Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiesparen mit innovativer Elektronik - Neues Forschungsnetzwerk in der Metropolregion Nürnberg

02.06.2010
Am 2. Juni 2010 fällt mit einer Auftaktveranstaltung am Fraunhofer IISB in Erlangen der offizielle Startschuss für den Fraunhofer-Innovationscluster „Elektronik für nachhaltige Energienutzung“.

Forschungseinrichtungen und Firmen aus der Metropolregion Nürnberg bündeln in dem neuen Kooperationsnetzwerk ihre Kompetenzen und entwickeln innovative Produkte in den Bereichen Leistungselektronik und Energietechnik. Der Innovationscluster wird vorhandene Alleinstellungsmerkmale der Region wirkungsvoll aufgreifen, neue Märkte erschließen und damit langfristig Arbeitsplätze sichern.

Es gibt kaum Fragen, die die Menschen so bewegen wie die zur Energie- und Klimaproblematik. Damit verbunden sind nicht nur Aspekte der Gesundheit und des Umweltschutzes, sondern auch Kostenfragen und solche des persönlichen Komforts, insbesondere im Hinblick auf die individuelle Mobilität. Nachhaltige Nutzung von Energie ist gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich höchst relevant. Effiziente und moderne Elektronik, insbesondere Leistungselektronik, kann einen ganz wesentlichen Beitrag zur Einsparung von Energie leisten.

Ob in Hauhaltsgeräten, Unterhaltungselektronik oder im Büro, ob in Industrieanlagen, Stromversorgungsnetzen oder Elektrofahrzeugen. Die Einsparpotentiale liegen entlang der gesamten Kette von der Energieerzeugung über die Energieverteilung bis hin zum Endverbraucher. Durch verlustarme Bauelemente, maßgeschneiderte Materialien und intelligente Systeme verbrauchen Geräte, Fahrzeuge und Industrieanlagen nicht nur weniger Energie und sind leistungsfähiger, sie werden auch deutlich betriebssicherer und kompakter.

Unter dieser Zielrichtung wird – koordiniert durch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB – der Innovationscluster „Elektronik für nachhaltige Energienutzung“ entstehen. In der Metropolregion Nürnberg findet sich eine einzigartige Konzentration aus einschlägigem industriellen Umfeld und Forschungskompetenz. Im Bereich Energie arbeiten in der Metropolregion rund 500 Unternehmen mit 60.000 Beschäftigten. Allein im Bereich der Leistungselektronik, die die zentrale technologische Grundlage für den Innovationscluster darstellt, gibt es in der Region rund 200 vorwiegend mittelständische Firmen, aber auch eine ganze Reihe großer internationaler Unternehmen. Rund 12.000 Arbeitsplätze sind dabei der Leistungselektronik direkt zuzuordnen, etwa 40.000 dem engeren Umfeld. Ziel des Innovationsclusters ist es, die vorhandenen Forschungs- und Entwicklungspotentiale zu bündeln und als Innovationstreiber und Transfer-Schnittstelle zwischen den Partnern von der Universität bis zur Industrie zu wirken. Durch den Innovationscluster wird in engem Austausch mit den bestehenden industriellen Netzwerken und Verbänden eine noch engere, koordinierte Verbindung zwischen der Wirtschaft und der Forschung vor Ort realisiert.

Zu den Forschungspartnern des Clusters gehören neben dem Fraunhofer IISB die Universität Erlangen-Nürnberg, die Hochschule Nürnberg, das Bayerische Laserzentrum und das Fraunhofer IIS. Der Innovationscluster wird auch eng mit dem Bayerischen Cluster Leistungselektronik und dem in Nürnberg ansässigen European Center for Power Electronics zusammenarbeiten. Gefördert werden die Forschungsarbeiten vom bayerischen Wirtschaftsministerium und von der Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation der Bundesregierung sowie durch Aufträge von Industriepartnern.

Ehrengäste bei der Auftaktveranstaltung für den Innovationscluster am 2. Juni sind Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel, Dr. Ulrich Katenkamp vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und Prof. Dr. Ulrich Buller vom Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. In Vorträgen von Forschungs- und Industriepartnern werden die zentralen Themen des Innovationsclusters vorgestellt: Energieeffizienter Arbeitsplatz und Haushalt, intelligente Stromnetze sowie Elektromobilität.

Ein konkretes Beispiel für die Forschungsaktivitäten des Innovationsclusters ist die Entwicklung fortschrittlicher Hochleistungsschalter für die Gleichspannungsübertragung im Stromversorgungsnetz, an der das Fraunhofer IISB gemeinsam mit dem Industriepartner Siemens Energy forscht. Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) gewinnt für den Transport von Energie über weite Strecken, zum Beispiel von Solarstrom aus der Sahara oder von Offshore-Windparks in der Nordsee, zunehmend an Bedeutung. Speziell der wachsende Anteil regenerativer Stromquellen erfordert zukünftig HGÜ-Anlagen, die im Gegensatz zur bisherigen Technik flexibel, modular und wirtschaftlich skalierbar bis hinunter zu Leistungen von wenigen zehn Megawatt sein müssen. Die im Rahmen des Innovationsclusters entwickelte Schaltertechnologie wird wesentlich dazu beitragen. Mit dieser Technologie lassen sich auch weitere Anwendungsfelder wie Schiffsantriebe, Bahntechnik oder Hochleistungsantriebe für die Förderung von Rohstoffen erschließen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Lothar Frey
Fraunhofer IISB
Schottkystraße 10, 91058 Erlangen, Germany
Tel. +49-9131-761-101
Fax +49-9131-761-102
info@iisb.fraunhofer.de
Fraunhofer-Innovationscluster:
Die Innovationscluster der Fraunhofer-Gesellschaft sind eine Initiative im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation der Bundesregierung. Sie sind regionale, anwendungsorientierte Themen- bzw. Projektcluster zwischen Industrie und Forschung mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren. Aufgabe der Innovationscluster ist es, interdisziplinäre Forschung mit wissenschaftlicher Exzellenz in konkreten Projekten umzusetzen. Ein Innovationscluster bündelt die vorhandenen Forschungs- und Entwicklungsressourcen und wirkt als Innovationstreiber und Transfer-Schnittstelle zwischen den Partnern von der Universität bis zur Industrie. Mit dieser Initiative schafft die Fraunhofer-Gesellschaft Anstöße zur Weiterentwicklung regionaler Exzellenzzentren und unterstützt die Kompetenzen der Regionen. Die Förderung der Projektarbeiten an den Forschungseinrichtungen erfolgt durch das jeweilige Bundesland, die Industrie sowie die Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen des Pakts für Innovation und Forschung der Bundesregierung.
Fraunhofer IISB:
Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB betreibt angewandte Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Mikro- und Nanoelektronik, Leistungselektronik und Mechatronik. Mit Technologie-, Geräte- und Materialentwicklungen für die Nanoelektronik sowie seinen Arbeiten zu leistungselektronischen Systemen für Energieeffizienz, Hybrid- und Elektroautomobile genießt das Institut internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie und öffentliche Einrichtungen. Neben seinem Hauptsitz in Erlangen hat das IISB zwei weitere Standorte in Nürnberg und Freiberg. Das IISB arbeitet eng mit dem Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente an der Universität Erlangen-Nürnberg zusammen.

Dr. Bernd Fischer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iisb.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärmepumpe mit dem klimafreundlichen Kältemittel Propan für die Aufstellung im Haus entwickelt
22.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht RACOCO: Strahlungscharakterisierung und Funktionsprüfung von COTS Bauteilen zur Anwendung im Weltraum
21.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Studenten entwickeln einen Koffer, der automatisch auf Schritt und Tritt folgt

22.10.2019 | Innovative Produkte

Chemikern der Universität Münster gelingt Herstellung neuartiger Lewis-Supersäuren auf Phosphor-Basis

22.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics