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„Grüner“ Transformator mit Pflanzenöl isoliert

19.09.2008
Siemens hat einen Transformator mit einer Isolierflüssigkeit auf Pflanzenölbasis entwickelt, die vollständig biologisch abbaubar, und im Vergleich zum bisher eingesetzten Mineralöl schwer entflammbar ist.

Damit können Umspannwerke ihren Strom künftig unter strengen Umweltauflagen ins Netz speisen. Das System ist auch in brandschutztechnisch schwierigen Gebieten einsetzbar –etwa in Großstädten. Zurzeit testet der Energieversorger EnBW den praktisch marktreifen Prototypen im Umspannwerk Teinach im Schwarzwald. Mit dem grünen Transformator setzt Siemens konsequent auf die Weiterentwicklung umweltschonender Produkte. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der Konzern allein 17 Milliarden Euro mit seinem Umweltportfolio.


Ein Transformator erhöht oder verringert je nach Bedarf in einem Umspannwerk Wechselspannungen, beispielsweise, um die elektrische Energie über Hochspannungsleitungen über weite Strecken verlustarm übertragen zu können. Während dieses Prozesses erwärmt sich der Trafo. Die Wärme muss daher über eine Kühlflüssigkeit abtransportiert werden. Bislang wurden hierfür mineralische Öle eingesetzt, die ein gutes elektrisches Isolierverhalten sowie eine gute Wärmeleitfähigkeit besitzen, jedoch schnell entflammbar, biologisch schlecht abbaubar und somit schädlich für die Umwelt sind.

Das Isoliermaterial mit natürlicher Esterflüssigkeit etwa auf Raps-, Soja- oder Sonnenblumenölbasis im neuen Siemens-Transformator hat dagegen einen deutlich höheren Flammpunkt und ist biologisch komplett abbaubar. Mit der Einstufung der Wassergefährdungsklasse Null ist es damit in Gebieten mit erhöhten Umweltanforderungen einsetzbar. Der Energieversorger EnBW testet den Prototypen unter anderem auf seine thermische und elektrische Belastbarkeit im Dauerbetrieb, da sich Pflanzenöl von herkömmlichen Mineralölen in seinen Eigenschaften teilweise stark unterscheidet.

Zusätzlich ist das Gerät hermetisch abgekapselt. Somit kann kein Sauerstoff mehr von außen eindringen und die elektrischen Eigenschaften der Isolierflüssigkeit beeinträchtigen. Die Folge: Die Lebensdauer des Transformators steigt, er kann höher belastet werden und senkt die Investitionskosten des Betreibers. (IN 2008.09.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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