Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiespeichertechnologien: Bergakademie nun Teil des Ioffe-Röntgen-Instituts

02.10.2014

Prof. Dirk Meyer: „Als Teil des deutsch-russischen Ioffe-Röntgen-Instituts treiben wir die Entwicklung die Energiespeichertechnologien von morgen voran.“

Die TU Bergakademie koordiniert ein gemeinsames deutsch-russisches Forschungsvorhaben im Bereich der Energiespeichertechnologien. Das Vorhaben finanzieren die Forschungsministerien beider Länder mit jeweils einer Million Euro für die kommenden drei Jahre. „Es ist auch ein Zeichen für die Beständigkeit der deutsch-russischen Wissenschaftsbeziehungen“, so Prof. Dirk Meyer, Projektleiter des Vorhabens.

Im wissenschaftlichen Fokus liegt die Entwicklung neuartiger Charakterisierungsmethoden, die auf dem Einsatz von Großgeräten wie Neutronenquellen und Elektronenspeicherringen basieren. „Vorrangiges Ziel ist die Aufklärung chemischer Prozesse und von Strukturveränderungen an elektrochemischen Grenzflächen während des Verlaufs. Wir versprechen uns davon einen essentiellen Beitrag für eine nachhaltige und umweltverträgliche Energieversorgung“, so Projektleiter Prof. Dirk Meyer.

Konkret werden dafür elektrochemische Zellen entwickelt, die die Bestimmung der Strukturen an der Phasengrenzfläche, sowie metastabiler und reaktiver Phasen ermöglichen. Diese Zellen werden dann unter anderem für die Charakterisierung mittels Nuklearer Magnetresonanz-Spektroskopie und Röntgenanalytik (Bergakademie) und an den beschleunigerbasierten Photonenquellen (u.a. BESSY II; dort ist die Bergakademie seit vergangenem Jahr auch gleichberechtigter Partner des Russisch-Deutschen Labors) und Neutronenquellen eingesetzt, um die entscheidenden Prozesse in Brennstoffzellen und Batterien zu untersuchen.

Der Einsatz der komplementären Methoden wird ein tieferes Verständnis der Prozesse an elektrochemischen Grenzflächen ermöglichen, da neuartige Informationen über die Struktur der Grenzfläche, die Ionenmobilität und den elektronischen Zustand zu erwarten sind.

Partner des Joffe-Röntgen-Instituts sind auf deutscher Seite das Fritz-Haber Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und das Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim. Auf russischer Seite sind die Lomonosov Moscow State University, das Joint Institute for Nuclear Research in Dubna und das Nikolaev Institute of Inorganic Chemistry in Novosibirsk mit dabei. Das Gesamtbudget beträgt jeweils eine Million Euro für den Zeitraum 2014 bis 2017. Das erste Gesamttreffen der Projektteilnehmer findet am 24.10.2014 in Berlin statt.

Im Oktober des Jahres 2013 startete in Hamburg das deutsch-russische Ioffe-Röntgen-Institut (IRI). Die virtuelle Einrichtung bündelt die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Anwendung großer Forschungsinfrastrukturen. Die thematischen Schwerpunkte des IRI sind die Forschung mit Photonen und Neutronen sowie die Entwicklung von Lichtquellen und verwandter Beschleunigertechnologie für die Lebens-, Material- und Nanowissenschaften, insbesondere im Bereich von Materialien für den Energiebereich.

Die erste Kooperationsinitiative des IRI, die vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation koordiniert wurde, finanziert Vorhaben der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung zur „Erforschung kondensierter Materie an Großgeräten mit Neutronen und Synchrotronstrahlung“.

In diesem Zusammenhang wird nun das auf deutscher Seite von der TU Bergakademie Freiberg koordinierte Verbundprojekt „Synchrotron- und Neutronenbasierte Untersuchungen zur Energiespeicherung“, kurz SyNeSthESia (Synchrotron and Neutron Studies for Energy Storage) gefördert. Projektleiter ist Prof. Dr. Dirk C. Meyer, Direktor des Instituts für Experimentelle Physik, die Koordination übernimmt Dr. Anastasia Vyalikh.

Die TU Bergakademie Freiberg war in diesem Zusammenhang unter anderem durch die Ausrichtung der „1st Freiberg Conference on Electrochemical Energy Storage Materials“ im Jahr 2013 sichtbar geworden. Hierzu erschien vor Kurzem ein Proceedings-Band in der Reihe des American Institute of Physics erschienen. Die zweite Konferenz findet im Jahr 2015 in Freiberg statt.

Weitere Informationen:

http://tu-freiberg.de/presse/bergakademie-nun-teil-des-ioffe-roentgen-instituts
Zur Publikation: http://scitation.aip.org/content/aip/proceeding/aipcp/1597

Madlen Domaschke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen
16.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Auf dem Weg zu neuen Leistungstransistoren
11.07.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics