Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung: Batteriepackage-Abspeckkur für das E-Auto

19.11.2012
Entwicklung eines multifunktionalen und sicheren Batterie-Leichtbaugehäuses

Erstmalig konnte das im Rahmen des von der EU geförderten Projektes "SmartBatt" entwickelte Batterie-Leichtbaugehäuse samt Batteriespeichersystem einem breitem Publikum vorgestellt werden. Elektrofahrzeuge bringen derzeit noch zu viel auf die Waage - hauptverantwortlich dafür ist das Batteriepackage, das rund ein Viertel des Fahrzeuggewichts ausmacht. Die Automobilindustrie ist daher auf der Suche nach neuen Lösungen, um das Gewicht dieser Komponente und damit auch die Kosten im Produktionsprozess zu reduzieren.

Ziel des groß angelegten und vom AIT Austrian Institute of Technology koordinierten EU-Projekts SmartBatt ist die Entwicklung eines leichten Batteriegehäuses, das aktuelle Sicherheitsanforderungen erfüllt. Dabei wurde das Batteriegehäuse nicht mehr als bisher üblich als separates Supplement bei der Entwicklung der Fahrzeugstruktur angesehen, sondern ist in die Fahrzeugauslegung als vollständig integriertes und tragendes Strukturelement der Fahrzeugkarosserie eingeflossen. Als Basis für die Fahrzeugkarosserie diente hierfür das SuperLIGHT-CAR, eine aus dem 6. Rahmenprogramm der EU geförderte Konzeptstudie einer leichtbauoptimierten Fahrzeugkarosserie der C-Klasse.

Der nunmehr gebaute, voll funktionsfähige Prototyp wurde heute beim EEVC European Electric Vehicle Congress in Brüssel einem internationalen Fachpublikum vorgestellt. Das AIT Team war neben der Projektkoordination für die Durchführung sicherheitsrelevanter elektrischer Tests, Teilefertigung sowie für den Gesamtaufbau verantwortlich.

Christine Tissot, Leiterin des AIT Mobility Department, erläutert die Signifikanz solcher Forschungsprojekte, welche vor allem aufzeigen sollen wie man ein innovatives Gehäusekonzept für Batterien von Grund auf neu entwickelt. "Dazu werden die im Entwicklungsprozess eingesetzten Methoden - CAD-Tools, Simulationen, Fertigungstechnologien - vom Reißbrett bis hin zum Prototyp dargestellt. Dadurch soll die Automobilindustrie unterstützt werden, Innovationen in diesem zukunftsträchtigen Gebiet weiter voranzutreiben und Entwicklungszeiten und -kosten zu reduzieren In Zukunft wollen wir aber nicht nur auf der Prozessebene, sondern auch auf Komponentenebene einen noch stärkeren Fokus auf Flexibilität legen."

Tissot weiter: "Langfristiges Ziel ist es, den OEMs und Zulieferern eine Reihe von Modulen zur Verfügung zu stellen, die es ihnen erlauben, Batterien oder ganze Antriebsstränge wie im Baukastensystem zusammenzustellen. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz, der neben elektrischer Antriebstechnik und Leichtbau auch dynamische Verkehrssysteme und Infrastrukturtechnologien einbezieht, sieht sich das AIT Mobility Department auch in Zukunft als starker Partner der Automobilindustrie. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Hersteller und Zulieferer mit umfassendem wissenschaftlichem Know-how zu unterstützen, damit sie ihren Kunden attraktive Produkte - also energieeffiziente und kostengünstige Elektroautos - anbieten können."

"Mit insgesamt neun Partnern aus Industrie und Wissenschaft, die auf ihren jeweiligen Gebieten in Europa führend sind, entwickelte das interdisziplinäre, branchenübergreifende Konsortium ein Batteriespeichersystem im Leichtbaudesign", wie Projektleiter Hansjörg Kapeller erläutert.

"Im Vergleich zu State-of-the-Art Systemen ist es mit einem integrativen Ansatz und Materialinnovationen gelungen, das Gewicht des Gehäuses zu halbieren und damit das gesamte Batteriesystem um 20 Prozent leichter zu machen. Umfangreiche Crashsimulationen und Labortests in der Entwicklungs- und Validierungsphase zeigten, dass die smarte Integration in das Chassis des SuperLIGHT-CAR entscheidend dazu beiträgt, die Torsionssteifigkeit, Biegefestigkeit und damit auch die Crashsicherheit des ganzen Fahrzeugrahmens zu verbessern. Das Lithium-Ionen Batteriepaket (350V Systemspannung) mit einer Kapazität von 22.92kWh stellt 36kW im Dauerbetrieb bzw. 70kW im Spitzenbetrieb (für 30s) bereit und kann in einem gewichtsoptimierten Fahrzeug verbaut durch den Energiegehalt eine Reichweite von 120km im NEFZ realisieren", so Kapeller abschließend.

AIT Austrian Institute of Technology & Mobility Department
Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung und ist unter den europäischen Forschungseinrichtungen der Spezialist für die zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft. Als Ingenious Partner der Wirtschaft und öffentlicher Einrichtungen erforscht und entwickelt das AIT schon heute die Technologien, Methoden und Tools von morgen für die Innovationen von übermorgen.

Das Mobility Department konzentriert sich auf die Entwicklung von Lösungen für sichere, umweltverträgliche, sowie kosten- und energieeffiziente Mobilität und beschäftigt sich mit folgenden Kernthemen:

- der Entwicklung integrierter Fahrzeugkonzepte mit den beiden Schlüsseltechnologien Elektroantrieb und Leichtbau,

- der Optimierung co-modaler Transportsysteme unter Berücksichtigung sämtlicher Verkehrsmodi (Fußgänger, Individualverkehr und öffentlichen Verkehr) sowie

- mit der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Hinblick auf mehr Sicherheit und Kosteneffizienz in Betrieb und Erhaltung

SmartBatt - http://www.smartbatt.eu ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt des 7. Rahmenprogrammes (FP7). Neben AIT Austrian Institute of Technology GmbH als Konsortialführer sind das Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen GmbH, Axeon Technologies Ltd, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung, Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Impact Design Europe, Ricardo, SP Technical Research Institute of Sweden, the Vehicle Safety Institute of Graz University of Technology sowie Volkswagen Aktiengesellschaft im Projekt vertreten.

Rückfragehinweise:

Hansjörg Kapeller
Engineer - Electric Drive Technologies
Mobility Department
AIT Austrian Institute of Technology
T +43 (0)50550-4406 | hansjoerg.kapeller@ait.ac.at | http://www.ait.ac.at
Mag. Michael H. Hlava
Head of Corporate and Marketing Communications
AIT Austrian Institute of Technology
T +43 (0)50550-4014 | michael.hlava@ait.ac.at | http://www.ait.ac.at

Michael Hlava | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.ait.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln
06.04.2020 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

nachricht Zuwachs bei stationären Batteriespeichern
06.04.2020 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln

In vielen Bereichen spielen „Elektrolyte“ eine wichtige Rolle: Sie sind bei der Speicherung von Energie in unserem Körper wie auch in Batterien von großer Bedeutung. Um Energie freizusetzen, müssen sich Ionen – geladene Atome – in einer Flüssigkeit, wie bspw. Wasser, bewegen. Bisher war jedoch der präzise Mechanismus, wie genau sie sich durch die Atome und Moleküle der Elektrolyt-Flüssigkeit bewegen, weitgehend unverstanden. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung haben nun gezeigt, dass der durch die Bewegung von Ionen bestimmte elektrische Widerstand einer Elektrolyt-Flüssigkeit sich auf mikroskopische Schwingungen dieser gelösten Ionen zurückführen lässt.

Kochsalz wird in der Chemie auch als Natriumchlorid bezeichnet. Löst man Kochsalz in Wasser lösen sich Natrium und Chlorid als positiv bzw. negativ geladene...

Im Focus: When ions rattle their cage

Electrolytes play a key role in many areas: They are crucial for the storage of energy in our body as well as in batteries. In order to release energy, ions - charged atoms - must move in a liquid such as water. Until now the precise mechanism by which they move through the atoms and molecules of the electrolyte has, however, remained largely unknown. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now shown that the electrical resistance of an electrolyte, which is determined by the motion of ions, can be traced back to microscopic vibrations of these dissolved ions.

In chemistry, common table salt is also known as sodium chloride. If this salt is dissolved in water, sodium and chloride atoms dissolve as positively or...

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln

06.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Virtueller Roboterschwarm auf dem Mars

06.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics