Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektrolumineszenz lässt Kunststoffteile leuchten

19.02.2002


Tiefkühlfächer und -truhen sind eine mögliche zukünftige Anwendung für die leuchtenden Kunststoffteile: Bei der Suche nach Lebensmittelvorräten braucht dann niemand mehr im Trüben zu fischen. Das kalte Licht wird durch Elektrolumineszenz erzeugt. Die "Außenhaut" des flachen und langlebigen Systems besteht aus flächig bedruckbaren Makrofol® Folien der Bayer AG.


Es werde Licht
Neue Technologie bietet viele interessante Anwendungsmöglichkeiten

Ein Blickfang war er bereits auf der K2001 auf dem Bayer-Stand: ein großer Kunststoff-"Button", der ohne separate Lichtquelle selbst leuchtet. Faszinierend ist aber nicht nur, dass hier ein Kunststoffteil Licht emittiert, noch dazu in verschiedenen Farben, sondern dass es zudem sehr flach und gleichzeitig verformbar ist, so dass es sich bequem in Oberflächen integrieren lässt.

Die "smarte" Außenhaut des Kunststoffteils besteht aus einer flächig bedruckten Makrofol® Folie, durch die das Licht nach außen gelangt. Voraussetzung hierfür ist eine transparente Elektrode, z.B. aus Baytron®, die durch eine elektrisch nicht leitende Schicht, ein sogenanntes Dielektrikum, von der darunter liegenden Gegenelektrode getrennt ist. Das Dielektrikum ist mehrschichtig aufgebaut. Wird an die beiden äußeren Elektroden eine Spannung angelegt, verhält es sich wie ein Plattenkondensator.

Dieses System stellt die eigentliche Lichtquelle dar. Es funktioniert praktisch umgekehrt wie eine Solarzelle: Während dort das einfallende Sonnenlicht in eine elektrische Spannung umgewandelt wird, sorgt hier eine außen angelegte Spannung für die Lichterzeugung. Diese Erscheinung bezeichnet man als Elektrolumineszenz. Bei der hier vorgestellten Entwicklung können handelsübliche Batterien verwendet werden. Mittels eines Inverters lässt sich deren üblicherweise niedrige Spannung leicht in die benötigte Wechselspannung von 110 Volt transformieren. Die nach diesem Prinzip hergestellten Elemente liefern "kaltes" Licht mit sehr gleichmäßiger Ausleuchtung. Ihre Lebensdauer ist hoch. In Abhängigkeit von Belichtung und elektrischer Spannung kann wahlweise blaues, grünes, orangefarbenes oder weißes Licht erzeugt werden.

Das kleine Wunderwerk der Technik verdankt seine Entstehung einer engen Partnerschaft zwischen der Bayer AG und der Lumitec AG, Gais/Schweiz, die ihre Kompetenzen auf diesem Gebiet zusammengeführt haben. Während die Lumitec auf die Elektrolumineszenz-Technologie spezialisiert ist, stammen von Bayer die für die Herstellung verwendeten Kunststofffolien der Marke Makrofol. Die Produkte aus Polycarbonat (PC) sind für diese Anwendung ideal geeignet, denn sie zeichnen sich durch eine sehr gute Lichtdurchlässigkeit, Dimensionsstabilität und Verformbarkeit aus. Außerdem haben sie einen hohen elektrischen Isolationswiderstand und lassen sich gut bedrucken und verkleben. Das Leverkusener Unternehmen brachte außerdem das Know-how für die in mould decoration (IMD) Technologie ein, mit der sich die Oberflächen der Kunststoffteile variabel gestalten lassen.

Inzwischen konnte gezeigt werden, dass sich die Mehrschichtfolienelemente auch für die Hinterspritztechnik eignen. Damit eröffnet sich für diese Technologie ein weites Feld möglicher Einsatzgebiete: In der Elektroinstallation ergeben sich neue Möglichkeiten, um Schalter oder Hinweise auf Notausgänge kenntlich zu machen. Auch für die indirekte Beleuchtung bieten sich neue Perspektiven. Im Automobilbereich erscheint eine ambiente Innenraumbeleuchtung viel versprechend. Signalwirkung hätte auch der Einsatz auf Textilien oder Schuhen, z.B. im Sport. Ebenso lassen sich Blenden auf Geräten der sogenannten weißen Ware attraktiv und übersichtlich gestalten.

Dank ihrer vorteilhaften Eigenschaften werden Folien aus Makrofol und Bayfol® bereits in vielen anderen Hochtechnologie-Anwendungen erfolgreich eingesetzt. Zum Beispiel für Skalen und Zifferblätter in Armaturentafeln, zur Herstellung von Tastaturkappen für Mobiltelefone sowie von Verpackungen für elektronische Bauelemente, außerdem als Material für ID- und Chipkarten. Da sich Makrofol leicht sterilisieren lässt, wird es in der Medizintechnik als Verpackungsmaterial für Implantate geschätzt.

BayNews Redaktion | BayNews

Weitere Berichte zu: Dielektrikum Elektrolumineszenz Kunststoffteil Makrofol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuartiger Ventiltrieb spart 20% Treibstoff
19.08.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Kohlendioxidneutrale Kraftstoffe aus Luft und Strom
19.08.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: "Qutrit": Komplexe Quantenteleportation erstmals gelungen

Wissenschaftlern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien ist es gemeinsam mit chinesischen Forschern erstmals gelungen, dreidimensionale Quantenzustände zu übertragen. Höherdimensionale Teleportation könnte eine wichtige Rolle in künftigen Quantencomputern spielen.

Was bislang nur eine theoretische Möglichkeit war, haben Forscher der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien nun erstmals...

Im Focus: Laser für durchdringende Wellen: Forscherteam entwickelt neues Prinzip zur Erzeugung von Terahertz-Strahlung

Der „Landau-Niveau-Laser“ ist ein spannendes Konzept für eine ungewöhnliche Strahlungsquelle. Er hat das Zeug, höchst effizient sogenannte Terahertz-Wellen zu erzeugen, die sich zum Durchleuchten von Materialen und für die künftige Datenübertragung nutzen ließen. Bislang jedoch scheiterten nahezu alle Versuche, einen solchen Laser in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg dorthin ist einem internationalen Forscherteam nun ein wichtiger Schritt gelungen: Im Fachmagazin Nature Photonics stellen sie ein Material vor, das Terahertz-Wellen durch das simple Anlegen eines elektrischen Stroms erzeugt. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) waren maßgeblich an den Arbeiten beteiligt.

Ebenso wie Licht zählen Terahertz-Wellen zur elektromagnetischen Strahlung. Ihre Frequenzen liegen zwischen denen von Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sowohl...

Im Focus: A miniature stretchable pump for the next generation of soft robots

Soft robots have a distinct advantage over their rigid forebears: they can adapt to complex environments, handle fragile objects and interact safely with humans. Made from silicone, rubber or other stretchable polymers, they are ideal for use in rehabilitation exoskeletons and robotic clothing. Soft bio-inspired robots could one day be deployed to explore remote or dangerous environments.

Most soft robots are actuated by rigid, noisy pumps that push fluids into the machines' moving parts. Because they are connected to these bulky pumps by tubes,...

Im Focus: Crispr-Methode revolutioniert

Forschende der ETH Zürich entwickelten die bekannte Crispr/Cas-Methode weiter. Es ist nun erstmals möglich, Dutzende, wenn nicht Hunderte von Genen in einer Zelle gleichzeitig zu verändern.

Crispr/Cas ist in aller Munde. Mit dieser biotechnologischen Methode lassen sich in Zellen verhältnismässig einfach und schnell einzelne Gene präzise...

Im Focus: Wie schwingen Atome in Graphen-Nanostrukturen?

Innovative neue Technik verschiebt die Grenzen der Nanospektrometrie für Materialdesign

Um das Verhalten von modernen Materialien wie Graphen zu verstehen und für Bauelemente der Nano-, Opto- und Quantentechnologie zu optimieren, ist es...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gedanken rasen zum Erfolg: CYBATHLON BCI Series 2019

16.08.2019 | Veranstaltungen

Impfen – Kleiner Piks mit großer Wirkung

15.08.2019 | Veranstaltungen

Internationale Tagung zur Katalyseforschung in Aachen

14.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie synthetische Zellen schädliche Bakterien bekämpfen

19.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neuartiger Ventiltrieb spart 20% Treibstoff

19.08.2019 | Energie und Elektrotechnik

Deutschlandweit einziges Chinatron an der Uni Ulm: Wegbereiter des bionischen Baumstamms

19.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics