Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einheitliches Glossar für Begriffe der Industrie 4.0

09.09.2014

Begriffe rund um Industrie 4.0
(Glossar des VDI GMA Fachausschuss 7.21 »Industrie 4.0«)

Im Fachausschuss VDI/VDE-GMA 7.21 »Industrie 4.0« wird unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Epple von der RWTH Aachen an einem einheitlichen Verständnis der grundlegenden Begrifflichkeiten, Referenzmodelle und Architekturkonzepte für Industrie 4.0 auf Basis und zur Weiterentwicklung der bestehenden Standardisierungslandschaft gearbeitet. Ziel ist ein gemeinsames Verständnis der grundlegenden Begriffe ebenso wie ein Konsens über Referenz­modelle und -architekturen.

Im Rahmen von Industrie 4.0 wachsen die Sprachen von Produktion und IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) zusammen. Es existieren jedoch historisch begründete Unterschiede und Unklarheiten bei wichtigen Begriffen rund um Industrie 4.0. Die Arbeitsgruppe »Begriffe« unter der Leitung von Frau Dr.-Ing. Miriam Schleipen vom Fraunhofer IOSB ist bemüht, eine gemeinsame »Basis« (Terminologie) von Industrie 4.0 im Sinne sprachlicher und gedanklicher Konstrukte zu erarbeiten. Dabei wird auf bestehenden Normen und Standards aus den Bereichen IKT und Produktion aufgesetzt.

Im Umfeld von Industrie 4.0 werden Begrifflichkeiten und Konzepte aus unterschiedlichen Domänen aufgegriffen (etwa aus dem IKT-Bereich die Orchestrierung von Diensten in einer service-orientierten Umgebung). Manche Begrifflichkeiten sind aber in den beteiligten Domänen unterschiedlich besetzt (etwa Service (Dienst) im IKT-Bereich gegenüber der Produktion). Andere Begriffe sind sogar innerhalb einer Domäne mehrdeutig oder unpräzise (etwa Komponente). Diese sprachlichen und konzeptionellen Unterschiede und Ungenauigkeiten, sowie der Bedarf nach Erklärungen zu »fachfremden Konzepten« sind ein Hindernis in der Entwicklung übergreifender komplexer technischer Lösungen für Industrie 4.0 und in der Normung. 

Einheitliche Begriffe sorgen für erleichterte Zusammenarbeit

Mit dem Glossar wird also eine gemeinsame Basis für Begrifflichkeiten im Rahmen von Industrie 4.0 geschaffen werden, welche die unterschiedlichen Sichtweisen und Anforderungen berücksichtigt. Dies soll die Zusammenarbeit über die Grenzen von Unternehmen und Branchen hinweg erleichtern und ist Voraussetzung für die Normung.

Es existieren bereits Glossare zu Industrie 4.0, zumeist als Anhang zu entsprechenden Publikationen (etwa [I4.0-U]). Neu an dieser Arbeit ist der explizite Bezug zu existierenden Standards und Normen und die Synthese historisch unterschiedlicher sprachlicher und gedanklicher Konzepte der Domänen IKT und Produktion. Ebenso neu ist der Fokus auf den Einsatz in der Normung. Diese setzt als Grundlage eine Einigung über die relevanten Begriff­lichkeiten, festgelegt durch präzise und eindeutige Formulierungen (für die wieder­um eindeutig definierte Fachbegriffe verwendet werden), voraus.

Der Fachausschuss arbeitet in Abstimmung mit dem VDI/VDE-GMA Fachausschuss 7.20 »Cyber Physical Systems« und anderen Verbänden. Die Arbeiten erfolgen zudem in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Komitees (z.B. dem DKE/UK 921.1) des Fachbereichs 9 der DKE. Weiterhin wird durch eine Personalunion von Mitarbeitern des FA 7.21 und der Arbeitsgruppe 2 der Plattform Industrie 4.0 (siehe unter http://www.plattform-i40.de/plattform/ organisation) Ergebnisse dort ebenfalls eingebracht.

Kurz und klar.

Jede Begriffsdefinition umfasst ca. 255 Zeichen. Ziel ist keine lange Erläuterung, sondern eine Fokussierung auf die Kernpunkte. Optionale Anteile sind dabei explizit gekenn­zeichnet. Für detailliertere Ausführungen wird ggf. auf weiterführende Quellen verwiesen. Fachwörter, die in den Definitionen verwendet werden, haben möglichst einen eigenen Eintrag im Glossar selbst oder sind in allgemein zugänglichen Quellen, wie dem International Electrotechnical Vocabulary [IEV], definiert. Somit sind die Konsistenz der Terminologie und ein einfacher Zugang für Fachfremde gewährleistet.

Die Menge an Begriffen wurde in fünf Themenbereiche aufgeteilt:

Allgemein
Produktion
IKT
Industrie 4.0
Eigenschaften Industrie 4.0 Komponenten:


Die ersten 19 Begriffsdefinitionen haben verschiedene Entwicklungsstadien und Qualitätsstufen durchlaufen und sind zur Veröffentlichung freigegeben.

Sie finden sie aktuell auf folgender Homepage: www.iosb.fraunhofer.de/?BegriffeI40

Weitere Definitionen sind in Arbeit. Sie werden kontinuierlich angepasst, daher freut sich der Fachhausschuss über jede Rückmeldung von Ihnen!

Fachkontakt:

Dr.-Ing. Miriam Schleipen

Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB;
Abteilung Informationsmanagement und Leittechnik ILT);
Gruppenleitung Leitsysteme und Anlagenmodellierung;
Fraunhofer Straße 1,

76131 Karlsruhe, Germany;
Telefon: +49 721 6091 382;
Email: miriam.schleipen@iosb.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iosb.fraunhofer.de/?BegriffeI40
http://www.vdi.de/technik/fachthemen/mess-und-automatisierungstechnik/fachbereic...
http://www.vdi.de/industrie40

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Schlaflos wegen Handy? Neue Displays könnten Abhilfe schaffen
21.06.2018 | Universität Basel

nachricht Sensoren auf Gummibärchen: Team druckt Mikroelektroden-Arrays auf weiche Materialien
21.06.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics