Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wartungsfreier Korrosionsschutz für Offshore- Windenergieanlagen

27.06.2012
Fraunhofer IWES erforscht Anti-Korrosions-Technologie an Tragstrukturen

Im Projekt KOWIND (Korrosionsschutz für Offshore-Windenergieanlagen) arbeitet das Fraunhofer IWES gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft an einer Dickschichtumhüllung, mit deren Hilfe die Lebensdauer von Tragstrukturen erhöht und die Kosten für Fertigung und Wartung der Stahlkonstruktionen reduziert werden können.

Offshore-Windenergieanlagen sind einer rauen Witterung ausgesetzt. Wind, Wellen und UV-Strahlung beanspruchen die Anlagen stark, und die durch Salzwasser verursachte Korrosion greift stahlbauliche Konstruktionselemente wie Rohre

und Verbindungsknoten an, was die Standsicherheit von Tragstrukturen gefährden kann. Bisher ist die für Offshore-Turbinen verwendete Korrosionsbeschichtung nicht für die gesamte Lebensdauer der Anlage von 20 bis 25 Jahren ausgelegt.

„Insbesondere beim Transport der Anlagen kann es durch hierbei auftretende mechanische Lasten zu Beschädigungen des Korrosionsschutzes kommen, sodass eine Nachbeschichtung vor Ort erforderlich ist“, erklärt Dr. Hanno Schnars, KOWIND-Projektleiter am IWES. Diese nachträglichen Wartungsarbeiten sind jedoch aufwändig und kostspielig, da sie auf dem Meer stattfinden müssen. „Darüber hinaus nehmen konventionelle Beschichtungsverfahren auf Basis von Epoxidharzen viel Zeit in Anspruch, da der Schutz in mehreren Schichten aufgetragen wird, die zwischendurch aushärten müssen“, erläutert Schnars.

Künftig sollen Rohre und Anbauteile von Gründungen mit einer thermoplastischen Schutzschicht umhüllt werden, die einen möglichst wartungsfreien Korrosionsschutz über 25 Jahre gewährleistet. Die Offshore-Experten des Fraunhofer

IWES überprüfen die Leistungsfähigkeit des neuen Anti-Korrosions-Systems und führen Belastungstests an Feldversuchsständen durch.

Zu diesem Zweck wird ein Demonstrator mit dem neuartigen Korrosionsschutz beschichtet und anschließend Robustheits- und Ermüdungstests unterzogen, um Schädigungs- und Versagensmechanismen nachzuvollziehen. Hieraus lassen sich Erkenntnisse über die optimale Materialzusammensetzung und Bauteilauslegung der Tragstrukturen sowie über die Anforderungen an Wartung und Inspektion gewinnen. Ziele von KOWIND sind deutlich verlängerte Prüfintervalle, eine kostengünstigere Fertigung der Gründungsstrukturen sowie reduzierte Betriebskosten durch geringeren Wartungsaufwand.

KOWIND startete im Mai und ist auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt. Projektpartner des Fraunhofer IWES sind die Chemieunternehmen Evonik und TIB Chemicals, der Rohrhersteller Salzgitter Mannesmann Line Pipe, der Gründungsstruktur-Hersteller Weserwind, das Planungsbüro Prof. Bellmer, das Forschungsinstitut IFINKOR sowie die Universität Duisburg-Essen, die jeweils Teilprojekte bearbeiten. Auf diese Weise wird die gesamte Wertschöpfungskette der Gründungsstruktur einbezogen, sodass eine ganzheitliche Entwicklung der Korrosionsschutztechnologie erreicht werden kann.

Kontakt:
Dr. Hanno Schnars
Gruppenleiter Monitoring und Korrosion
Tel. 0471/142-318
hanno.schnars@iwes.fraunhofer.de

Britta Rollert | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iwes.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht KIT erprobt Sektorenkopplung im Reallabor
15.04.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Projektstart: Scale-up und Formgebung von Katalysatoren für Brennstoffzellen
12.04.2019 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Im Focus: Quantum simulation more stable than expected

A localization phenomenon boosts the accuracy of solving quantum many-body problems with quantum computers which are otherwise challenging for conventional computers. This brings such digital quantum simulation within reach on quantum devices available today.

Quantum computers promise to solve certain computational problems exponentially faster than any classical machine. “A particularly promising application is the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Kühlen nach Art der Pflanzen

18.04.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics