Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Energieeffizienz in Großwäschereien - Fraunhofer IFF und DTV entwickeln gemeinsam Lösungen

27.06.2014

Die industrielle Wäscherei ist eine Branche mit großem Potenzial für Energieeinsparungen. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) holt sich darum die Unterstützung des Fraunhofer IFF in Magdeburg.

Gemeinsam mit den Forschern wollen die Großwäschereien daran arbeiten, den Energieverbrauch zu senken und ihre Prozesse zu verbessern. Automatisierungslösungen, wie der Einsatz von Robotern und neuester RFID-Technologien, sollen eine besondere Rolle spielen.


Großwäscherei. Die Arbeit ist sehr anstrengend und der Energieverbrauch der Unternehmen hoch. Zusammen mit dem Fraunhofer IFF wollen die Wäschereien nun Lösungen für effizientere Prozesse entwickeln.

(c) Dirk Mahler / Fraunhofer IFF

Eine Großwäscherei lässt sich nicht mit dem heimischen Reinigen der Familienkleidung vergleichen. Die Textilienberge, die eine Wäscherei täglich vom Schmutz befreit, sind gigantisch. 20 bis 50 Tonnen Wäsche schleust so ein Betrieb locker durch seine Waschstraßen – pro Tag. Große Betriebe schaffen dabei 50.000 bis 100.000 Wäschestücke. Ebenso gigantisch ist auch der Energieverbrauch.

Institut für Fabrikbetrieb und Wissenschaftstage in Magdeburg eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

»In der Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IFF sehen wir die Chance, mit versierter wissenschaftlicher Unterstützung fachliche Zukunftsfragen für die Betriebe anzugehen«, sagt Joachim Krause, Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Umweltschutz im DTV. »Ganz wichtige Aspekte sind dabei der Automatisierungsgrad und die Logistik und die damit verbundenen Verbesserungsmöglichkeiten bei den energetischen Prozessen. Wir können durch technische Veränderungen in Prozessabläufen die Ressourcen- und Energieeffizienz unter die Lupe nehmen und steigern. Hierzu wollen wir gemeinsam forschen und die Prozesse sowie Technologien weiterentwickeln.«

RFID und Automatisierung sollen für Entlastung und mehr Effizienz sorgen

Das Fraunhofer IFF ist unter anderem auf die Planung energie- und ressourceneffizienter Produktionsmethoden spezialisiert. Institutsleiter Professor Michael Schenk betont die Rolle seines Instituts als Forschungs- und Entwicklungspartner für die Branche, die vor allem durch klein- und mittelständische Strukturen geprägt ist.

»Unser gemeinsames Ziel ist es, neue Wege zu finden, mit denen sich die wachsenden technologischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen für die kleinen und mittleren Unternehmen bewältigen lassen. Uns kommt dabei zu Gute, dass wir Lösungen für die Erhöhung der Ressourcen- und Energieeffizienz, die wir bereits erfolgreich für andere Branchen entwickelt haben, transferieren können. Mit der Integration von technischen Innovationen wird die Wäschereibranche auch weiterhin wettbewerbsfähig sein.«

Einer der Schwerpunkte der Zusammenarbeit ist der ganzheitliche Einsatz von RFID-Technologien im Flachwäschebereich, wie Hotel- und Krankenhaustextilien. Mit Hilfe der RFID-Chips in den Wäschestücken lassen sich die komplexen Prozesse in den Wäschereien über bessere Steuerungsmöglichkeiten deutlich optimieren. Zudem steigt die Transparenz der Abläufe auch gegenüber den Auftraggebern. Mögliche Verluste an Wäschestücken, wie es heute schon noch vorkommt, sollen damit bald der Vergangenheit angehören.

Ein weiteres Thema ist die Erhöhung der Automatisierung. Während z.B. schmutzige Krankenhauswäsche gar nicht manuell bearbeitet werden darf, wird die letztlich saubere Wäsche momentan noch per Hand sortiert. Erkrankte Mitarbeiter könnten diese aber möglicherweise gleich wieder infizieren. Hinzu kommt die große körperliche Belastung der anstrengenden Tätigkeit, für die sich nur noch schwer Mitarbeiter finden lassen. Serviceroboter, die dank der RFID-Technologie die einzelnen Wäschestücke fehlerfrei identifizieren können, sollen hier in Zukunft Entlastung bringen.

Industrie 4.0 für Großwäschereien

Zunächst wollen die Fraunhofer-Forscher die Mitgliedsunternehmen des DTV bei der Einführung von RFID-Technologien unterstützen. Beim Anpassen der Technik an die besonderen Gegebenheiten in Wäschereien waren sie in der Vergangenheit bereits sehr erfolgreich. Schon seit 2011 arbeitet das Fraunhofer IFF auf diesem Gebiet eng mit dem deutschen Laundry Innovation Network zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit resultiert auch die nun erfolgte Kooperation mit dem DTV.

Neben dem Technologietransfer steht die Beratung der Unternehmen mit Blick auf die Optimierung ihrer energetischen Prozesse im Mittelpunkt. Für die mittlere Zukunft, so Professor Schenk, sei sogar die Chance für die Umsetzung einer »Industrie 4.0« in der Wäschereibranche sehr realistisch. Mit der unternehmensweiten Einführung von RFID-Technologien und dem Einsatz von Servicerobotern sei man nicht mehr weit von einer selbststeuernden und selbstüberwachenden Prozesskette entfernt. Die Möglichkeiten für weitgehende Energieeinsparungen und noch höhere Flexibilität würden damit noch mehr wachsen.

Deutscher Textilreinigungs-Verband e.V. (DTV)
Der Deutsche Textilreinigungs-Verband e.V. (DTV) vertritt ca. 1.300 Mitgliedsunternehmen aus allen Bereichen textiler Dienstleistungen. Mit seinen Aktivitäten als Branchen-, Wirtschafts-, Arbeitgeber- und Berufsverband orientiert sich der DTV vorrangig an den Bedürfnissen seiner Mitgliedsbetriebe. Zu diesen gehören neben Textilreinigungen im Privatkundenbereich auch Wäschereien und textile Dienstleistungsunternehmen, die andere Unternehmen und Einrichtungen mit Textilien und Wäsche versorgen, beispielsweise Hotels oder Krankenhäuser. Die Ziele der Verbandsarbeit sind u.a. das Stärken der Markt- und Wirtschaftspräsenz des Textilreinigungsgewerbes, die Interessenvertretung auf fachlicher, beruflicher und politischer Ebene sowie die ständige Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung.

Fraunhofer IFF
Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF ist ein produktionstechnisch ausgerichtetes Forschungsinstitut im Verbund der Fraunhofer-Gesellschaft. Es ist Forschungsdienstleister sowie System- und Technologiepartner für große und mittelständische Unternehmen und für die öffentliche Hand. Das Institut ist in nationale und internationale Wirtschafts- und Wissenschaftsnetzwerke eingebunden und kooperiert eng mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Es forscht und arbeitet in den drei Geschäftsfeldern »Intelligente Arbeitssysteme«, »Ressourceneffiziente Produktion und Logistik« und »Konvergente Versorgungsinfrastrukturen«. Für eine zukunftsfähige Produktion und Energieversorgung entwickelt es automatisierte, intelligente Arbeitssysteme und entwirft Lösungen für eine ressourcen- und energiesparende Produktion.

Ansprechpartner
Dr.-Ing. Frank Ryll l Telefon +49 391 4090-413 l frank.ryll@iff.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg l www.iff.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iff.fraunhofer.de/de/presse/presseinformation/2014/textilreinigungsve...

René Maresch | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »KaSiLi«: Bessere Batterien für Elektroautos »Made in Germany«
12.11.2019 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt
11.11.2019 | Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Effiziente Motorenproduktion mit der neuesten Generation des LZH IBK

13.11.2019 | Maschinenbau

KI-gesteuerte Klassifizierung einzelner Blutzellen: Neue Methode unterstützt Ärzte bei der Leukämiediagnostik

13.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Faserverstärkte Verbundstoffe schnell und präzise durchleuchten

13.11.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics