Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energie per Tankschiff

08.01.2009
Werkstoffe von ThyssenKrupp VDM und ThyssenKrupp Titanium helfen beim Transport von flüssigem Erdgas LNG

Steigende Gaspreise und die Abhängigkeit von einigen wenigen Exportländern wirken sich auf die europäische Energieversorgung aus. Die Suche nach Alternativen läuft auf Hochtouren. Seit einigen Jahren gewinnt deshalb ein bestimmtes Segment des weltweiten Gashandels an Bedeutung: Liquefied Natural Gas (LNG), zu Deutsch "verflüssigtes Erdgas".

Für 2020 wird eine Verdoppelung des Handelsaufkommens von verflüssigtem Erdgas auf rund 350 Millionen Tonnen pro Jahr erwartet. Bis zum Jahr 2030 wird der weltweite LNG-Konsum sogar auf circa 25 Prozent des gesamten Gasverbrauchs steigen - im Jahr 2007 waren es erst vier Prozent. Im Gegensatz zu normalem Erdgas, das bei Entfernungen bis zu 3200 Kilometern per Pipeline transportiert wird, werden bei größeren Distanzen Tankschiffe eingesetzt, die das LNG über die Weltmeere befördern.

Hierdurch erweitert sich der Kreis der möglichen Exportländer auf den Nahen Osten, Nord- und Westafrika sowie Australien. Mit der steigenden Bedeutung von LNG wächst auch der Bedarf an Materialien, die sich für die besonderen Bedingungen des LNG-Transports eignen. ThyssenKrupp Titanium und ThyssenKrupp VDM haben das Potenzial dieses Wachstumsmarktes erkannt und bieten spezielle Werkstoffe an, die sowohl für die Rohre, durch die das Flüssiggas beim Be- und Entladen der Tanker strömt, für chemische Aggregate im Bereich der Verflüssigung, als auch für die Kühler der Schiffsdiesel der Tanker verwendet werden.

Vor dem Transport des LNG über die Ozeane steht zunächst die Verflüssigung des Erdgases. Dies geschieht durch Kühlung auf minus 163 Grad Celsius in speziellen, bis zu 60 Meter hohen Kühlanlagen, in denen das Gas auf ein Sechshundertstel seines ursprünglichen Volumens schrumpft und dadurch transportfähig wird. Rund 250 Tonnen Titan werden hier für verschiedene Aggregate verwendet. Als Nächstes wird das Flüssiggas in Tanker gepumpt, die bis zu 140.000 Kubikmeter aufnehmen können und danach in Richtung Importländer auslaufen. Für die Kühlung des Motorenöls der Schiffsdiesel während des Transports sind Plattenwärmetauscher zuständig. "Pro Schiff werden dafür 20 Tonnen Titan benötigt", erklärt Helmut Jost, Leiter Marketing bei ThyssenKrupp Titanium in Essen.

"Aufgrund der besonderen Korrosionsbeständigkeit gegen Meerwasser ist es das einzige Material, das zur Kühlung verwendet werden kann." An speziellen LNG-Terminals erfolgt im Zielland schließlich das Entladen, nach dem das Flüssiggas wieder verdampft und ins Netz eingespeist wird. "Die großen Tankschiffe können aufgrund ihres Tiefgangs nicht bis ans Ufer fahren", erklärt Dr. de Boer, Leiter Anwendungstechnik bei ThyssenKrupp VDM in Werdohl. "Daher werden kilometerlange Rohrleitungen aufs Meer hinaus gelegt und mit dem Festland verbunden." Im Gegensatz zu konventionellen Rohrleitungen, die auf Stützen über dem Meeresspiegel liegen, ermöglichen neuartige Entwicklungen eine Verlegung unterirdisch oder auf dem Meeresgrund. Im Vergleich zu den Stegkonstruktionen sind diese aus Umwelt-, Kosten- und Sicherheitsgründen vorteilhafter.

Das Besondere an den Leitungssystemen ist das Zusammenspiel verschiedener Werkstoffe. Ein Rohr besteht aus verschiedenen "Schichten": Das Außenrohr ist ein mit Beton ummanteltes Stahlrohr, das Innenrohr besteht aus dem VDM-Werkstoff Pernifer 36. Je nach Rohrabmessung liefert ThyssenKrupp VDM bis zu 200 Tonnen Bleche für einen Kilometer Rohrleitung. Dabei können für Exportterminals Rohrleitungslängen von über 15 km benötigt werden. Verschiedene Edelstahlverarbeiter produzieren hieraus dann längsnahtgeschweißte Rohre im Durchmesserbereich zwischen 24 und 34 Zoll. "Das Material ist für diese Anwendung ideal geeignet", erklärt Dr. de Boer. "Die Kombination aus außergewöhnlich hoher Kaltzähigkeit und geringstem thermischen Ausdehnungswert sorgt dafür, dass lange Rohre ohne Rohrbögen oder Bälge verlegt werden können." Diese wären normalerweise notwendig, weil die Temperatur des Außenrohres immer nahe der Umgebungstemperatur ist und die des Innenrohres sich zwischen Umgebungstemperatur und minus 165 Grad Celsius ändert. Damit Wärmeverluste möglichst vermieden werden, kommt zwischen beide Rohre noch eine zusätzliche Isolationsschicht. ThyssenKrupp VDM hat sich darüber hinaus auf die besonderen Anforderungen eingestellt. So ist durch spezielle Fertigungswege und die Entwicklung eines Schweißzusatzwerkstoffes die Herstellung extrem langer Rohrsegmente ermöglicht worden, wodurch die hohen Sicherheitsanforderungen der Terminalbetreiber erfüllt werden und außerdem die Rohrleitungen wirtschaftlicher produziert werden können.

Experten gehen davon aus, dass der Flüssiggasanteil im weltweiten Gashandel in den nächsten 25 Jahren deutlich steigen wird. "Derzeit befinden sich 146 Tanker im Bau", sagt Jost. "Auch die Nachfrage nach entsprechenden Terminals und Anlagen, die das Gas verflüssigen, wächst stetig. Für unseren Werkstoff und das Unternehmen ist dies ein Zukunftsmarkt." Auch Dr. de Boer ist optimistisch: "Wir rechnen mit stetig steigenden Aufträgen von Seiten der Kunden und freuen uns, zur Erschließung alternativer Energiequellen einen Beitrag leisten zu können."

ThyssenKrupp Stainless AG
Erik Walner
Leiter Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 203 52 - 45130
Fax: +49 203 52 - 45132
E-Mail: erik.walner@thyssenkrupp.com

Erik Walner | ThyssenKrupp
Weitere Informationen:
http://www.thyssenkrupp-stainless.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »KaSiLi«: Bessere Batterien für Elektroautos »Made in Germany«
11.11.2019 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt
11.11.2019 | Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Im Focus: Göttinger Chemiker weisen kleinstmögliche Eiskristalle nach

Temperaturabhängig gefriert Wasser zu Eis und umgekehrt. Dieser Vorgang, in der Wissenschaft als Phasenübergang bezeichnet, ist im Alltag gut bekannt. Um aber ein stabiles Gitter für Eiskristalle zu erreichen, ist eine Mindestanzahl an Molekülen nötig, ansonsten ist das Konstrukt instabil. Bisher konnte dieser Wert nur grob geschätzt werden. Einem deutsch-amerikanischen Forschungsteam unter Leitung des Chemikers Prof. Dr. Thomas Zeuch vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen ist es nun gelungen, die Größe kleinstmöglicher Eiskristalle genau zu bestimmen. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science erschienen.

Knapp 100 Wassermoleküle sind nötig, um einen Eiskristall in seiner kleinstmöglichen Ausprägung zu formen. Nachweisen konnten die Wissenschaftler zudem, dass...

Im Focus: Verzerrte Atome

Mit zwei Experimenten am Freie-Elektronen-Laser FLASH in Hamburg gelang es einer Forschergruppe unter Führung von Physikern des Max-Planck-Instituts für Kernphysik (MPIK) in Heidelberg, starke nichtlineare Wechselwirkungen ultrakurzer extrem-ultravioletter (XUV) Laserpulse mit Atomen und Ionen hervorzurufen. Die heftige Anregung des Elektronenpaars in einem Heliumatom konkurriert so stark mit dem ultraschnellen Zerfall des angeregten Zustands, dass vorübergehend sogar Besetzungsinversion auftreten kann. Verschiebungen der Energie elektronischer Übergänge in zweifach geladenen Neonionen beobachteten die Wissenschaftler mittels transienter Absorptionsspektroskopie (XUV-XUV Pump-Probe).

Ein internationales Team unter Leitung von Physikern des MPIK veröffentlicht seine Ergebnisse zur stark getriebenen Zwei-Elektronen-Anregung in Helium durch...

Im Focus: Distorted Atoms

In two experiments performed at the free-electron laser FLASH in Hamburg a cooperation led by physicists from the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear physics (MPIK) demonstrated strongly-driven nonlinear interaction of ultrashort extreme-ultraviolet (XUV) laser pulses with atoms and ions. The powerful excitation of an electron pair in helium was found to compete with the ultrafast decay, which temporarily may even lead to population inversion. Resonant transitions in doubly charged neon ions were shifted in energy, and observed by XUV-XUV pump-probe transient absorption spectroscopy.

An international team led by physicists from the MPIK reports on new results for efficient two-electron excitations in helium driven by strong and ultrashort...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

Automatisiertes Fahren und Recht

06.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt

11.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Antibiotika: Neuer Wirkstoff wirkt auch bei resistenten Bakterien

11.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Forschungsprojekt kombiniert Digitalisierung und Verfahrenstechnik

11.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics