Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarenergie will auf Atomkraftniveau

19.10.2006
2010 sollen Solar-Fabriken bis zu 1.000 Megawatt jährlich ausstoßen

Geht es nach dem US-Chipausrüster Applied Materials, der sich im Frühjahr ins Solargeschäft eingekauft hat, steht der Solarindustrie ein kräftiger Kapazitätsausbau bevor. Im Jahr 2010 könnte eine Reihe von Solarzellen-Herstellern Fabriken mit zehn Produktionslinien betreiben, von denen jede Linie pro Jahr Solarzellen mit einer Leistung von 100 Megawatt ausstoßen soll, so Charlie Gay, General Manager von Applieds Solarsparte, im Rahmen der Solar Power 2006. Damit käme jede der Fabriken auf einen jährlichen Ausstoß von 1.000 Megawatt, was der Elektrizität eines Kohle- oder Atomkraftwerks entspräche.

Allerdings würde eine solche Megafabrik eine enorme Fläche beanspruchen und große Mengen des knappen Rohstoffs Silizium verbrauchen, betont das Branchenportal Cnet. Die Solarfabriken wären etwa 200 Mal größer als ein herkömmliches Chipwerk. Darüber hinaus würde eine Solar-Megafabrik laut Gay rund 7.000 Tonnen Silizium benötigen. Für Gay aber kein Problem: Zwar leide die Solarbranche derzeit unter einem Mangel an Silizium. Weil aber die asiatischen Silizium-Produzenten ihre Kapazitäten ausbauen, soll die Rohstoffknappheit bis spätestens Ende 2008 beseitigt sein.

Ein rasanter Ausbau der Solarkapazitäten käme natürlich auch Applied Materials zugute. Im Mai dieses Jahres hat sich das Unternehmen mit Applied Films einen führenden Hersteller von Dünnschicht-Produktionsanlagen für die Herstellung von Flachbildschirmen und Solarzellen geschnappt (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060505033 ). Mit der Ausrüstung von Solarfabriken will Applied im Jahr 2010 bereits einen Umsatz von 500 Mio. Dollar erwirtschaften.

Bis jetzt hätten die meisten Solarhersteller ihr Produktionsequipment selbst hergestellt oder zumindest selbst optimiert, erklärt Gay. Angesichts der boomenden Nachfrage würden sie nun aber zunehmend auf Ausrüster wie Applied umschwenken, die ihnen Maschinen mit hohem Output liefern könnten, zeigt sich der Applied-Manager überzeugt. Fraglich ist allerdings, ob die Solarspezialisten sich eine Aufrüstung in diesem Maße überhaupt leisten können. Mit Chips oder TFT-Glas lasse sich derzeit - zumindest auf den Quadratmeter gerechnet - jedenfalls mehr Geld verdienen als mit Solarpanels, rechnet Cnet vor.

Während Applied Materials von einer Solaraufrüstung im großen Maßstab träumt, widmen sich Spezialisten wie Sharp http://www.sharp.co.jp der Entwicklung neuer Methoden, um die Leistungsfähigkeit der Solarzellen zu verbessern. Mithilfe einer Fresnel-Linse, die das Sonnenlicht extrem konzentriert, ist es dem japanischen Elektronikriesen etwa gelungen, die Effizienz eines Solarzellen-Prototyps bei der Umwandlung von Sonnenlicht auf 36 Prozent zu steigern. Zum Vergleich: Derzeit liegt der Wirkungsgrad kommerzieller Silizium basierter Solarzellen zwischen 13 und 22 Prozent (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=061016026 ).

Jörn Brien | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.appliedmaterials.com
http://www.solarpowerconference.com

Weitere Berichte zu: Megawatt Silizium Solarenergie Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Schlaflos wegen Handy? Neue Displays könnten Abhilfe schaffen
21.06.2018 | Universität Basel

nachricht Sensoren auf Gummibärchen: Team druckt Mikroelektroden-Arrays auf weiche Materialien
21.06.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics