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Das Stromnetz der Verbraucher: Consumer Pool - eine neue Geschäftsidee eines Passauer Studenten

20.04.2011
Nach Fukushima und in Zeiten der Energiewende kommt langsam Bewegung in den Markt der Energieversorgung. Mit „Consumer Pool“ hat der Passauer Student Julius Kuhn-Regnier eine Geschäftsidee, mit der sich Verbraucher zusammenschließen, um ihre Interessen beim Einkauf von Strom und Gas besser durchzusetzen.

Gemeinsam sind wir stark – das gilt insbesondere für Konsumenten. Im Schwarm haben sie Macht. Sie brauchen lediglich einen Impuls, um sich in Bewegung zu setzen. Julius Kuhn-Regnier ist ein solcher Anstupser. Für viele Menschen aus seiner Verwandtschaft und dem Freundeskreis hat der Passauer BWL-Student bereits den Tarif für Strom und Gas gewechselt – um Geld zu sparen oder einen ökologischen Energiemix sicher zu stellen.

„Die Marktverhältnisse sind eigentlich für den Kunden vorteilhaft – er trägt kein Risiko, dass er bei einem Wechsel kurzfristig ohne Energieversorgung dasteht. Und trotzdem zögern viele Leute, ihren Anbieter zu kündigen“, erklärt Kuhn-Regnier. Sie fühlen sich überfordert von der Angebotsfülle, wollen nicht zuviel Zeit opfern und haben ihre Kosten nicht im Blick.

Diesen Unentschlossenen wollen es Kuhn-Regnier und sein Kompagnon Paul Müller mit consumerpool.de nun ganz leicht machen. Im April ging die Seite an den Start und will Interessenten zu einer Gemeinschaft zusammenschließen, um die Energieversorger mit attraktiven Angeboten werben können. Für die Anbieter lohnt sich das, weil sie auf einen Schlag viele Kunden erhalten, die sie einzeln nur mit hohen Marketingkosten an sich binden könnten. Die Verbraucher wiederum delegieren die Suche nach dem besten Anbieter an Kuhn-Regnier und Müller. Sie prüfen die Verträge und AGB auf ungünstige Klauseln wie Boni, die erst nach langen Laufzeiten ausgezahlt werden, und umschiffen unseriöse Anbieter. Wer sich etwa für einen günstigen Ökostrom-Anbieter eingetragen hat, für den testen die beiden potenzielle Anbieter auf Herz und Nieren. „Manche Versorger kaufen sich für ihre Öko-Tarife einfach ein Wasserwerk im Ausland. Das ist dann auch Öko-Strom, aber natürlich nicht so nachhaltig wie ein Anbieter, der einen Teil des höheren Öko-Tarifs in den Ausbau von regenerativen Energien investiert“, erklärt Kuhn-Regnier. „Langfristig wollen wir Consumer Pool nach diesem Prinzip zu einer sozialen Gemeinschaft entwickeln, in der Verbraucher ihre Vorstellungen am Markt besser durchsetzen können wie als Einzelpersonen. Und gerade jetzt – nach den Ereignissen in Fukushima – suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, selbst einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.“

Haben sich genug Menschen zusammengeschlossen, fragt Consumer Pool bei Versorgern an. Diese können in einer Auktion um das günstigste Angebot wetteifern. Kommt das Geschäft zustande, erhalten die Vermittler eine Provision. Für den Kunden ist das gesamte Verfahren kostenfrei. „Weil das Verfahren für beide Seiten Vorteile hat, sind wir auch überzeugt, dass das Konzept tragfähig ist.“ In dieser Einschätzung bestärkten Kuhn-Regnier auch Gespräche mit Strompool Probstei, dem bisher einzigen Anbieter in Deutschland, der mit einem ähnlichen – auf Schleswig-Holstein beschränkten – Konzept Erfahrung gesammelt hat.

Auch die bisher vier Semester in Passau haben Kuhn-Regnier bestärkt, seine Idee zur Marktreife zu bringen und nun weiterzuverfolgen. „Ich schätze an der Universität Passau die Freiheit, die Zeit für unsere universitären Verpflichtungen selbst einteilen zu können. So konnte ich flexibel der Gründung nachgehen. Fachlich helfen Seminare wie die Vorlesung zum Gründungsmanagement, viele weitere Studienangebote und engagierte Dozenten, die Feedback zur Idee und dem Businessplan geben, natürlich sehr. Man geht dann einfach professioneller an die Geschichte ran und ist sich auch der Verpflichtungen bewusst, die ein Unternehmen mit sich bringt.“

Steffen Becker | idw
Weitere Informationen:
http://www.consumerpool.de

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