Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vertikale Windräder für bessere Ausbeute

11.05.2006


Ende Mai soll erster Fertigungsprototyp in Betrieb gehen



Den ultimativen Kick in der Ausbeute der Windenergie soll, so der US-Windrad-Experte Ronald Taylor, das vertikale Windrad bringen. Der Einsatz von Rotoren, die sich um die eigene Achse drehen, ist effizienter und wirtschaftlicher. Ende Mai 2006 will das US-Unternehmen TMA den ersten Fertigungsprototypen mit einer Nennleistung von 25 Kilowatt in Betrieb nehmen.

... mehr zu:
»Rotor »Windräder


In einem Rechenbeispiel zeigt TMA-Chef Taylor die Vorteile der neuen Technologie auf: "Die Stromentstehungskosten unserer Turbine liegen bei 2,5 bis 3,5 US-Cent pro Kilowattstunde." Im Vergleich dazu liegen die Stromkosten herkömmlicher Windräder an guten Standorten bei etwa vier Cent. Die Windräder, die TMA plant, könnten bis zu 67 Meter hoch sein und die Leistung gewaltig nach oben schrauben, ist Taylor überzeugt. Eine Grenze der Größe gebe es einfach nicht. Einer der großen Vorteile dieser Technik ist die Tatsache, dass diese Anlagentypen leichter skalierbar seien. Die vertikalen Antriebe wären billiger in der Herstellung und laufen auch dann noch, wenn herkömmliche Windräder wegen zu starken Windes abgedreht werden müssen.

Ganz kritiklos werden die Erfindungen der vertikalen Windräder nicht hingenommen. Der europäische Experte Heiner Dörner bezeichnet diese sogar als Totgeburt. Eine solche Wirtschaftlichkeit sehe er nicht, berichtet das Online Magazin Technology-Review. Doch nicht nur Unternehmen in fernen Ländern, haben sich mit der Idee der vertikalen Windräder angefreundet. Das deutsche Unternehmen Energy-Age-Wind setzt ebenso auf die "vertikale Windtechnologie". Aus technischer Sicht ergeben sich hier einige Vorteile, wie das Unternehmen dies selbst aufzählt: der bei den herkömmlichen Windrädern auftretende Jumboeffekt entfällt hier. Diese Windräder sind im Vergleich zu den freistehenden Propellern geräuscharm. Die Rotoren sind nicht sichtbar, ein kleines Fundament reicht aus, da die Anlagenhöhe gering ist, die Modulbauweise mache die Montage und Demontage einfach. Die solide Technik macht diese Windräder darüber hinaus wartungsarm.

Auch aus energetischer Sicht bietet die neue Technologie zahlreiche Vorteile. Der frühzeitige Einspeisebeginn ab einer Windgeschwindigkeit von 1,5 Metern pro Sekunde ist nur einer davon. Das Abschalten bei Sturm sei nicht notwendig und verwirbelte Winde machen dem innovativen System auch keine Schwierigkeiten. Durch die Beschleunigung der Windgeschwindigkeit im Strömungskörper ergibt sich eine hohe Energieausbeute. Aus Kundensicht gebe es noch den Vorteil, dass aufgrund der geringen Bauhöhe diese Anlagen auch außerhalb der so genannten Windvorrangzonen errichtet werden können. Eine Installation auf Hausdächern sei auch möglich. Energy-Age-Wind argumentiert mit der Wirtschaftlichkeit der neuen Technologie: Bereits nach sechs bis acht Jahren trete die Amortisation ein. Durch eine Kombination mehrerer Rotoren können auch in bebautem Gebiet Megawatt-Anlagen errichtet werden. Im November soll ein 150-kW-Protoyp der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Unter den mehr als 17.500 Propeller-Windrädern nehmen sich die neuen Windkraftwerke wie Exoten aus. Tatsächlich ist der Streitpunkt der Experten der erreichbare Wirkungsgrad. Und dabei schneiden die herkömmlichen Windräder gut ab: der Wirkungsgrad beträgt bis zu 59 Grad. Im Gegensatz dazu erreichen vertikale Räder gerade einmal 23 Prozent. Ronald Taylor will diesen Wirkungsgrad mit einem verbesserten Design auf 45 Prozent steigern.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tmawind.com
http://www.energy-age-wind.de

Weitere Berichte zu: Rotor Windräder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärmepumpe mit dem klimafreundlichen Kältemittel Propan für die Aufstellung im Haus entwickelt
22.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht RACOCO: Strahlungscharakterisierung und Funktionsprüfung von COTS Bauteilen zur Anwendung im Weltraum
21.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Abbau von Magnesiumlegierung auf der Nanoskala beobachtet

Erstmals konnten ETH-​Forscherinnen und Forscher die Korrosion von Magnesiumlegierungen für biomedizinische Anwendungen auf der Nanoskala beobachten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um bessere Vorhersagen darüber zu treffen, wie schnell Implantate im Körper abgebaut werden und so massgeschneiderte Implantatwerkstoffe entwickelt werden können.

Magnesium und seine Legierungen halten vermehrt Einzug in die Medizin: einerseits als Material für Implantate in der Knochenchirurgie wie Schrauben oder...

Im Focus: Researchers watch quantum knots untie

After first reporting the existence of quantum knots, Aalto University & Amherst College researchers now report how the knots behave

A quantum gas can be tied into knots using magnetic fields. Our researchers were the first to produce these knots as part of a collaboration between Aalto...

Im Focus: Hohlraum vermittelt starke Wechselwirkung zwischen Licht und Materie

Forschern ist es gelungen, mithilfe eines mikroskopischen Hohlraumes eine effiziente quantenmechanische Licht-Materie-Schnittstelle zu schaffen. Darin wird ein einzelnes Photon bis zu zehn Mal von einem künstlichen Atom ausgesandt und wieder absorbiert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Quantentechnologie, berichten Physiker der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum in der Zeitschrift «Nature».

Die Quantenphysik beschreibt Photonen als Lichtteilchen. Will man ein einzelnes Photon mit einem einzelnen Atom interagieren lassen, stellt dies aufgrund der...

Im Focus: A cavity leads to a strong interaction between light and matter

Researchers have succeeded in creating an efficient quantum-mechanical light-matter interface using a microscopic cavity. Within this cavity, a single photon is emitted and absorbed up to 10 times by an artificial atom. This opens up new prospects for quantum technology, report physicists at the University of Basel and Ruhr-University Bochum in the journal Nature.

Quantum physics describes photons as light particles. Achieving an interaction between a single photon and a single atom is a huge challenge due to the tiny...

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wiegende Halme auf den Designers‘ Open

23.10.2019 | Veranstaltungen

13. Aachener Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung – »Collaborate to Innovate: Making the Net Work«

22.10.2019 | Veranstaltungen

Serienfertigung von XXL-Produkten: Expertentreffen in Hannover

22.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Abbau von Magnesiumlegierung auf der Nanoskala beobachtet

23.10.2019 | Materialwissenschaften

Wiegende Halme auf den Designers‘ Open

23.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Kosmischer Staub auf Ballonfahrt – Experiment zur Planetenentstehung

23.10.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics