Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offizieller Startschuß für Forschungsverbund Windenergie

01.02.2013
Ein einmaliges Bündnis für die deutsche Windenergie-Forschung wurde gestern in Berlin offiziell geschlossen – der Forschungsverbund Windenergie.

Vertreter der drei Partner Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ForWind - Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. Das gebündelte Know-how von mehr als 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird wegweisende Impulse für eine Erneuerbare-Energien-Zukunft auf Basis von On- und Offshore-Windenergie geben.

Der Forschungsverbund ist durch seine personelle Stärke und die Vernetzung von Kompetenzen in der Lage, langfristige und strategisch wichtige Großprojekte erfolgreich zu bearbeiten. Zur Bearbeitung innovativer Fragestellungen steht eine Forschungsinfrastruktur mit Testzentren und Laboren zur Verfügung, die weltweit Maßstäbe setzen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier begrüßt die Gründung des Forschungsverbundes: „Ein koordiniert auftretender Ver-bund für die Windenergieforschung stärkt die Unternehmen in Deutschland und trägt zur Sicherung ihrer Zukunft bei. Für das Gelingen der Energiewende brauchen wir effiziente und zuverlässige Windenergieanlagen, an denen der Forschungsverbund arbeitet“.

Das gemeinschaftliche Auftreten im Forschungsverbund besitzt internationale Ausstrahlungskraft und erschließt Synergien für anstehende Großprojekte in der Windindustrie. Für die zunehmende Professionalisierung der Branche und den Erhalt der Technologieführerschaft sind Antworten für technologisch anspruchsvolle Fragestellungen akut gefragt. Die inhaltliche Zu-sammenarbeit der Partner startet direkt in dem BMU-geförderten Projekt „Smart Blades – Entwicklung und Konstruktion intelligenter Rotorblätter“ mit einem Projektvolumen von 12 Mio. Euro und einer Laufzeit von 39 Monaten.

Gemeinsame Forschung an intelligenten Rotorblättern

Die Forscher erwarten von Smart Blade Technologien, dass die eintretende Lastminderung an den Rotorblättern ein aerodynamisch optimiertes und leichteres Design von Windenergieanlagen ermöglicht. Durch Designänderungen ließen sich Material- und Logistikkosten reduzieren und die Lebensdauer der Anlage erhöhen.

Rotorblatthinterkanten, die sich in Ihrer Form verändern können, und Klappen, die bei Bedarf den Wind umlenken - sehr große Rotorblätter, die mit solchen Mechanismen ausgestattet sind, können gezielt Böen ausregeln und Leistungsschwankungen verringern.

Dadurch kann die Schadensanfälligkeit reduziert und eine längere Lebensdauer erreicht werden. Solche aktiven Technologien werden in der Luftfahrt bereits erprobt und sollen nun auch in der Windenergie Anwendung finden.

Weht der Wind zu stark, werden derzeit Rotorblätter in voller Länge aus dem Wind gedreht. Inzwischen überstreichen die neuen, bis zu 85 Meter langen Blätter bei jeder Umdrehung eine Fläche, die mehreren Fußballfeldern entspricht. Die Böigkeit des Windes führt aber zu sehr unterschiedlichen Windverhältnissen innerhalb dieser großen Fläche, so dass ein pauschales – und auch relativ langsames – Verstellen des gesamten Rotorblattes dies nicht berücksichtigen kann. Daher soll nun durch bewegliche Vorflügel, Hinterkanten und andere Systeme die lokale Strömung genauer und schneller beeinflusst werden.

Große Herausforderungen in der Windenergiebranche

Anlagenbauer scheuen bislang die Entwicklung und den Einsatz von Smart Blades. Die große Herausforderung wird sein, dass die Rotorblätter durch die aktiven Mechanismen nicht fehleranfälliger, schwerer und wartungsintensiver werden dürfen und sich die Gestehungskosten nicht erhöhen. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, die Machbarkeit, die Effizienz und die Zuverlässigkeit von Smart Blades unter Beweis zu stellen.

Das Kick-Off für dieses erste große Verbund-Projekt ist der Startpunkt für die Entwurfsarbeiten für Rotorblätter mit einer „passiven“ und zwei alternativen „aktiven“ Technologien.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

DLR
Dorothee Bürkle, Kommunikation DLR
T: +49 2203 601 3492
E: dorothee.buerkle@dlr.de
ForWind
Dr. Stephan Barth - Geschäftsführer
T: +49 441 798 5091
E: stephan.barth@forwind.de
Fraunhofer IWES
Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter - Geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer IWES Nordwest
T: +49 471 14290-200
E: andreas.reuter@iwes.fraunhofer.de

Uwe Krengel | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/
http://www.forwind.de/
http://www.iwes.fraunhofer.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen

19.07.2018 | Studien Analysen

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics