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Energieversorgung 2020

10.05.2007
VDE: CO2-Ausstoß kann bis 2020 um 40 Prozent gesenkt werden

Die gesamte Energiewirtschaft steht weltweit vor großen Herausforderungen. Infolge des dramatisch steigenden Energiebedarfs einiger aufstrebender Länder wie beispielsweise China und Indien tritt die prognostizierte Verknappung fossiler Energieträger immer deutlicher zutage. Die damit einhergehende starke Nachfrage auf den Energiemärkten hat bereits zu deutlichen Preissteigerungen geführt.

Für Industrienationen wie Deutschland steht die Sicherstellung einer zuverlässigen, nachhaltigen, umweltverträglichen und zugleich preisgünstigen Energieversorgung an erster Stelle. Hierzu gehören ein sinnvoller Energiemix und eine Verbesserung der Energieeffizienz bei Erzeugung, Übertragung und Verbrauch. Unabhängig davon zwingt der rasche Klimawandel zu umgehendem Handeln. Hierzu zählen die Entwicklung hocheffizienter Kraftwerkstechnologien und Verfahren zur CO2-Sequestrierung. Besonders sinnvoll ist jedoch die gleichzeitige Auskopplung und Nutzung von Strom und Wärme aus dem Energieumwandlungsprozess durch Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen). Dies bietet sich vor allem bei dezentralen Versorgungskonzepten an, da eine Wärmeverteilung über größere Distanzen nicht wirtschaftlich ist.

Die aktuelle VDE-Studie „Dezentrale Energieversorgung 2020“ macht den Erfolg des Konzepts von einem hocheffizienten Energiemanagement sowie deutlich verbesserten Stromnetzen abhängig. Die Studie sieht einen hohen Investitionsbedarf in die Netze, in „virtuelle Kraftwerke“ sowie in die Aufrüstung der gesamten Stromversorgung mit Informationstechnik. Intelligentes Energiemanagement kann, so der VDE, zu einem Exportschlager „Made in Germany“ werden.

Der Studie zufolge können die derzeit noch vorwiegend mit Erdgas betriebenen KWK-Anlagen langfristig auf Biogas oder andere Biotreibstoffe umgerüstet werden. Dezentrale Versorgungskonzepte können auch dazu beitragen, die Netzverluste zu reduzieren, indem ein möglichst großer Teil des lokal erzeugten Stroms dort genutzt wird. Eine ausschließlich dezentrale Versorgung ist den VDE-Experten zufolge allerdings weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll, da das unstetige und nicht flächendeckend verfügbare Angebot der erneuerbaren Energieträger entsprechende Speicherkapazitäten und leistungsfähige Netze erfordert, um eine bedarfsorientierte Versorgung zu ermöglichen.

Nach Berechnungen des VDE kann der CO2-Ausstoß bis 2020 um 40% gesenkt werden. Kernpunkt dieses Szenarios sind ein deutlich geringerer Einsatz fossiler Brennstoffe, der signifikante Ausbau regenerativer Energien über dezentrale Energieversorgung auf einen Anteil von 25% sowie die Nutzung der Kernenergie auf heutigem Niveau.

Um die Energieversorgung der Industrienation Deutschland zuverlässig, nachhaltig, umweltverträglich und preisgünstig zu sichern, ist nach Ansicht der VDE-Experten eine Mischung aus zentraler und dezentraler Erzeugung unabdingbar. Das künftige Nebeneinander von zentralen und dezentralen Versorgungssystemen verlangt nach Ansicht der VDE-Experten dreierlei:

1. Ein auf modernster IT-Technik beruhendes Energiemanagement. Durch den Einsatz heute bereits vorhandener Informations- und Kommunikationstechnik in der Energietechnik lässt sich die Effizienz der eingesetzten Ressourcen, also auch Kohle und Öl, deutlich steigern.

Deutschland ist nach Einschätzung der VDE-Experten schon heute das Land mit der größten Erfahrung in Sachen intelligenter Energieversorgung und wird diese Dienstleistung bis zum Jahr 2020 zu einem Exportschlager ausbauen.

2. Verlangt der verstärkte Einsatz regenerativer Energien über alle Spannungsebenen gut ausgebaute Stromnetze, die den dezentralen Energiezufluss bewältigen können. Da zum Beispiel Windkraft nicht gespeichert werden kann, müssen die Netze so flexibel ausgelegt sein, dass jeweils aktuelle Erzeuger ihre Leistung einspeisen können.

3. Um künftig kritische Netzsituationen meistern zu können, empfiehlt der VDE die Einführung von großräumigen Automatisierungs- und Schutzsystemen sowie ein Echtzeit-Sicherheitsmanagement, das in kritischen Situationen für die Stabilität des Netzes sorgt.

Nach Ansicht des VDE lassen sich die Ziele der EU, den Anteil erneuerbarer Energien auf 22 Prozent und die Energie aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage auf 18 Prozent zu steigern, nur mit dem Mix aus zentraler und dezentraler Energieversorgung erreichen. Dies müsse – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um den Klimawandel – ein originäres Interesse der Politik sein.

Rolf Froböse | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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