Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HGÜ-Technik von Siemens überträgt umweltfreundlichen Strom von Georgien in die Türkei

24.08.2010
Siemens Energy installiert in Georgien zwei schlüsselfertige HGÜ-Kurzkupplungen (Hochspannungs-Gleichstromübertragung), um das georgische Stromversorgungsnetz mit dem Netz der Türkei zu verbinden.

Im Rahmen des „Black Sea Transmission Network Project“, eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Georgiens, sollen über die beiden Kurzkupplungen jeweils 350 Megawatt (MW) gesteuerte elektrische Leistung von verschiedenen Wasserkraftwerken in Georgien in die Türkei übertragen werden.

Auftraggeber ist die Energotrans Ltd., Tiflis, Georgien. Das Auftragsvolumen für Siemens beträgt rund 170 Mio. EUR. Zum Lieferumfang gehören neben den Kurzkupplungen die Steuer- und Regelungstechnik für die Anlagen, Stromrichtertransformatoren und Schaltanlagen (500/400/220 kV) sowie Thyristorventile und AC-Filter. Die erste Kurzkupplung wird Ende Mai 2012 in Betrieb genommen werden, das Gesamtprojekt im Mai 2013 fertig gestellt.

„Mit unserer HGÜ-Technik schaffen wir eine Energiebrücke für umweltfreundlichen Strom zwischen Georgien und der Türkei, die hilft, den wachsenden Bedarf der Türkei an elektrischer Energie zu sichern“, sagte Udo Niehage, CEO der Power Transmission Division im Siemens-Sektor Energy. Die HGÜ-Kurzkupplung von Siemens wird nicht nur die beiden Stromversorgungsnetze miteinander koppeln, sie ermöglicht zudem die Steuerung des Leistungsflusses auf der „Energiebrücke“ in die Türkei. Darüber hinaus trägt die HGÜ-Technik mit ihrer schnellen Regelfunktion zur Stabilisierung der angeschlossenen Netze bei, was im Fall von Netzstörungen und Blackouts ein wesentlicher Vorteil ist. „Als einer der führenden Anbieter sind wir mit unseren HGÜ-Anlagen erstmals auch auf dem Gebiet der ehemaligen GUS-Staaten vertreten und freuen uns, dazu beitragen zu können, das Stromversorgungsnetz Georgiens zu verstärken“, so Niehage weiter.

Die Konverterstation mit den beiden 350-MW-Kurzkupplungen und dazugehörigen Schaltanlagen wird in der Nähe der Stadt Akhaltsikhe errichtet, die im Süden Georgiens an der türkischen Grenze liegt. Dort werden die Anlagen über Freileitungen mit dem Hochspannungsnetzen Georgiens und der Türkei verbunden, um den reibungslosen Stromtransport zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. HGÜ-Kurzkupplungen sind notwendig, wenn zwei Stromversorgungsnetze mit unterschiedlichen technischen Parametern miteinander verbunden werden sollen.

Im Gegensatz zu HGÜ-Anlagen, bei denen zwischen der Gleichrichterstation und der Wechselrichterstation tausend Kilometer und mehr liegen können, sind bei einer HGÜ-Kurzkupplung beide Stromrichterstationen quasi Rücken an Rücken („back-to-back“) miteinander verbunden. Der Drehstrom des einen Netzes wird in der Gleichrichterstation in Gleichstrom umgewandelt und über einen DC-Zwischenkreis unmittelbar auf die Wechselrichterstation übertragen. Dort wird der Gleichstrom mit einer gleichzeitigen Anpassung an die Parameter (Frequenz, Phasenwinkel) des Netzes, in das eingespeist werden soll, wieder in Drehstrom umgewandelt, um beide Netze problemlos miteinander verbinden zu können. Außerdem bietet die HGÜ-Kurzkupplung Schutz vor kaskadierenden Netzstörungen, da sie wie eine automatische Firewall wirkt, die den Stromtransport jederzeit gesteuert stoppen und wieder freigeben kann.

Energieeffiziente Hochspannungs-Gleichstromübertragungstechnik (HGÜ) ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,8 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 30 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,3 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2009 über 85.100 Mitarbeiter.

Siemens AG
Corporate Communications and Government Affairs
Wittelsbacherplatz 2, 80333 München
Deutschland
Informationsnummer: EPT201008116
Media Relations: Dietrich Biester
Telefon: +49 9131 18-4974
E-Mail: dietrich.biester@siemens.com
Siemens AG
Energy Sector – Power Transmission Division
Freyeslebenstr. 1, 91058 Erlangen

Dietrich Biester | Siemens Energy
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/energy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energiesparender Spin-Strom über magnetisches Feld und Temperatur steuerbar
17.08.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Hitzefrei im Elektromobil: Neuartige Materialien steigern Komfort und Reichweite von E-Fahrzeugen
16.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics