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Siemens bringt britischen Offshore-Windpark Lincs ans Netz

28.06.2010
Auftragswert über 101 Mio. GBP

Siemens hat den Auftrag zur Netzanbindung des britischen Offshore-Windparks Lincs erhalten. Das Ordervolumen beläuft sich auf 101 Mio. GBP (rund 120 Mio. EUR), Auftraggeber ist die britische Lincs Wind Farm Ltd. Im Dezember hatte Siemens Energy bereits einen Auftrag zur Lieferung von 75 seiner bisher leistungsstärksten Windenergieanlagen mit jeweils 3,6 Megawatt (MW) für den Windpark Lincs erhalten.

Der Bau des Windparks soll im Spätsommer dieses Jahres beginnen; 2012 soll der erste Strom fließen. Lincs kann etwa 200.000 britische Haushalte mit umweltfreundlicher elektrischer Energie versorgen und merklich zu einer Reduktion der Kohlendioxidemissionen beitragen.

Der Windpark mit einer Leistung von bis zu 270 MW wird acht Kilometer vor der Ostküste des Vereinigten Königreichs auf der Höhe der Stadt Skegness in Lincolnshire entstehen. Zum Anschluss des Windparks ans Stromversorgungsnetz liefert Siemens eine Offshore-Umspannplattform, die direkt am Windpark errichtet wird. Diese Umspannstation im Meer bündelt die Energie der Windenergieanlagen des Windparks, bevor diese via Hochspannungsseekabel an die Küste transportiert wird. Auf der Umspannstation befinden sich zwei 240-MVA-Transformatoren sowie 132-kV- und 33-kV-Schaltanlagen. Darüber hinaus wird auf der Plattform die nötige Schutz- und Leittechnik installiert.

Die Transformatoren auf der Umspannplattform bringen die Spannung der Windturbinen, die 33 Kilovolt (kV) beträgt, auf eine Übertragungsspannung von 132 kV. Hochspannungsseekabel übernehmen den Stromtransport zum Netzeinspeisepunkt, der sich an der 400-kV-Schaltanlage Walpole nahe King’s Lynn befindet. Neben der Offshore-Station wird dort ein Umspannwerk mit zwei 300-MVA-Leistungstransformatoren (400/132/13,9 kV), zwei Filtern sowie einer 132-kV- und einer 400-kV-Schaltanlage und eine Blindleistungskompensationsanlage der Größe 120 MVAr gebaut, um die Anforderungen des britischen Stromversorgungsnetzes an die Qualität der eingespeisten elektrischen Energie (Grid Code) zu erfüllen.

„Wir haben nicht nur die notwendige Technik und das Know-how, sondern auch viel Erfahrung mit dem Netzanschluss von Offshore-Windparks. Unsere Expertise beim Netzanschluss auf See gründet auf einer Vielzahl internationaler Projekte – darunter viele im Vereinigten Königreich, das ein starkes Wachstum im Bereich der Erneuerbaren Energie aufweist. Siemens hat drei Viertel der britischen Offshore-Windparks ans Netz angebunden und sich damit die führende Position beim Netzanschluss erarbeitet. Unsere derzeitigen Projekte stehen für 2,2 Gigawatt Erzeugungsleistung, womit Energie für Haushalte und Industriebetriebe quer durch das Vereinigte Königreich geliefert wird“, sagte Udo Niehage, CEO der Division Power Transmission im Siemens-Sektor Energy.

Siemens setzt beim Anschluss von Lincs sein neues SVC-Plus-System ein. Es arbeitet mit innovativer Voltage-Sourced-Converter-Technik (VSC) und ist mit Hilfe von Hochleistungstransistoren (IGBT) stufenlos regelbar. Herzstück von SVC Plus, einem weiterentwickelten Statcom (Static synchronous compensator), ist seine modulare Multilevel-Stromrichtertechnik. Im Gegensatz zu anderen selbstgeführten Stromrichter-Topologien ist die von SVC Plus erzeugte Spannungsform aufgrund der Multilevel-Technik nahezu sinusförmig. Hierdurch können die bei bisherigen Lösungen notwendigen niederfrequenten harmonischen Filter entfallen, und der Platzbedarf für die Gesamtanlage wird deutlich reduziert.

Siemens wird darüber hinaus die für die Netzanbindung nötigen Auslegungsstudien für alle elektrischen Komponenten des Windparks sowie die Netzstudien für den Nachweis der Einhaltung der Netzanschlussbedingungen erstellen.

Die energieeffiziente Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromversorgungsnetz ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,8 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 30 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,3 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2009 über 85.100 Mitarbeiter.

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Torsten Wolf | Siemens Energy
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