noch über wenig Erfahrung mit dem Einsatz von Scanner-Technologien in diesem Bereich und das Datenmaterial, das wir mit ihrer Hilfe erheben können, ist wichtig für weitere technologische Entwicklungen. Überdies können die unterschiedlichen Fragestellungen, die eine europaweite Kollaboration nationaler Forschungsknoten aufwirft, nur durch praktische Erfahrung identifiziert werden«, sagt Dr. Julia Gottschall vom Fraunhofer IWES Nordwest. Umso wichtiger sei es, der im Zuge von »WindScanner.eu« geplanten internationalen Zusammenarbeit einen Test der Machbarkeit von solchen internationalen Großexperimenten vorzuschalten und eventuelle Hindernisse beim Aufbau dieser Forschungsinfrastruktur zu identifizieren. Darüber hinaus soll der Feldversuch der Industrie die neue Technologie demonstrieren und die Aufmerksamkeit für das Projekt in der Wissenschaftsgemeinde und Öffentlichkeit erhöhen.

»Wir hoffen, dass wir auf diesem Wege zeigen können, dass es sich lohnt, in eine solche Forschungspartnerschaft zu investieren«, betonen die beteiligten WissenschaftlerInnen. Die bislang wenigen weltweit verfügbaren Windscanner werden vorwiegend zu Forschungszwecken verwandt, weil ihr Einsatz für eine kommerzielle Nutzung noch zu aufwendig ist. Sechs von ihnen sind bis August in Wolfhagen bei Kassel im Einsatz. Das Testgelände mit dem vom Fraunhofer IWES betriebenen 200 Meter hohen Messmast auf dem Rödeser Berg ist mit 385 Metern über Normalhöhennull repräsentativ für eine bewaldete Mittelgebirgsregion in Deutschland. Die Scanner messen an sechs Standorten rund um den Hügel Windgeschwindigkeit, Windrichtung sowie Turbulenzen in verschiedenen Höhen. Dabei werden verschiedene Scan-Schemata getestet und die Ergebnisse mit den Messergebnissen des Messmastes abgeglichen. Die Messdaten stehen später allen Projektpartnern zur Verfügung. Bislang hat es noch kein vergleichbares Experiment in dieser Größenordnung gegeben.

Die neue Messmethode macht es möglich, Windfelder in einer Größe von rund zehn Quadratkilometern räumlich und zeitlich flexibel zu messen und kann den Einsatz von Windmessmasten in Zukunft überflüssig machen. Das Projekt leistet damit nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung der Technologie, sondern weist auch die Nutzbarkeit als Referenzmessung für die Weiterentwicklung von Strömungssimulation nach. Weitere Informationen zum Projekt und seinen Partnern: www.windscanner.eu

Fachansprechpartner:

Doron Callies M.Sc., Fraunhofer IWES Kassel
Telefon: +49 561 7294236
E-Mail: doron.callies@iwes.fraunhofer.de

Dr. Julia Gottschall, Fraunhofer IWES Nordwest
+49 471 14290354
E-Mail: julia.gottschall@iwes.fraunhofer.de

Prof. Dr. Martin Kühn, ForWind – Universität Oldenburg
+49 441 7985061
E-Mail: martin.kuehn@forwind.de

Weitere Informationen:

http://www.iwes.fraunhofer.de/de/Presse-Medien/Pressemitteilungen/2014/windmessu...

Uwe Krengel | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Jade Hochschule entwickelt alternative Steuerungselemente für die Automobil- und Luftfahrtbranche
27.03.2020 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Sensoren aus dem 3D-Drucker könnten Atemtest für Diabetes ermöglichen
26.03.2020 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hannoveraner Physiker entwickelt neue Photonenquelle für abhörsichere Kommunikation

Ein internationales Team unter Beteiligung von Prof. Dr. Michael Kues vom Exzellenzcluster PhoenixD der Leibniz Universität Hannover hat eine neue Methode zur Erzeugung quantenverschränkter Photonen in einem zuvor nicht zugänglichen Spektralbereich des Lichts entwickelt. Die Entdeckung kann die Verschlüsselung von satellitengestützter Kommunikation künftig viel sicherer machen.

Ein 15-köpfiges Forscherteam aus Großbritannien, Deutschland und Japan hat eine neue Methode zur Erzeugung und zum Nachweis quantenverstärkter Photonen bei...

Im Focus: Physicist from Hannover Develops New Photon Source for Tap-proof Communication

An international team with the participation of Prof. Dr. Michael Kues from the Cluster of Excellence PhoenixD at Leibniz University Hannover has developed a new method for generating quantum-entangled photons in a spectral range of light that was previously inaccessible. The discovery can make the encryption of satellite-based communications much more secure in the future.

A 15-member research team from the UK, Germany and Japan has developed a new method for generating and detecting quantum-entangled photons at a wavelength of...

Im Focus: Nachwuchswissenschaftler der Universität Rostock erfinden einen Trichter für Lichtteilchen

Physiker der Arbeitsgruppe von Professor Alexander Szameit an der Universität Rostock ist es in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Universität Würzburg gelungen, einen „Trichter für Licht“ zu entwickeln, der bisher nicht geahnte Möglichkeiten zur Entwicklung von hypersensiblen Sensoren und neuen Technologien in der Informations- und Kommunikationstechnologie eröffnet. Die Forschungsergebnisse wurden jüngst im renommierten Fachblatt Science veröffentlicht.

Der Rostocker Physikprofessor Alexander Szameit befasst sich seit seinem Studium mit den quantenoptischen Eigenschaften von Licht und seiner Wechselwirkung mit...

Im Focus: Junior scientists at the University of Rostock invent a funnel for light

Together with their colleagues from the University of Würzburg, physicists from the group of Professor Alexander Szameit at the University of Rostock have devised a “funnel” for photons. Their discovery was recently published in the renowned journal Science and holds great promise for novel ultra-sensitive detectors as well as innovative applications in telecommunications and information processing.

The quantum-optical properties of light and its interaction with matter has fascinated the Rostock professor Alexander Szameit since College.

Im Focus: Künstliche Intelligenz findet das optimale Werkstoffrezept

Die möglichen Eigenschaften nanostrukturierter Schichten sind zahllos – wie aber ohne langes Experimentieren die optimale finden? Ein Team der Materialforschung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat eine Abkürzung ausprobiert: Mit einem Machine-Learning-Algorithmus konnten die Forscher die strukturellen Eigenschaften einer solchen Schicht zuverlässig vorhersagen. Sie berichten in der neuen Fachzeitschrift „Communications Materials“ vom 26. März 2020.

Porös oder dicht, Säulen oder Fasern

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

Wichtigste internationale Konferenz zu Learning Analytics findet statt – komplett online

23.03.2020 | Veranstaltungen

UN World Water Day 22 March: Water and climate change - How cities and their inhabitants can counter the consequences

17.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Hannoveraner Physiker entwickelt neue Photonenquelle für abhörsichere Kommunikation

30.03.2020 | Physik Astronomie

Brillen-Flora: das Miniversum vor der Nase

30.03.2020 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialien: Strahlendes Weiß ohne Pigmente

30.03.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics