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Ein kleines Gerät wird zur Revolution an der Steckdose

15.09.2006
Mitbestimmung – ein Grundrecht auch beim Strompreis?

Wussten Sie, dass Strom zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Produktionskosten verursacht? Bislang können Sie als Verbraucher weder erkennen, wann es für Sie besonders günstig ist, die große Wäsche zu machen, noch ist Ihre Stromabrechnung flexibel, günstigere Tarife auszuweisen. Daran will die EnBW Baden-Württemberg AG (EnBW) mit Partnern aus der Wirtschaft, z.B. IBM, etwas ändern.

Stromkosten sind abhängig von Angebot und Nachfrage

Der Aufwand und damit die Kosten für die Stromproduktion sind abhängig vom Verbrauch. Besonders günstig ist Strom zu sogenannten Schwachlastzeiten, d.h. bei geringer Nachfrage. Bei steigender Nachfrage wird aufwändiger produzierter Strom zusätzlich ins Netz eingespeist. Dadurch erhöhen sich prozentual die Kosten.

Diese Erkenntnis legt die Vermutung nahe, dass Kostentransparenz zu einem bewussteren Energiekonsum und letztlich zu mehr Energieeffizienz führen wird.

Was in der Industrie bereits erfolgreich eingeführt ist, indem z.B. energiezehrende Anlagen bei Hochlast vom Netz genommen werden, soll nun auch in Haushalten Einzug halten: Energieintensive Tätigkeiten sollen auf Schwachlastzeiten verlegt werden.

Die Lösung: Intelligente Steckdosen

Als „Partner für Innovation“ hat die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) eine Lösung entwickelt, die eine kleine Revolution an der Steckdose bedeutet. In einem Pilotprojekt in Baden-Württemberg soll noch 2006 mit der Erhebung von Daten begonnen werden, um die Idee allen deutschen Haushalten zugänglich zu machen.

Schwachlastzeiten nutzen bedeutet Kosten sparen!

Verbraucher erhalten über intelligente Steckdosen die Möglichkeit, ihren individuellen Tarif abzulesen. Dieser ermittelt sich aus einem Richtwert der EEX-Strombörse in Leipzig. Ein flexibler Vertrag macht es möglich, den günstigeren Tarif auch wirklich berechnet zu bekommen. Damit hat jeder Haushalt die Möglichkeit, seinen Energieverbrauch gezielt zu planen.

Wer also energieintensive Haushaltsgeräte dann anschaltet, wenn die Nachfrage gering ist, wird am Ende des Jahres eine positive Überraschung mit der Stromrechnung erleben.

Einschalten, wenn’s günstig ist: der Energie-Butler weiß, wann!

Der Energie-Butler, ein Zusatzgerät an der Steckdose, geht noch einen Schritt weiter: Er gibt energieintensiven Geräten den Einschaltbefehl, wenn’s gerade besonders günstig ist. „Man muss sich das wie eine Stromampel vorstellen, die anzeigt, ob der Strom billig oder teuer ist“, kommentiert Hellmuth Frey, Leiter des Pilotprojekts bei der EnBW die clevere Lösung.

Und was ist mit den Stromerzeugern?

Auch für die Stromerzeuger rechnet sich die Autarkie der Verbraucher: Der Energieverbrauch wird insgesamt besser planbar. Das ständige Auf und Ab wird zu einem konstanten Mittelwert. Lastspitzen, die aufwändigere Stromproduktion bedingen, können somit vermieden werden.

Dorota Zacirka | Energie Baden-Württemberg AG
Weitere Informationen:
http://www.enbw.com

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