Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Windenergie könnte globalen Energiebedarf decken

11.09.2012
Bei aktuellem Weltverbrauch kein großer Klima-Einfluss zu befürchten

Im Wind steckt mehr als genug Energie für die ganze Welt. Aus geophysikalischer Sicht wäre es möglich, allein aus bondennahen Winden über 400 Terawatt (TW) Leistung zu ziehen, so das Ergebnis einer Modellstudie von Forschern der Carnegie Institution und des Lawrence Livermore National Laboratory.

Insgesamt 1.800 TW möglich

Die Experten kommen zu dem Schluss, dass mit einer zusätzlichen Berücksichtigung der Höhenwinde über 1.800 TW möglich wären - also gut das Hundertfache des aktuellen weltweiten Energiebedarfs, der rund 18 TW beträgt. Der heutige Bedarf könnte demnach rein aus Windenergie gedeckt werden, ohne dass die nötigen Turbinen einen nennenswerten Einfluss auf das Klima hätten.

Bei der in Nature Climate Change veröffentlichten Studie ging es den Wissenschaftlern um die Frage, wie viel Windenergie die Erdatmosphäre hergeben könnte - einen geophysikalischen Grenzwert also. Dazu bildete das Team in einem klimatischen Modell ab, dass mehr Windturbinen praktisch einen immer größeren Luftwiderstand bedeuten.

Wird dieser Widerstand zu groß, sinken die Windgeschwindigkeiten so stark, dass auch zusätzliche Turbinen nicht mehr Energie gewinnen können. Dabei hat das Team rein bodennahe Windenergiegewinnung mit gängigen Turbinen ebenso untersucht wie den Fall, dass auch Energie aus Höhenwinden gewonnen wird - immerhin wird an fliegenden Windturbinen schon gearbeitet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/111013025/ ).

Überlegenswerte Alternative

Die Modellanalysen haben ergeben, dass theoretisch über 1.873 TW verwertbare Windenergie in der gesamten Atmosphäre stecken und allein aus bodennahen Winden immer noch mehr als 428 TW zu gewinnen wären. Allerdings bliebe das nicht ohne Folgen. Zwar würde sich die weltweite Durchschnittstemperatur nur unmerklich ändern, für einzelne geografische Breiten käme es aber zu Verschiebungen im Gradbereich. Außerdem würden sich die mittleren Niederschlagsmengen in diesen Zonen um etwa zehn Prozent ändern.

Praxisrelevanter ist die Frage, ob sich der aktuelle globale Energiebedarf allein durch Windenergie sinnvoll decken ließe. Die Modellrechnung legt nahe, dass weltweit gleichmäßig verteilte Windturbinen die dazu nötigen 18 TW Leistung liefern könnten, ohne das Klima gröber zu beeinflussen. Zonale Temperaturänderungen lägen demnach im Bereich von nur 0,1 Grad, auch die Niederschlagsmengen würden nur um etwa ein Prozent schwanken.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.carnegiescience.edu
http://www.llnl.gov

Weitere Berichte zu: Energiebedarf Niederschlagsmenge Turbine Windenergie Windturbine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gleichstrom für die Fabrik der Zukunft
06.12.2019 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus
05.12.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vulkan „F“ ist der Ursprung der schwimmenden Steine

09.12.2019 | Geowissenschaften

Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Luftverschmutzung: IASS legt erstes Emissionsinventar für Nepal vor

09.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics