Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testanlage für automatisierte Batterieproduktion

05.05.2014

Siemens unterstützt die Entwicklung effizienter Fertigungsprozesse für großformatige Batterien mit Automatisierungstechnik: Am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) entsteht eine Forschungs-Produktions­anlage.

Ab 2015 sollen dort Industrieunternehmen seriennahe Herstellungsverfahren und neue Materialien für Lithium-Ionen-Akkus entwickeln. Ihr Ziel ist, die Qualität der Batterien zu erhöhen und die Kosten zu senken.

Siemens rüstet die Anlage mit einem SCADA-System zur Verarbeitung der Fertigungsdaten aus und ermöglicht so unter anderem eine schnelle Auswertung von Produktionstests. Lithium-Ionen-Batterien sind ein Schlüssel für die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen oder für den Ausbau der Elektromobilität.

In Europa sind bislang nur wenige Fertigungskapazitäten für solche Akkus vorhanden.  Die Produktion von Lithium-Ionen Zellen umfasst grob drei Schritte: Die Herstellung der Elektroden, gefolgt von der Montage des Gehäuses sowie Aktivierung, Testen und Verpackung der fertigen Zelle.

Schon die Elektro­denproduktion ist komplex: Aus Carbonpulver wird eine Paste für die Anode gemischt, aus Lithium und Metalloxiden entsteht das Kathoden­material. Die Pasten werden - konti­nuierlich oder in Mustern - auf eine Metallfolie aufgebracht. Nur wenige Zehntel Millimeter beträgt die Beschichtungsdicke und sie muss auf ein bis zwei Tausendstel Millimeter genau eingehalten werden. Dabei laufen die Folien mit bis zu 50 Meter pro Minute durch die Anlage. Die fertigen Elektrodenfolien werden geschnitten, aufgewickelt und im Gehäuse montiert.

Danach werden die Zellen mit Elektrolyt befüllt und verschlossen.  Siemens verfügt über große Erfahrung zu Antriebs- und Automatisierungstechnologien für hochpräzise Fertigungsprozesse. Forscher der globalen Forschung Corporate Technology und Experten des Sektors Industry haben alle Prozesse der Batterieherstellung analysiert und ein Lösungsportfolio zusammengestellt. Es reicht von den Antrieben und Steuerungen für einzelne Produktionsmaschinen über die Kommunikationstechnik bis hin zur Anlagenleitstelle.

Dazu gehören auch SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition)-Systeme, die alle Fertigungsdaten in Echtzeit bereitstellen.  Eine Forschungs-Produktionslinie profitiert davon besonders, denn die Ergebnisse - beispielsweise Qualitätsdaten für verschiedene Herstellungs- oder Materialvarianten - liegen unmittelbar vor. Siemens wird mit seiner Fertigungsplanungs-Soft­ware Tecnomatix ein virtuelles Modell der Anlage erstellen und so ihre Effizienz bereits vor dem Bau optimieren. 

Energiespeicher sind für Deutschland eine wichtige Zukunftstechnologie - sowohl für die Automobilindustrie als auch für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Die neue Anlage richtet sich genau an diese Märkte und soll pro Tag 300 prismatische Lithiumzellen mit einer Kapazität von mehr als 20 Amperestunden im industriellen Standard herstellen. Zur Errichtung der Forschungs-Produktionsanlage haben Siemens und das ZSW eine Partnerschaft unterzeichnet. (2014.05.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur
11.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

nachricht TU Ilmenau nimmt deutschlandweit einzigartigen Echtzeit-Simulator für Energiesysteme in Betrieb
10.10.2019 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuer Werkstoff für den Bootsbau

Um die Entwicklung eines Leichtbaukonzepts für Sportboote und Yachten geht es in einem Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen. Prof. Dr. Stephan Marzi vom Gießener Institut für Mechanik und Materialforschung arbeitet dabei mit dem Bootsbauer Krake Catamarane aus dem thüringischen Apolda zusammen. Internationale Kooperationspartner sind Prof. Anders Biel von der schwedischen Universität Karlstad und die Firma Lamera aus Göteborg. Den Projektbeitrag der THM fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand mit 190.000 Euro.

Im modernen Bootsbau verwenden die Hersteller als Grundmaterial vorwiegend Duroplasten wie zum Beispiel glasfaserverstärkten Kunststoff. Das Material ist...

Im Focus: Novel Material for Shipbuilding

A new research project at the TH Mittelhessen focusses on the development of a novel light weight design concept for leisure boats and yachts. Professor Stephan Marzi from the THM Institute of Mechanics and Materials collaborates with Krake Catamarane, which is a shipyard located in Apolda, Thuringia.

The project is set up in an international cooperation with Professor Anders Biel from Karlstad University in Sweden and the Swedish company Lamera from...

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2019

14.10.2019 | Veranstaltungen

10. Weltkonferenz der Ecosystem Services Partnership an der Leibniz Universität Hannover

14.10.2019 | Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Technologiemodul senkt Ausschussrate von Mikrolinsen auf ein Minimum

14.10.2019 | Informationstechnologie

Diagnostik für alle

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bayreuther Forscher entdecken stabiles hochenergetisches Material

14.10.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics