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VDE/ZVEI: EU-Technologiestrategie muss Mikroelektronik stärken

28.09.2010
- VDE/ZVEI-Symposium zur Zukunft der Mikroelektronik in Europa
- VDE/ZVEI-Experten-Panel beklagt Fördersituation und Fachkräftemangel
- Branche hofft auf gesamteuropäische Forschungs- und Industriestrategie

Der weltweite Mikroelektronikmarkt ist im Umbruch, und der Mikroelektronik-Standort Deutschland steht am Scheideweg. Europa – und damit auch Deutschland als „Mikroelektronik-Europameister" – hat das Potential, den Industriestandort in der gegenwärtigen Umbruchsphase mit intelligenten Verbindungen aus Technologie und Produkt sowie mit neuen Geschäftsmodellen im internationalen Wettbewerb zu stärken.

Um diese Chancen zu nutzen, muss aus Sicht von VDE und ZVEI jedoch eine gesamteuropäische Industriestrategie auf den Weg gebracht werden. Erste gute Ansätze dazu sind mit der „Key Enabling Technology“-Initiative der EU-Kommission vorhanden. Die Mikroelektronik sollte nun im Rahmen einer europäischen Technologiepolitik als starker Innovationsmotor für technologieintensive Leittechnologien und -märkte der Zukunft wie Elektromobilität, Energieeffizienz, Medizintechnik und Smart Grids konsequent und effizient gefördert werden.

Ein Abwandern der Chip-Fertigung und des Chip-Designs aus Deutschland würde sich negativ auf die mikroelektronische Forschung sowie die industriellen Anwenderbranchen auswirken und die Abhängigkeit von hoch subventionierten Standorten außerhalb Europas verstärken. Die nationalen Infrastruktur- und Forschungsbudgets in Europa sind für sich genommen zu klein, um eine stabile und zukunftsfähige Kompetenzplattform für die Mikroelektronik zu schaffen. Um so dringlicher ist die Entwicklung einer gemeinsamen, arbeitsteilig angelegten und gut koordinierten europäischen Forschungsstrategie. Dies geht auch aus dem VDE/ZVEI-Expertenpanel Mikroelektronik 2010 hervor, einer Umfrage unter Führungskräften aus Unternehmen und Forschungsinstituten in der Mikroelektronik. Beklagt werden hier neben Schwachpunkten in der Förderung insbesondere der Fachkräftemangel und Finanzierungsengpässe sowie die hohe Steuer- und Abgabenlast und bürokratische Barrieren.

Über die Position, Potentiale und Perspektiven des Mikroelektronik-Standortes Deutschland und Europa, über Markt- und Techniktrends sowie über Konturen einer europäischen Technologiestrategie mit einer starken Mikroelektronik diskutieren Experten und Führungskräfte aus Industrie, Forschung und Politik im Rahmen des VDE/ZVEI-Symposiums Mikroelektronik am 27. und 28. September 2010 in Berlin.

Über den VDE:
Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) ist mit 35.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierende, 4.000 Young Professionals) und 1.000 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte. Das VDE-Zeichen, das 60 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikro- und Nanotechnik sowie Automation.
Über den ZVEI:
Der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. vertritt die gemeinsamen Interessen der Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Deutschland und auf internationaler Ebene. Er ist Schrittmacher des technischen Fortschritts mit Vorschlägen zur Forschungs-, Technologie-, Umweltschutz-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik. Er unterstützt eine marktbezogene internationale Normungs- und Standardisierungsarbeit. 1.600 Unternehmen haben sich für die Mitgliedschaft im ZVEI entschieden. Mit 150 Mitarbeitern des ZVEI im Hauptamt arbeiten jährlich über 5.000 Angehörige der Mitgliedsunternehmen in Gremien zusammen.

Der ZVEI repräsentiert mit seinen 26 Fachverbänden und korporativen Mitgliedern eine Branche mit 145 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2009 und mehr als 800.000 Beschäftigten. Mit den noch einmal 670.000 Mitarbeitern außerhalb Deutschlands ist die Wertschöpfung stark global vernetzt. Etwa 40 Prozent des Umsatzes entfallen auf neuartige Produkte und Systeme. Jede dritte Innovation des Verarbeitenden Gewerbes basiert auf Anstößen der Elektroindustrie. Sie bringt ein Fünftel der gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft auf.

Pressekontakt VDE:
Melanie Mora, Telefon: 069 6308-461, melanie.mora@vde.com
Pressekontakt ZVEI:
Andreas Abs, Telefon: 030 30 69 60-15, abs@zvei.org

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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