Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flexible Elektronik aus dem Drucker

22.03.2010
Chemiker der Universität Jena beteiligen sich am EU-Verbundprojekt (FP-7) "LOTUS"

Elektronische Anwendungen effektiver, sparsamer und umweltfreundlicher zu gestalten - dieses Ziel verfolgen Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Das Team um Prof. Dr. Ulrich S. Schubert vom Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie ist Partner im neuen europäischen Gemeinschaftsprojekt "LOTUS". LOTUS steht für "LOw TemperatUre Sintering" und wird im 7. Forschungsrahmenprogramm (FP-7) der Europäischen Union in den kommenden drei Jahren mit vier Millionen Euro gefördert.

400.000 Euro davon gehen an die Arbeitsgruppe um Prof. Schubert. In Zusammenarbeit mit neun Partnern aus Industrie und Wissenschaft aus Europa und Israel wollen die Jenaer Chemiker im LOTUS-Projekt neue Technologien zur Herstellung hochleitfähiger Strukturen für die Massenproduktion von großflächiger und biegsamer Elektronik entwickeln.

"Wir konzentrieren uns im LOTUS-Projekt speziell auf Anwendungen, die bereits weit entwickelt sind und die größten Kommerzialisierungsmöglichkeiten bieten", sagt Prof. Schubert und nennt biegsame Dünnschicht-Photovoltaik für neuartige Solarzellen, das berührungslose Auslesen und Beschreiben eines Datenträgers mithilfe der Funktechnologie (RFID) sowie organische LEDs (OLEDs) für die Beleuchtungstechnik als Beispiele. "Unser Ziel ist es, eine Technologiebasis für die kostengünstige, energieeffiziente, umweltfreundliche sowie Rollendruck-kompatible Herstellung hochleitfähiger Strukturen mit hoher Auflösung zu schaffen", so Schubert.

Innerhalb des LOTUS-Projekts, das vom Holst Centre im niederländischen Eindhoven koordiniert wird, haben Prof. Schubert und sein Team die Aufgabe, neue selektive Heiztechniken für das Sintern gedruckter leitfähiger Strukturen zu verbessern. Diese sollen möglichst geringe Prozesstemperaturen ermöglichen, was den Einsatz gängiger Polymerfolien erlaubt. "Eine dieser Methoden ist die Mikrowellenstrahlung, welche die Herstellungszeit erheblich reduzieren kann, so wie es auch beim Erhitzen von Speisen der Fall ist", macht Projektmitarbeiter Dr. Jolke Perelaer deutlich.

Von der Zusammenarbeit mit Materialwissenschaftlern, Technologieentwicklern und Endverbrauchern im Rahmen des aktuellen Projekts versprechen sich die Chemiker von der Jenaer Universität innovative Lösungen, die sich schnell und effektiv mit geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand umsetzen lassen. "Dies wird sicherlich auch die Umsetzung in die Massenproduktion beschleunigen", erwartet Prof. Schubert. LOTUS werde die führende Position der Europäischen Industrie auf den Gebieten der OLEDs, der Dünnschicht-Photovoltaik und RFIDs stärken. Überdies sei das Forschungsprojekt für jegliche flexible elektronische Anwendungen nutzbringend, betont der Jenaer Chemiker, wie Dünnfilmtransistoren, Leistungswandler, biegsame Batterien oder gedruckte Sensoren in der Biomedizin und der Nahrungsmittelindustrie.

Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich S. Schubert / Dr. Jolke Perelaer
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Humboldtstr. 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948200
E-Mail: ulrich.schubert[at]uni-jena.de / jolke.perelaer[at]uni-jena.de

Christin Domin | idw
Weitere Informationen:
http://www.iomc.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Using hydrogen, methane and methanol to reduce CO2 emissions
19.09.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Patentierte Nanostruktur für Solarzellen: Raue Optik, glatte Oberfläche
17.09.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics