Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiespeicher der Zukunft: TU Graz eröffnet Christian Doppler-Labor für Lithium-Batterien

12.04.2013
Sie stecken in jedem Handy oder Notebook, bringen Fahrzeuge in Bewegung oder speichern Energie: Batterien sind unverzichtbare Begleiter im täglichen Leben.

Sichere, leistungsstarke Speichersysteme zu entwickeln, die künftig eine noch längere Lebensdauer zeigen sollen, ist eines der Ziele des neuen Christian-Doppler-(CD-) Labors für Lithium-Batterien, das heute, Freitag, 12. April 2013, am Institut für Chemische Technologie von Materialien der TU Graz eröffnet wurde. Unternehmenspartner der maßgeblich vom Wirtschaftsministerium geförderten Einrichtung sind AVL List und Infineon Technologies Austria.


Das neue CD-Labor der TU Graz steht ganz im Zeichen der Energiespeicher der Zukunft. Im Bild: Testzellen für die elektrochemische Untersuchung von Lithium-Ionenbatterien. TU Graz/ICTM

Sie sind tragbar oder bringen selbst etwas in Bewegung – elektrochemische Energiespeicher gewinnen mit ihrem breiten Anwendungsspektrum immer mehr an Bedeutung. Mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent zählen Lithium-Ionenbatterien zu den vielversprechendsten Energiespeicherkonzepten. Die ablaufenden grundlegenden elektrochemischen Prozesse besser zu verstehen, bildet die Basis für die Weiterentwicklung von Batterien:

"Fortschritte in der Technik der Stromspeicherung können nur durch zusätzliches Wissen über die chemischen und physikalischen Grundlagen erzielt werden", erklärte Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, im Rahmen der Eröffnung des neuen Labors in Graz. Daher sei das maßgeblich vom Wirtschaftsministerium geförderte CD-Modell mit seiner Kooperation zwischen Unternehmen und Grundlagenforschung hier ideal geeignet.

Michael Losch, Sektionschef im Wirtschaftsministerium, hob die Bedeutung der neuen Einrichtung für den Standort Österreich hervor. "Durch die Forschungsarbeiten im neuen CD-Labor soll die Energiespeicherung in Batterien optimiert werden. Damit leistet das CD-Labor am Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich einen ganz neuen Beitrag zum Kompetenz- und Wissensaufbau für die angestrebte Energiewende. Insbesondere kann dadurch in dem für Österreich wichtigen Sektor der Automobilindustrie die Technologieführerschaft der österreichischen Zulieferer weiter ausgebaut werden", so Losch.

"Wandernde" Ionen

Das Grundprinizip der elektrochemischen Energiespeicherung einer Lithium-Ionen-Batterie klingt einfach: Lithium-Ionen "wandern" während des Ladens und Entladens einer Batterie zwischen den beiden Polen hin und her und durchqueren dabei strukturell ganz unterschiedliche Materialien. Die einzelnen Komponenten einer Batterie stehen dabei in enger Wechselwirkung. Die ablaufenden, komplexen Prozesse näher zu erforschen, ist eines der Hauptziele der Wissenschaftler. Das Team rund um Martin Wilkening untersucht dazu insbesondere Mikrostrukturen und dynamische Prozesse in neuen Batteriematerialien mit Methoden der Festkörper-Kernresonanz- und Impedanzspektroskopie  eine bisher noch seltene Kombination zweier komplementärer Techniken, die an der TU Graz betrieben wird.

Altern verstehen

Die Lebensdauer der Speichersysteme zu verbessern, ist dabei wichtiger Fokus der Forschungsarbeit. "Temperatureinflüsse oder intensives Laden und Entladen lassen Batterien schneller altern", erklärt Laborleiter Martin Wilkening. "Wenn wir mehr über diese Prozesse wissen, können wir die Lebensdauer und die Sicherheit verbessern", so die Zielsetzung. Wichtiges Thema ist auch die Miniaturisierung von Bauteilen: Die Forscher befassen sich daher mit neuartigen Materialien zur Entwicklung von Mikrobatterien.

Bildmaterial bei Nennung der Quelle "TU Graz/ICTM" honorarfrei verfügbar unter: http://presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/cdlabor_batterie/index.htm

Rückfragen:
Univ.-Prof. Dr.rer.nat. Martin Wilkening
Institut für Chemische Technologie von Materialien
E-Mail: wilkening@tugraz.at
Tel.: +43 (0) 316 873 32330
Mobil: +43 (0) 664 88 796 957

Mag. Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://lithium.tugraz.at/
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen
16.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Auf dem Weg zu neuen Leistungstransistoren
11.07.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics