Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt „TWO!EARS“: Das menschliche Hören mit Robotern erforschen

30.05.2014

Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und Technischen Universität Berlin entwickeln in einem internationalen Konsortium eine Simulation des menschlichen Hörens bis hin zu einem Roboter, der Audiosignale ähnlich verarbeiten können soll wie ein Mensch. Das technische System soll dabei auch gezielt auf die für eine aktuelle Aufgabe wichtigsten Informationen achten. Die erste Testversion steht bereit.

Nicht nur akustische Signale wertet das System aus

Das Robotersystem, das im Rahmen des EU-Projekts „TWO!EARS“ entsteht, wertet nicht nur akustische Signale aus. Zusätzlich wollen die Forscher auch optische Information sowie die koordinative Eigenwahrnehmung berücksichtigen. So soll das System Hörszenen in einer ähnlichen Weise beschreiben können, wie es ein menschlicher Zuhörer täte. Und zwar nicht nur hinsichtlich Empfindungen wie Lautstärke, Klangfarbe und räumlicher Ausdehnung von Geräuschquellen, sondern auch bezüglich der Bedeutung, die den Szenen zugewiesen wird. Zum Beispiel, ob das Gehörte von einer fremden oder vertrauten Stimme stammt.

Erster Test erfolgreich

Computersimulationen haben gezeigt, dass die kürzlich fertig gestellte Software-Architektur prinzipiell funktioniert. In dem simulierten Szenario konnte das System eine einzelne Schallquelle im freien Feld lokalisieren. Zu diesem Zweck führte es falls nötig auch Kopfdrehungen durch. In Zukunft soll das bislang virtuelle System in einem realen Roboter umgesetzt werden. „TWO!EARS wird voraussichtlich deutliche Auswirkungen auf die künftige Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik haben, und zwar immer dann, wenn das Wissen über und die Kontrolle von klanglicher Erfahrung relevant ist“, sagt Prof. Dr. Dorothea Kolossa, die die Projektaktivitäten des Instituts für Kommunikationsakustik der RUB leitet. Die Algorithmen könnten zum Beispiel dazu dienen, Hörgeräte zu verbessern, die in Umgebungen mit vielen Sprechern Einsatz finden.

Hören: mehr als nur akustische Signale auswerten

Bisherige Modelle des Hörens beruhen vorwiegend auf der Auswertung der Schallsignale an den beiden Ohren. Aber das Vorwissen über die Welt beeinflusst, was wir wahrnehmen. Das „TWO!EARS“-System bezieht diese Einflüsse mit ein und erlaubt somit eine bessere Vorhersage des menschlichen Zuhörens. Es beruht auf einem Konzept des Bochumer Professors Jens Blauert.

Projekt „TWO!EARS“

Die EU fördert das Projekt „TWO!EARS“ mit drei Millionen Euro für drei Jahre. Der Bochumer Alumnus Prof. Dr.-Ing. Alexander Raake von der TU Berlin hat die Gesamtkoordination für das Projekt übernommen. Projektpartner sind neben der Ruhr-Universität Bochum die Technischen Universitäten Berlin, Eindhoven und Kopenhagen, die Universitäten Pierre et Marie Curie Paris, Rostock und Sheffield, sowie das CNRS Toulouse und das Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, NY.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Dorothea Kolossa, Digitale Signalverarbeitung, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Tel. 0234/32- 28965, E-Mail: dorothea.kolossa@rub.de

Prof. Dr.-Ing. Alexander Raake, TU Berlin, T-Labs, Assessment of IP-based Applications, Tel. 030/83535-8462, E-Mail: alexander.raake@tu-berlin.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Autos mit Künstlicher Intelligenz optimal laden
04.06.2020 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Alarm bei giftigen Gasen: Sensorsystem soll Arbeitsschutz in der Kunststoffindustrie verbessern
04.06.2020 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleines Protein, große Wirkung

In Meningokokken spielt das unscheinbare Protein ProQ eine tragende Rolle. Zusammen mit RNA-Molekülen reguliert es Prozesse, die für die krankmachenden Eigenschaften der Bakterien von Bedeutung sind.

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen können. Diese Krankheitserreger besitzen ein sehr kleines Protein,...

Im Focus: Small Protein, Big Impact

In meningococci, the RNA-binding protein ProQ plays a major role. Together with RNA molecules, it regulates processes that are important for pathogenic properties of the bacteria.

Meningococci are bacteria that can cause life-threatening meningitis and sepsis. These pathogens use a small protein with a large impact: The RNA-binding...

Im Focus: Magnetische Kristallschichten für den Computer von Morgen

Ist die Elektronik, so wie wir sie kennen, am Ende?

Der Einsatz moderner elektronischer Schaltkreise für immer leistungsfähigere Rechentechnik und mobile Endgeräte stößt durch die zunehmende Miniaturisierung in...

Im Focus: K-State study reveals asymmetry in spin directions of galaxies

Research also suggests the early universe could have been spinning

An analysis of more than 200,000 spiral galaxies has revealed unexpected links between spin directions of galaxies, and the structure formed by these links...

Im Focus: Neue Messung verschärft altes Problem

Seit Jahrzehnten rätseln Astrophysiker über zwei markante Röntgen-Emissionslinien von hochgeladenem Eisen: ihr gemessenes Helligkeitsverhältnis stimmt nicht mit dem berechneten überein. Das beeinträchtigt die Bestimmung der Temperatur und Dichte von Plasmen. Neue sorgfältige, hoch-präzise Messungen und Berechnungen mit modernsten Methoden schließen nun alle bisher vorgeschlagenen Erklärungen für diese Diskrepanz aus und verschärfen damit das Problem.

Heiße astrophysikalische Plasmen erfüllen den intergalaktischen Raum und leuchten hell in Sternatmosphären, aktiven Galaxienkernen und Supernova-Überresten....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Was Salz und Mensch verbindet

04.06.2020 | Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was Salz und Mensch verbindet

04.06.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Unschuldig und stark oxidierend

04.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Elektromobilität: Autos mit Künstlicher Intelligenz optimal laden

04.06.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics