Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Körperwärme betreibt Fitness-Zubehör

17.07.2012
US-Firma vermarktet Chip zur Stromgewinnung

Das Technologieunternehmen Perpetua vermarktet einen Chip, der aus Körperwärme Strom gewinnt. Aus dem Temperaturunterschied zwischen Haut und Umgebung können Leistungen im Microwatt-Bereich gewonnen werden.


Mini-Generator: nutzt Körperwärme (Foto: perpetuapower.com)

Das reicht aus für den Betrieb von Sensoren oder einer Armbanduhr, ist also vor allem für Sportler interessant. Für den Betrieb energiehungriger Geräte wie Handys genügt die Leistung jedoch nicht. Bis zum Jahr 2014 soll der Chip von Perpetua in Schrittzählern und ähnlichen Geräten verbaut werden.

"In den vergangenen Jahren hat sich auf diesem Gebiet einiges getan. Die Materialien sind besser und der Wirkungsgrad liegt bereits bei rund drei bis zehn Prozent. Das reicht zum Betrieb einer Uhr, wenn der Sensor über genügend Fläche verfügt und den ganzen Tag am Körper getragen wird. Nähert sich die Körpertemperatur der Umgebung zu stark an, wird es aber problematisch", sagt Peter Spies vom Frauenhofer-Institut für Integrierte Schaltungen http://iis.fraunhofer.de gegenüber pressetext.

Joggen in Sibirien

Die Umwandlung von thermischer in elektrische Energie erfolgt über zwei unterschiedliche Halbleiter. Liegt an deren Kontaktfläche ein Temperaturunterschied vor, fließt Strom. Die Technologie funktioniert deshalb nur an solchen Körperstellen effektiv, die ungeschützt in Kontakt mit der Umwelt stehen. Größere Auflageflächen und Temperaturunterschiede steigern die Leistung der Mini-Generatoren. Wer bei kaltem Wetter große körperliche Anstrengungen unternimmt, erzielt die besten Resultate. Die Haltbarkeit der Chips soll laut Perpetua zehn bis 20 Jahre betragen.

Weitere Anwendungsgebiete für die Technologie liegen in der Medizin und der Industrie. "Die Armbanduhr ist sicher nicht der primäre Anwendungsbereich. In der Patientenüberwachung kann Strom aus Körperwärme aber wertvolle Dienste leisten. In der Industrie sind wartungsfreie batterielose Sensoren, die Wärme von Maschinen verwerten, nützlich", so Spies.

Keine Alternative zu Kraftwerken

Zur Stromerzeugung im großen Stil eignen sich die Körper der Weltbevölkerung nicht, auch wenn etwa durch Piezokristalle zusätzliche Energie aus den Schritten der Menschen gewonnen werden könnte. "Der Wirkungsgrad ist zu gering. Zudem ist die Fertigung ähnlich kompliziert wie bei Solaranlagen. Der Materialaufwand wäre schlicht zu hoch", so Spies. Die Vision von der Menschheit als gigantische Batterie mit sieben Mrd. Zellen bleibt also trotz Körperwärme-Generatoren ein Traum. "Die thermoelektrischen Chips werden sich lediglich im Bereich der Kleinleistungsverbraucher etablieren", erklärt Spies.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.perpetuapower.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen
20.08.2018 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie
20.08.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics