Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017

Kleine und mittelständische Unternehmen in Europa halten sich beim Einsatz von Robotertechnologien bisher auffällig oft zurück. Der Grund: Sie seien zu teuer, zu unflexibel und ihre Installation dauere viel zu lang. Im EU-Forschungsprojekt »Factory in a Day« hat ein internationales Team aus Forschung und Industrie neue Wege aufgezeigt, wie Robotersysteme künftig innerhalb von nur 24 Stunden installiert, programmiert und in Betrieb genommen werden können. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat in diesem Zuge die Betriebssoftware entscheidend vereinfacht.

Robotersysteme haben heute oftmals noch einen entscheidenden Nachteil: Sie sind zu unflexibel, um Kleinserien oder individuelle Kundenwünsche wirtschaftlich zu produzieren.


In dem Projekt haben Forscher, Roboterhersteller und Systemintegratoren gemeinsam Wege gefunden, die Kosten und den Zeitaufwand für die Installation von Robotersystemen deutlich zu reduzieren.

TU Delft

Allein schon die zeitraubende Programmierung, mit der Industrieroboter an neue Montageaufgaben herangeführt werden, ist ein Kostenfaktor, den kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) oft nicht stemmen können. Aber auch vor den Anschaffungskosten und der aufwendigen Installation schrecken viele Betriebe zurück.

Im EU-Forschungsprojekt »Factory in a Day« haben Forscher, Roboterhersteller und Systemintegratoren gemeinsam Wege gefunden, die Kosten und den Zeitaufwand für die Installation von Robotersystemen deutlich zu reduzieren – und sie so für KMU attraktiver zu machen.

So ist es den Projektpartnern beispielsweise gelungen, einen Demonstrator namens »Giftbot« zu entwickeln, mit dem es nun möglich ist, auch kleine Bestellmengen einer individuellen Geschenkbox effizient und kostengünstig zusammenzustellen und zu verschicken. Dabei packt ein Roboterarm ganz verschiedene Gegenstände in einen Karton – alle mit demselben flexibel einsetzbaren Greifer.

Wiederverwendbare Softwarebausteine vereinfachen

Programmierung »Meine Mitarbeiter und ich hatten die Rolle des Integrationspartners inne, der das Software-Framework bereitstellt, mit dem die Projektpartner beispielsweise die Bewegungsplanung des ›Giftbot‹ programmiert haben«, beschreibt Mirko Bordignon die Rolle des Fraunhofer IPA.

Dabei kam die Open-Source-Software ROS-Industrial (ROS = Robot Operating System) zum Einsatz, mit der die Forscher am Fraunhofer IPA, gemeinsam mit einer weltweiten Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Software-Entwicklern, wiederverwendbare Softwarekomponenten und -werkzeuge generieren. Diese vorgefertigten Programmbausteine erleichtern die Programmierung eines Industrieroboters ganz erheblich.

Kosten und Zeitaufwand deutlich reduziert

»Wir haben es zwar geschafft, die Kosten und den Zeitaufwand für die Installation von Robotersystemen deutlich zu reduzieren«, fasst Projektkoordinator Prof. Martijn Wisse von der Technischen Universität Delft zusammen. »Es hat sich dabei aber gezeigt, dass die Installation an einem Tag mit dem heutigen Stand der Technik ein langfristiges Ziel ist.« Dennoch hat das international besetzte Team eine ganze Reihe bemerkenswerter Ergebnisse erzielt. Diese stellen die Forscher in einem Video auf youtube vor.

Bereits am 1. Januar 2017 ist das Nachfolge-Projekt ROSIN angelaufen, das dem Grundgedanken von »Factory in a Day« folgt: Es soll die Open-Source-Software ROS-Industrial zum Standard in der europäischen Industrie machen und so die Fabrikautomation erleichtern. Zu diesem Zweck verfolgen die Projektpartner, darunter das Fraunhofer IPA, drei Hauptaktivitäten: die Gewährleistung industriereifer Softwarequalität, die Bereitstellung von 33 Prozent des Projektbudgets für Nutzer und Entwickler businessrelevanter Anwendungen sowie Weiterbildungsangebote für Studierende und Industriepartner.

Steckbrief
EU-Forschungsprojekt »Factory in a Day«
Laufzeit: 1. Oktober 2013 bis 30. September 2017
Webseite: http://www.factory-in-a-day.eu/
Förderung: Die Europäische Union hat das Forschungsprojekt mit rund 11 000 000 € aus dem siebten EU-Forschungsrahmenprogramm gefördert.

Projektpartner:
Technische Universität Delft (Koordination), Technische Universität
München, Katholische Universität Löwen, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, Centre National de la Recherche Scientifique, Philips, Randstad, Siemens, Materialise, Universal Robots, Lacquey, Factory Control, EMP Tooling Service, Delft Robotics, PAL Robotics.

Pressekommunikation
Jörg-Dieter Walz | Telefon +49 711 970-1667 | presse@ipa.fraunhofer.de

Fachlicher Ansprechpartner
Mirko Bordignon | Telefon +49 711 970-1629 | mirko.bordignon@ipa.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.ipa.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/forscher-vereinfachen...

http:////www.factory-in-a-day.eu/

Video: https://www.youtube.com/watch?v=DU-y0KH41HI

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Daten „fühlen“ mit haptischen Displays
15.11.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer
12.11.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics