Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?

22.08.2017

Umweltfreundliche Kühltechnologie für Gebäudeklimatisierung serientauglich machen – DBU fördert

Klimaanlagen haben in heißen Sommern Hochkonjunktur. Sie funktionieren jedoch meist mit umweltschädlichen Kältemitteln und verbrauchen viel Strom. Umweltfreundlich cool bleiben – das wird vielleicht schon bald ein auf niedrigere Kaltwassertemperaturen als bisher üblich ausgelegter „eChiller“ ermöglichen.


Umweltfreundlich "cool" bleiben – das wird vielleicht schon bald ein auf niedrigere Kaltwassertemperaturen als bisher üblich ausgelegter „eChiller“ ermöglichen.

© Efficient Energy GmbH


"Chillen" für den Klimaschutz (v.l.): Dipl.-Ing. Oliver Kniffler, Dr.-Ing. Jürgen Süß und Dipl.-Inf. Holger Sedlak vor dem "eChiller": Seine Weiterentwicklung soll Wasser als Kältemittel für die herkömmliche Klimatisierung von etwa Büro-, Veranstaltungsgebäuden und Hotels zum Durchbruch verhelfen.

© Efficient Energy GmbH

Fachlich und finanziell mit rund 300.000 Euro unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) will die Firma Efficient Energy (Feldkirchen, Landkreis München) die jüngst erst für Rechenzentren und Serverräume zur Serienreife entwickelte Kühltechnologie mit Wasser als Kältemittel auch für neue Einsatzgebiete optimieren.

Mit einem neuen Förderprojekt der DBU soll der innovativen Kühltechnologie für die herkömmliche Klimatisierung von etwa Büro-, Veranstaltungsgebäuden und Hotels zum Durchbruch verholfen werden.

Bei Kälteerzeugung muss Effizienz der Energiewandlung gesteigert werden

„Klimaschutz erfordert eine deutlich stärkere, wirkungsvolle, umwelt- und naturschutzverträgliche Nutzung erneuerbarer Energien. Dafür ist ein erheblicher Zubau neuer regenerativer Energietechnologien notwendig, aber auch eine Optimierung bestehender Anlagen. Bei der Kälteerzeugung muss die Effizienz der Energiewandlung gesteigert werden“, betont Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der DBU.

Die Förderarbeit der Stiftung ziele daher darauf ab, die dezentrale Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kältebereitstellung durch eine bessere Effizienz und Wirtschaftlichkeit voranzutreiben, den Betrieb von Bestandsanlagen durch Nachrüsten zu optimieren, die Umweltbeeinträchtigungen durch den Betrieb derartiger Anlagen zu verringern, die Akzeptanz für den weiteren Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien zu stärken und die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte zu gewährleisten.

Das natürlichste und umweltfreundlichste Kältemittel: Wasser

Die kühlende Wirkung von Wasser hat jeder Mensch schon als Kind erlebt, wenn das übermäßige Planschen im Freibad zu blauen Lippen, zittern und Gänsehaut führt. Das Prinzip: Wasser versucht, in den gasförmigen Zustand überzugehen. Dafür benötigt es Energie, die es dem Körper in Form von Wärme entzieht, so dass man friert. Auch bei Klimaanlagen entzieht das Kältemittel – wofür bisher vor allem Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) eingesetzt werden – der Umgebung Wärme.

FKW sind Treibhausgase, die, wenn sie ungewollt freigesetzt werden, die Erderwärmung weiter vorantreiben, und zwar mit einem mehr als 1000-fach höheren Treibhausgaspotenzial als Kohlendioxid. Dr.-Ing. Roland Digel, DBU-Fachreferent für Klimaschutz und Energie: „Wasser spielte bei Kompressionskältemaschinen bis vor wenigen Jahren keine Rolle, da die geringe Wasserdampfdichte zu sehr hohen Volumenströmen im Kompressor führt, was den Einsatz ölfrei laufender Turboverdichter erfordert. “

80 Prozent weniger Energieverbrauch im Vergleich

Verwendet werden könne normales Leitungswasser, sagt Dr.-Ing. Jürgen Süß, Geschäftsführer von Efficient Energy. Das Unternehmen, zu Beginn noch ein Start Up, habe mit seinem Produkt erreicht, dass 100 Prozent umweltfreundliches Kältemittel eingesetzt und je nach Anwendungsfall 80 Prozent Energie eingespart werden können. Die Kältetechnik-Branche sei insgesamt für fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich und trage einen Anteil von 14 Prozent des Strombedarfs. Eine deutliche Verringerung in beiden Fällen würde sich positiv auf das Klima auswirken und den deutschen Klimaschutzzielen entsprechen, unterstreicht auch Prof. Wahmhoff.

Ausweitung der Technologie auf Büros, Hotels und andere Gebäude

Jetzt will Efficient Energy mit dem neuen Vorhaben den nächsten Schritt tun. „Bisher ist die Technologie im mitteleuropäischen Klima auf Kaltwassertemperaturen von mindestens 18 Grad Celsius beschränkt“, sagt Digel. Zukünftig soll eine Kaltwassertemperatur von zwölf Grad erreicht werden. Dadurch könnten auch Bürogebäude, Hotels, Veranstaltungsgebäude und andere Gebäude diese Technik zur konventionellen Klimatisierung nutzen.

Weitere Informationen:

https://www.dbu.de/123artikel37299_2442.html

Franz-Georg Elpers | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energiesparender Spin-Strom über magnetisches Feld und Temperatur steuerbar
17.08.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Hitzefrei im Elektromobil: Neuartige Materialien steigern Komfort und Reichweite von E-Fahrzeugen
16.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics