Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geothermie als Zukunftsoption für eine nachhaltige Energieversorgung

10.01.2007
Das europäische Geothermienetzwerk ENGINE (Enhanced Geothermal Innovative Network for Europe), ein Zusammenschluss von 35 Forschungs- und Industriepartnern aus 16 europäischen und drei außereuropäischen Ländern, hält vom 9. bis 12. Januar 2007 am GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam seine "Midterm"-Konferenz ab.
Geothermie als Zukunftsoption für eine nachhaltige Energieversorgung
Europäische Konferenz in Potsdam zur Nutzung der Erdwärme
Das europäische Geothermienetzwerk ENGINE (Enhanced Geothermal Innovative Network for Europe), ein Zusammenschluss von 35 Forschungs- und Industriepartnern aus 16 europäischen und drei außereuropäischen Ländern, hält vom 9. bis 12. Januar 2007 am GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam seine "Midterm"-Konferenz ab.

Rund 180 Partner des von der europäischen Kommission geförderten Projektes kommen zusammen, um die umweltfreundliche Erschließung und Nutzung geothermischer Ressourcen in Europa weiter voranzutreiben. Die Konferenz stellt das bedeutendenste europäische Forum in der Geothermieforschung für den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Forschung, Industrie und Politik dar. Themen der Konferenz sind die Darstellung des derzeitigen Standes geothermischer Technologien weltweit und die Definition zukünftigen Forschungsbedarfs, wie z. B. Kostensenkung, Produktivitätserhöhung und Effizienzsteigerung bei der Erschließung und Nutzung geothermischer Lagerstätten. "Ziel der Konferenz ist es, das Knowhow aus Forschung und Industrie für einen verstärkten Ausbau der Geothermie in Europa zusammenzuführen und zukünftige Forschungsprojekte zu initiieren," erklärt Professor Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam.

Dabei ist die Zusammenarbeit von in der Geothermienutzung erfahrenen Ländern mit Nationen, die in dieser Entwicklung noch am Anfang stehen, von besonderer Bedeutung. In Ländern mit günstigen geologischen Voraussetzungen wie Island ist wegen vergleichsweise hoher Temperaturen in Oberflächennähe die Nutzung der Erdwärme mit weniger Risiken und Kosten verbunden und daher weiter entwickelt als z.B. in Deutschland oder Polen. Aber gerade die Nutzung der Geothermie im Niedrigtemperaturbereich eröffnet auch in solchen Regionen neue Horizonte, die geothermisch noch nicht gut erschlossen sind. So bietet zum Beispiel die Heißwasserführung in Sedimentgesteinen der Norddeutschen Tiefebene ein besonderes Potenzial zur Bereitstellung umweltfreundlicher Energie in Form von Strom und Wärme. Die geothermische Technologieentwicklung zur Nutzung tiefer geothermischer Ressourcen in Regionen ohne Geysire und Vulkane, ist daher ein vielversprechendes Zukunftsfeld.

Hier nimmt Deutschland in Europa eine führende Position ein. Schwerpunkt der Forschungsförderung in Deutschland ist die Nutzung geothermischer Ressourcen für die Stromerzeugung, da Erdwärme - im Gegensatz zu Sonne und Wind - ständig verfügbar ist und sich daher für die Grundlastversorgung mit Strom besonders gut eignet.

Das vom GFZ Potsdam durchgeführte Geothermie-Projekt mit zwei mehr als vier Kilometer tiefen Forschungsbohrungen im brandenburgischen Groß Schönebeck ist in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse. "Hier wird beispielhaft erforscht, wie Erdwärme im Niedrigtemperaturbereich in einer typischen geologischen Struktur zur Erzeugung von Elektrizität genutzt werden kann," erläutert Rolf Emmermann. Daher ist dieses vom Bundesumweltministerium finanzierte Forschungsvorhaben zu einem europäischen Leitprojekt geworden.

Nachdem bereits im ersten, 4309 Meter tiefen Bohrloch wegweisende Experimente zur geothermischen Energienutzung durchgeführt wurden, erreichte am 03. Januar dieses Jahres auch die zweite Bohrung mit 4400 Metern ihre Endteufe. Damit wurde eine Dublette aus zwei Bohrungen geschaffen, welche die Voraussetzung für den weiteren Ausbau des Forschungsstandortes zur geothermischen Stromerzeugung mit einem Demonstrationskraftwerk bildet.

Die Geothermie stellt ein beträchtliches Energiepotential bereit und ist daher eine wichtige Option im zukünftigen, nachhaltigen Energiemix, nicht nur für Europa, sondern auch für andere Regionen der Welt. Daher behandelt die Konferenz am GFZ Potsdam auch Fragen der politischen,ökologischen, gesellschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen der Geothermienutzung.

Tagungsort:
GFZ Potsdam
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Hörsaal Haus H

Franz Ossing | idw
Weitere Informationen:
http://conferences-engine.brgm.fr/conferenceDisplay.py?confId=4
http://www.gfz-potsdam.de/pb5/pb52/projects/Machbarkeit/welcome.html

Weitere Berichte zu: Erdwärme GFZ Geothermie Ressource Zukunftsoption

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics