Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität: bestehende Kompetenzen nutzen

28.01.2019

Viele Unternehmen in Baden-Württemberg verfügen über spezialisiertes Fachwissen in der Prozesskette, die zum Produkt Verbrennungsmotor führt. Doch der Trend geht zum Elektrofahrzeug. Insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gestaltet sich eine strategische Neuausrichtung sehr schwierig. Mit dem „Transformations-Hub Elektromobilität“ am KIT entsteht eine Anlaufstelle insbesondere für KMU, die sich dieser Herausforderung stellt. Das Land Baden-Württemberg fördert den Hub nun mit 2,6 Millionen Euro.

„Das Rahmenprojekt ‚Fit4E‘ im Transformations-Hub Elektromobilität hilft Firmen, die eigenen Stärken und Kompetenzen des Unternehmens zu identifizieren“, sagt Professor Jürgen Fleischer vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT.


Kompetenzen im hochpräzisen Maschinenbau braucht es etwa bei den Drahtwicklungen des Stators eines Elektromotors, den sogenannten Hairpins. (Foto: Felix Wirth, KIT)

Foto: Felix Wirth, KIT

„Zusammen finden wir dann die Schnittmenge zur elektromobilen Technik und den Use Case zum Einstieg in die neuen Prozessketten.“Der Transformations-Hub startet konkret mit dem Rahmenprojekt „Fit4E“ und zwei Leuchtturmprojekten, die auf zwei Jahre angelegt sind. Mit der kommenden Einrichtung der „Karlsruher Forschungsfabrik“ wird der Hub mit dieser verknüpft. „‚Fit4E‘ richtet sich direkt an die Maschinen- und Anlagenbauer des Landes“, erklärt Projektleiterin Janna Hofmann vom wbk.

Diese seien meist Weltmarktführer in ihrem Prozessschritt, aber eben in der „alten“ Prozesskette Verbrennungsmotor. „In Schulungen am Hub erarbeiten die Firmen gemeinsam mit uns, wie sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen auch in der Produktionskette eines elektromobilen Antriebsstrangs einsetzen könnten.“

Das Leuchtturmprojekt „AgiloBat“ soll eine modulare Fertigungsanlage von Batteriezellen im Maßstab eines Technikums aufbauen, das flexibel auf Änderungen von Stückzahlen und Formaten reagiert. Die kleinste modulare Einheit, der „Smart Battery Maker“, ist ein Produktionsroboter für Prozessschritte wie „Beschichten und Trocknen“ oder „Vereinzeln und Stapeln“ und verzichtet dabei auf die Notwendigkeit, aufwendige Infrastrukturen wie große Trockenräume zu betreiben.

Mit Kompetenzen im hochpräzisen Maschinenbau sind KMU für die Prozesse oft besser gerüstet als sie vermuten. In diesem Projekt arbeiten drei Arbeitsgruppen des KIT – von den Instituten für Thermische Verfahrenstechnik (Arbeitsgruppe Thin Film Technology) und für Angewandte Materialien (Teilinstitut Energiespeichersysteme) sowie dem wbk – und eine Gruppe des Fraunhofer ICT zusammen.

Das Leuchtturmprojekt „Ausbildungsfabrik Statorfertigung“ richtet sich in Zusammenarbeit mit den einschlägigen Schulen in Karlsruhe an Auszubildende. Am Beispiel der Fertigung von Hairpins für Statoren – speziellen Drahtwicklungen für Elektromotoren – entsteht ein Schulungs- und Lehrkonzept.

Es orientiert sich an vorhandenen Prozessmodulen des Projektes „AnStaHa“, das die serien- und typenflexible Fertigung von Elektromotoren erforscht. In der Ausbildungsfabrik sollen die Auszubildenden praktisch und spielerisch die Kompetenzen zur Fertigung eines Elektroantriebes kennenlernen, was bei ihrem Ausbildungsbetrieb nicht immer möglich ist.

Weitere Informationen:

https://www.wbk.kit.edu/wbkintern/Forschung/Projekte/AusbildungsfabrikStatorfert...

https://www.kit.edu/kit/pi_2017_126_flexible-fertigung-von-elektromotoren-fur-fa...

https://www.kit.edu/kit/pi_2019_002_auf-dem-weg-zur-karlsruher-forschungsfabrik....

https://www.forschungsfabrik-ka.de/servlet/is/65033

Weitere Materialien:

Elektromobile Kompetenz am KIT – Videointerview mit Jürgen Fleischer: https://www.kit.edu/downloads/transformationshub_fleischer.mp4

Details zum KIT-Zentrum Mobilitätssysteme: http://www.mobilitaetssysteme.kit.edu

Weiterer Pressekontakt: Kosta Schinarakis, Themenscout, Tel.: +49 721 608-21165, Fax: +49 721 608-43658, E-Mail:schinarakis@kit.edu

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 25 100 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Originalpublikation:

https://www.kit.edu/kit/pi_2019_013_elektromobilitat-bestehende-kompetenzen-nutz...

Weitere Informationen:

https://www.kit.edu/downloads/transformationshub_fleischer.mp4

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln Roboterarme biegsam wie Elefantenrüssel: für große Greifer und kleine Endoskope
18.03.2019 | Universität des Saarlandes

nachricht Photovoltaik-Anlagen mit Drohne überwachen
18.03.2019 | Hochschule Coburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Oszillation im Muskelgewebe

Wenn ein Muskel wächst oder eine Verletzung in ihm ausheilt, verwandelt sich ein Teil seiner Stammzellen in neue Muskelzellen. Wie dieser Prozess über zwei oszillierend hergestellte Proteine gesteuert wird, beschreibt nun das MDC-Team um Carmen Birchmeier im Fachjournal „Genes & Development“.

Die Stammzellen des Muskels müssen jederzeit auf dem Sprung sein: Wird der Muskel beispielsweise beim Sport verletzt, ist es ihre Aufgabe, sich so rasch wie...

Im Focus: Das Geheimnis des Vakuums erstmals nachweisen

Neue Forschungsgruppe an der Universität Jena vereint Theorie und Experiment, um erstmals bestimmte physikalische Prozesse im Quantenvakuum nachzuweisen

Für die meisten Menschen ist das Vakuum ein leerer Raum. Die Quantenphysik hingegen geht davon aus, dass selbst in diesem Zustand niedrigster Energie noch...

Im Focus: Revealing the secret of the vacuum for the first time

New research group at the University of Jena combines theory and experiment to demonstrate for the first time certain physical processes in a quantum vacuum

For most people, a vacuum is an empty space. Quantum physics, on the other hand, assumes that even in this lowest-energy state, particles and antiparticles...

Im Focus: Test der Symmetrie der Raumzeit mit Atomuhren

Der Vergleich zweier optischer Atomuhren bestätigt ihre hohe Genauigkeit und eine Grundannahme der Relativitätstheorie - Nature-Veröffentlichung

Einstein formulierte in seiner Speziellen Relativitätstheorie die These, die Lichtgeschwindigkeit sei immer und unter allen Bedingungen gleich. Doch diese...

Im Focus: Energieeffizientes Supraleiterkabel für Zukunftstechnologien

Ob für die Anbindung von Windparks, für die Gleichstromversorgung auf Schiffen oder sogar für leichte und kompakte Hochstromleitungen in künftigen vollelektrischen Flugzeugen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein vielseitiges Supraleiterkabel entwickelt, das auf einfache Weise industriell gefertigt werden kann. Bei moderater Kühlung transportiert es elektrische Energie nahezu verlustfrei.

Supraleiter übertragen elektrischen Strom bei tiefen Temperaturen nahezu verlustfrei – das macht sie für eine ganze Reihe energiesparender Technologien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

Tuberkulose - eine der ältesten Krankheiten der Menschheit eliminieren!

15.03.2019 | Veranstaltungen

18. Fachtagung zu Rapid Prototyping

13.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der virtuelle Graue Star

18.03.2019 | Informationstechnologie

Objekt­erkennung für innovative Logistiksysteme

18.03.2019 | Verkehr Logistik

Forscher entwickeln Roboterarme biegsam wie Elefantenrüssel: für große Greifer und kleine Endoskope

18.03.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics