Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fernwärme: Dampfnetze auf Heißwasser umstellen

19.03.2007
Umstellung im laufenden Betrieb ist kostengünstig und effizient

Früher lag es bei der Errichtung von Fernwärmenetzen und dem damaligen Stand der Kraftwerkstechnik nahe, Dampf aus dem Kraftwerksprozess auszukoppeln und als Wärmeträgermedium für die Fernwärme zu nutzen.

Aus heutiger Sicht haben derartige Dampfnetze aber Schwächen. Sie verschlechtern den Wirkungsgrad moderner Kraftwerkstechnik und bei der Wärmeverteilung im Netz verursachen sie vermeidbare Wärmeverluste sowie hohen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. Ein Fernwärmenetz mit dem Wärmeträgermedium Heißwasser bietet hier Vorteile. Bislang war eine Umrüstung eines Fernwärmenetzes von Dampf zu Heißwasser mit hohen Kosten und beträchtlichen Baumaßnahmen verbunden.

Das neue BINE-Projekt-Info "Fernwärme-Dampfnetze auf Heißwasser umstellen" (1/2007) stellt ein neues kostengünstiges Umstellungskonzept vor. Erstmals konnten in einem Pilotprojekt in München die vorhandenen Dampf- und Kondensatleitungen für das Heißwassernetz weiter genutzt werden.

München hatte bis zum Jahr 2000 einen hohen Dampfnetzanteil bei der Fernwärme. Der hohe bauliche Aufwand, die Instandhaltungs- und Wartungskosten und die unzureichende Energieeffizienz trübten die wirtschaftliche Bilanz. Dabei benötigten 95% aller Fernwärmekunden Heizwärme nur auf einem Temperaturniveau unter 100 °C. In einem Pilotprojekt wurde daher das Münchner Netz auf Heißwasser umgestellt und - aus wirtschaftlichen Gründen - das bisherige Netz weiter benutzt. Die bisherige Zwischenbilanz fällt positiv aus: Durch den verbesserten Kraftwerksprozess konnte die Stromausbeute im Kraftwerk um 160 GWh pro Jahr gesteigert werden, was rechnerisch etwa 100.000 Tonnen CO2 entspricht.

Die Wartungskosten im Fernwärmenetz sanken beträchtlich. Die Umstellung konnte mit geringen Auswirkungen auf die Kundenversorgung und das Stadtbild durchgeführt werden.

In Deutschland gibt es ca. 100 Dampfnetze, die zu großen Teilen noch saniert werden müssen. Das in München erprobte Verfahren bietet die Chance, auch andernorts der Fernwärme neue Perspektiven zu eröffnen. Das Projekt-Info "Fernwärme-Dampfnetze auf Heißwasser umstellen" ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich - telefonisch unter 0228 - 923790 oder im Internet unter http://www.bine.info

Pressekontakt
BINE Informationsdienst
Uwe Milles
Tel. 0228/9 23 79-26
Fax 0228/9 23 79-29
E-Mail presse@bine.info
Kaiserstraße 185-197
53113 Bonn
BINE ist ein Informationsdienst von FIZ Karlsruhe und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. FIZ Karlsruhe ist Dienstleister und Servicepartner für das Informationsmanagement und den Wissenstransfer in Wissenschaft und Wirtschaft. Schwerpunkte sind die weltweit einzigartige Datenbankkollektion von STN International und die Entwicklung von e-Science-Lösungen. Weitere Informationen unter http://www.fiz-karlsruhe.de

Rüdiger Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.bine.info
http://www.bine.info/templ_meta.php/presseforum/archiv_pressetexte/453/link=clicked/

Weitere Berichte zu: Dampfnetz FIZ Fernwärme Fernwärmenetz Heißwasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Schlaflos wegen Handy? Neue Displays könnten Abhilfe schaffen
21.06.2018 | Universität Basel

nachricht Sensoren auf Gummibärchen: Team druckt Mikroelektroden-Arrays auf weiche Materialien
21.06.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics