Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer-Projektgruppe BioCat entwickelt zukünftig auch chemische Energiespeicher

15.11.2013
Am 15. November 2013 überreicht Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, der Straubinger Fraunhofer-Projektgruppe BioCat den Zuwendungsbescheid für ihre Arbeiten im »Centrum für Energiespeicherung« am Standort Straubing, die der Freistaat über fünf Jahre fördert. Zugleich ist Spatenstich für die Erweiterung des Laborgebäudes.

Im Zeichen der Energiewende wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland kontinuierlich ausgebaut. Naturgemäß unterliegen zwei der wichtigsten regenerativen Energiequellen, Wind und Sonne, tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen, so dass sich das Angebot an erzeugtem Strom nicht zwangsläufig mit dem aktuellen Bedarf deckt.


Laborgebäude der Fraunhofer-Projektgruppe BioCat in Straubing.
Copyright: Thomas Wiesmüller

Diese Schwankungen werden dadurch ausgeglichen, dass die Leistung von Kraftwerken gedrosselt bzw. erhöht wird. Eine Alternative bieten Energiespeichersysteme, die für einen raschen Lastausgleich sorgen und Energie auch über einen längeren Zeitraum speichern können, um sie zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgerecht wieder zur Verfügung zu stellen. Neben leistungsfähigen Batteriespeichern versprechen auch chemische Energiespeicher eine sinnvolle Lösung.

»Zentral für das Gelingen der Energiewende ist die verstärkte Investition in Energieforschung und Technologieentwicklung. Neue Speichertechnologien sind dabei ein wesentlicher Baustein – mit dem Centrum für Energiespeicherung bekräftigt der Freistaat diesen Weg«, so Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und stellvertretende Ministerpräsidentin Bayerns.

Im Rahmen des Centrums für Energiespeicherung wird das Themenfeld »Chemische Energiespeicher – Katalyse & Prozesse« bei der Fraunhofer-Projektgruppe BioCat am Standort Straubing eingerichtet. Der Freistaat Bayern unterstützt die Projektgruppe BioCat des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB dabei mit 7,4 Mio Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren. Am 15. November 2013 überreichte Staatsministerin Aigner offiziell den Zuwendungsbescheid.

Die in Straubing angesiedelte Arbeitsgruppe »Chemische Energiespeicher – Katalyse & Prozesse« wird Verfahren entwickeln, um mithilfe überschüssiger elektrischer Energie chemische Energieträger herzustellen, zu denen vor allem flüssige Kraftstoffe wie z. B. Diesel zählen. »Zwar existieren bereits erste erfolgversprechende Ansätze, um beispielsweise mit der »Power to Gas« Technologie aus CO2 Methan herzustellen. Um jedoch zukunftsfähige, einfach skalierbare und dezentral zu betreibende Prozesse zu entwickeln, müssen diese Prozesse nicht nur optimiert, sondern zunächst die notwendigen Katalysatoren entwickelt und erforscht werden«, erläutert Professor Dr. Volker Sieber. Als Kohlenstoffsubstrat soll Kohlenstoffdioxid fixiert werden, welches in Kraftwerken oder auch Biogasanlagen entsteht. Gelangt dieses CO2 nicht in die Atmosphäre, wird gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Als Katalysatoren werden sowohl chemische Katalysatoren als auch Biokatalysatoren untersucht.

Die Übergabe des Zuwendungsbescheids durch Staatsministerin Aigner verbinden die Straubinger Forscher mit einem zweiten Spatenstich. Bereits ein Jahr nach der Einweihung des neuen Laborgebäudes wird ein Erweiterungsbau geschaffen, der die Labor- und Bürofläche für die gewachsene Mannschaft verdreifacht.

Dr. Claudia Vorbeck | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2013/projektgruppe-biocat-chemische-energiespeicher.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Mit Sensoren gegen Falschfahrer: Jungforscher bringen Frühwarnsystem zur Marktreife
21.08.2018 | Universität des Saarlandes

nachricht IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen
20.08.2018 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics