Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IIS und DFKI entwickeln modulare und energieautarke Trackingsysteme

18.11.2013
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) starten das Forschungsprojekt »Daedalus«.

Ziel des Vorhabens ist es, ein modulares, adaptierbares und energieautarkes Trackingsystem als Basis für vielfältige Anwendungen zum Nachverfolgen von Personen, Tieren sowie kleinen und mittleren Gütern zu entwickeln.

Trackingsysteme finden ein immer breiteres Einsatzspektrum – sei es bei der Nachverfolgung von Paketen oder für Navigationsanwendungen. Doch stoßen die bestehenden Systeme häufig an ihre Grenzen: Ein Trackinggerät zur Nachverfolgung von Wildtieren z. B. muss eine enorme Laufzeit aufweisen, sollte aber natürlich auch möglichst klein sein.

Aktuelle Trackingsysteme können dies nicht leisten. Das wird sich künftig ändern, denn das Fraunhofer IIS entwickelt seit August gemeinsam mit dem DFKI Robotics Innovation Center Bremen im Projekt »Daedalus« ein modulares, adaptierbares und energieautarkes Trackingsystem.

Das Projekt »Daedalus« wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Förderkennzeichen: 50NA1311) und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Projektträger ist das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Bonn.

Tracking nach dem Baukastenprinzip

Bei »Daedalus« werden die Systeme in Bezug auf Größe, Energieverbrauch, Trackingrate, Datenübertragung und Laufzeit effizient auf die geplanten Anwendungen abgestimmt. Durch verlustleistungsarme Algorithmen, die Kombination verschiedener Technologien und Energy Harvesting – ein Verfahren, bei dem beispielsweise Licht und Vibration zur Energiegewinnung genutzt werden – sollen wartungsfreie, selbstversorgte sowie miniaturisierte Systeme entstehen. Damit ist das Trackingsystem flexibel für verschiedenste Anwendungen einsetzbar.

Zudem nutzen die Forscher eine bisher einzigartige Möglichkeit: die Kombination von satellitenbasierten Verfahren und drahtlosen Sensornetzen zur Lokalisierung. Dies erlaubt eine nahezu lückenlose Verfolgung. Die »Daedalus«-Forscher sehen als ein Ziel des Projekts, Trackingsysteme nach dem Baukastenprinzip anbieten zu können: »Dadurch können individuell angepasste Lösungen ganz einfach realisiert werden«, erläutert Dr. Peter Spies, Gesamtprojektleiter vom Fraunhofer IIS.

Fraunhofer IIS punktet mit Bandbreite an Technologielösungen

Das Fraunhofer IIS entwickelt neue Lösungen in den Bereichen Lokalisierung, Kommunikation, Energieversorgung, Sensorik sowie speziell auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittene Integrations- und Anwendungsplattformen und Systemintegration. Auf diesen Themengebieten ist das Fraunhofer IIS bereits seit Jahren führender Know-how-Träger. Das Projekt wird von Beginn an von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS begleitet.

Diese analysiert parallel zur Entwicklung des Systems verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen. Somit ist von Anfang an eine anforderungs- und anwendungsspezifische Entwicklung gewährleistet. »Nach dem Projekt soll ein anwendungsorientiertes System vorliegen, an das externe Sensoren, z. B. Temperatur- oder Medizinsensoren, über Funk angeschlossen werden können. Es nutzt Licht und Vibrationen als Energiequellen, um sich selbst aus der Umwelt zu versorgen«, fasst Dr. Spies die Besonderheiten zusammen.

DFKI bringt Expertise aus Architekturentwicklung und Sensordatenverarbeitung ein

Das DFKI ist innerhalb des Projekts »Daedalus« für die Sensordatenverarbeitung zuständig. Die Forscher wählen und spezifizieren zum einen die zentrale Verarbeitungseinheit des zu entwickelnden Datentags (»Sensorknoten«) und implementieren die Basissoftware. Auf dieser Plattform laufen dann alle zu entwickelnden Softwarelösungen des Projekts zusammen, was nicht nur enorme Datenmengen, sondern auch die Entwicklung einer intelligenten Hardware-Schnittstelle und die Einbindung geeigneter Algorithmen bedeutet. Zum anderen arbeiten die DFKI-Wissenschaftler an der Datenvorverarbeitung der ausgewählten Sensoren, die durch einen möglichst niedrigen Energieverbrauch gekennzeichnet sind.

»Das DFKI bringt hier seine jahrelange Erfahrung aus der Architekturentwicklung und Sensordatenverarbeitung für robotische Systeme ein«, erläutert Hendrik Hanff vom DFKI-Forschungsbereich Robotics Innovation Center in Bremen, an dem Wissenschaftler mobile Robotersysteme entwickeln. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz mit den Standorten Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen sowie dem Projektbüro Berlin ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien die führende Forschungseinrichtung Deutschlands.

Weitere Informationen zum DFKI: www.dfki.de/robotik

Ausführliche Informationen zum Projekt »Daedalus« unter www.iis.fraunhofer.de/daedalus

Verena Höltl | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de/de/pr/2013/20131118_LOS_Daedalus.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics