Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konstruieren in der dritten Dimension

28.06.2012
In der Vertiefungsrichtung „Konstruktion“ testen QualiTeFa-Teilnehmer zukunftsweisende Technologien.

Produkte entwickeln, die schon in der Entstehung greifbar sind. So gestalten sich im Maschinenbau die Konstruktionsmethoden von morgen. Teilnehmer der berufsbegleitenden Qualifizierung für technische Fachkräfte (QualiTeFa) machten im 3D-Visualisierungszentrum der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg Erfahrungen mit 3D-Konstruktionswerkzeugen und den damit verbundenen Prozessen.

Shutterbrille aufsetzen, den Trigger am Joystick gedrückt halten und in die Business-Class einsteigen. Den Blick über die hellen Sitze mit integriertem Luftpolstersystem schweifen lassen bis zum 15-Zoll-Monitor für das Unterhaltungsprogramm. Die Kabine durchqueren und die Platzverhältnisse im neuen Flugzeugtyp prüfen. Mit der entsprechenden Visualisierungssoftware kann aus den CAD-Daten eines neu entwickelten Flugzeugs ein detailgetreues, virtuelles Modell erschaffen werden.

In so einen Prototypen tauchten QualiTeFa-Teilnehmer während eines Praxistages der Vertiefungsrichtung „Konstruktion“ im 3D-Visualisierungszentrum der Ohm-Hochschule ab. Insgesamt 25 technische Fachkräfte der SKF GmbH aus Schweinfurt nehmen an der berufsbegleitenden, 18 Monate dauernden Weiterbildung QualiTeFa („Qualifizierung für technische Fachkräfte im quartären Umfeld“) teil. Das Projekt, das die Nürnberger Verbund IQ gGmbH in Kooperation mit SKF durchführt, wird im Rahmen der Initiative „weiter bilden" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
Die Teilnehmer lernen, sich neuen technischen Herausforderungen durch problemlösendes Denken auf Basis akademischer Methoden zu stellen. Dieses Ziel erfüllten die sieben am Praxistag teilnehmenden SKF-Mitarbeiter, als sie auf der Leinwand im 3D-Visualisierungszentrum die stereoskopische Projektion einer Flugzeugkabine ergründeten. Ganz so, wie es die Konstrukteure eines Flugzeugbauers tun würden, noch bevor der Flieger in der realen Welt über die Startbahn rollt.

High-End-Technologie frühzeitig anwenden
Simulationen von Fahrzeugen, Maschinen, Anlagen oder Industriebauteilen sind in der modernen Konstruktion unerlässlich. Aufgrund des hohen Innovationsdrucks müssen Entwicklungsprozesse effizienter, qualitätsbewusster und kostengünstiger organisiert werden. „Vor diesem Hintergrund vermitteln wir High-End-Technologien im Bereich Maschinenbau während Ausbildung, Studium und Weiterbildung. So können die Teilnehmer Technologien auf neuestem Sachstand erproben“, verdeutlicht Prof. Dr. Rüdiger Hornfeck. Er lehrt in der Fakultät Maschinenbau am OHM und ist Leiter des 3D-Visualisierungszentrums der Hochschule.

In seiner Funktion als Dozent für die Vertiefungsrichtung Konstruktion sorgt er während der neun Seminartage für akademisches Lernen in der praktischen Anwendung. So initiierte und betreute er den Praxistag im 3D-Visualisierungszentrum. In der Region bietet es als einziges seiner Art die Möglichkeit, Konstruktionswerkzeuge so miteinander zu kombinieren, dass der komplette Produktentwicklungsprozess abgebildet werden kann. Dazu Hornfeck: „Die Konstruktionsentwürfe können so simuliert werden.“

Mensch ist Teil des virtuellen Objekts
Technologien wie Montagesimulationen, Design-Reviews oder Bauwerksplanung in der Augmented Reality setzt das Visualisierungszentrum in Lehre, Forschung und Industrie schon in zahlreichen Projekten ein. Am Praxistag standen Methoden und Werkzeuge der dreidimensionalen Visualisierung wie Rapid Prototyping, 3D-Scannen und Computer Generated Imaging (CGI) auf dem Lehrplan. Nach theoretischem Input starteten die Teilnehmer mit dem 3D-Scannen eines Eisstock-Griffs. Das Objekt wurde mit dem Laserstrahl abgetastet. Die dabei entstehende Punktwolke führten sie dann nach softwaretechnischer Bearbeitung in das 3D-CAD-System zurück.

Um CAD-Daten in greifbare Modelle umsetzen zu können, erhielten die QualiTeFa-Teilnehmer Einblick in Rapid-Prototyping – ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoffmodellen. Prof. Hornfeck erklärt: „Bei komplexen Baugruppen mit beweglichen Teilen ist Rapid Prototyping eine zeit- und kostensparende Methode, um ein originalgetreues Modell für Designstudien oder Funktionsmodelle zu erhalten.“ Als Höhepunkt der Praxiseinheit interagierten die Teilnehmer mit den virtuellen Objekten an der 3D-Powerwall. „Der Mensch ist Teil der Simulation. Vier Projektoren und zwei Tracking-Kameras machen das möglich“, beschreibt Hornfeck.

In die Praxis umgesetzt
„Durch Technologien wie Rapid Prototyping sieht man, welche Möglichkeiten sich in der Konstruktion bieten, und man bekommt wieder neue Ideen für den Arbeitsalltag“, so Andreas Kömm, Application Engineer im Bereich Eisenbahnkonstruktion bei SKF. Das akademische Rüstzeug setzen die Teilnehmer für Projektaufgaben ein, die sie in Arbeitsgruppen lösen – betreut von Mentoren im Unternehmen. Die Vertiefungsrichtung Konstruktion hat die Aufgabe für die Ausbildungswerkstatt bei SKF eine neue Endmontage-Plattform zu entwerfen. Projektarbeit und die Präsentation der Ergebnisse bilden den Abschluss der Weiterbildung, die auch mit den Vertiefungen Industrial Engineering, Supply Chain Management und Qualitätsmanagement absolviert werden kann.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat von Verbund IQ über alle Bausteine der Qualifizierung aus Soft Skills, mathematischen und physikalischen Grundlagen, maschinenbautechnischen Module und Vertiefungsrichtung. Und sie erhalten ein Zeugnis der Ohm-Hochschule über die akademischen Module. Neben Noten weist dieses auch Leistungspunkte gemäß ECTS (European Credit Transfer System) aus. „Für mich hat sich die Teilnahme an QualiTeFa schon gelohnt. Bereits während der Qualifizierung konnte ich als gelernter Industriemechaniker und Schleifer die Stelle eines Anwendungsingenieurs besetzen“, freut sich Julian Veeh über den positiven Effekt von QualiTeFa.

Astrid Maul | idw
Weitere Informationen:
http://www.verbund-iq.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Chillventa 2018: Fraunhofer ISE rückt Wärmepumpen in den Fokus
12.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Mikro-Energiesammler für das Internet der Dinge
11.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nanodiamanten als Photokatalysatoren

18.10.2018 | Materialwissenschaften

Schichten aus Braunschweig auf dem Weg zum Merkur

18.10.2018 | Physik Astronomie

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics