Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VDE-Studie: Im Stromnetz drohen Engpässe

25.04.2006


- 90 Prozent der Bundesbürger pro Energietechnik
- VDE veranstaltet auf der Hannover Messe Forum zum Thema F&E in der Energietechnik



Das deutsche Stromnetz muss "fit" für die Zukunft werden. Die Investitionen in die deutsche Stromversorgungssystem haben seit den 80er Jahren um circa 40 Prozent abgenommen. Die durchschnittliche Ausfallzeit ist 2004 von zuvor 15 Minuten auf 23 Minuten pro Jahr gestiegen. Durch den ansteigenden Einsatz regenerativer Energien erreichen die Netze zunehmend ihre Kapazitätsgrenze. Die Gefahr von Engpässen und Blackouts nimmt zu. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue VDE-Studie zur Versorgungsqualität. In die Kapazität und in intelligente Techniken zur Steuerung der Versorgungssysteme müssen Milliardenbeträge investiert werden. Da allein schon die Genehmigung für den Netzausbau mehrere Jahre dauert, müssen Entscheidungsgrundlagen und Regularien rasch geschaffen werden, um den Leitungsbau zu beschleunigen. Gleichzeitig lassen sich die Kapazitäten des Übertragungsnetzes durch den Einsatz neuester Technologien signifikant erhöhen. Die Bundesbürger selbst sind für Energietechnik als Zukunftstechnologie. Rund 90 Prozent befürworten laut VDE- Verbraucher-Panel Technik 2006 ein größeres Engagement Deutschlands im Bereich der Energietechnik.

Bis zum Jahr 2020 geht altersbedingt oder aus politischen Gründen etwa die Hälfte des heutigen Kraftwerkparks vom Netz. An die Stelle des Stroms aus konventionellen Anlagen mit stabiler Erzeugung tritt vermehrt regenerative Energie, vor allem aus Windkraft. Deren Erzeugung schwankt stark. In Starkwindzeiten deckt sie 18 Prozent des Spitzenleistungsbedarfs, im Durchschnitt jedoch gut fünf Prozent. Verbrauchsferne Standorte neuer Kraftwerke wie Offshore-Windparks erfordern den Bau neuer Trassen. Der Zusammenschluss vieler Kleinerzeuger zu virtuellen Kraftwerken verlangt intelligent gesteuerte Netze. Für den zunehmenden Stromhandel in liberalisierten Märkten sind ebenfalls zusätzliche Leitungskapazitäten erforderlich, so der VDE.

"Vermehrt kleine Erzeuger, viel Wind und der weit weg - auf diese Parameter der Stromerzeugung müssen die Netze eingestellt werden", betont der Vorsitzende der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, Prof. Wolfgang Schröppel. Die frühere homogene Verteilung von Last und Erzeugung gebe es so nicht mehr. Schröppel fordert ein Aufrüstungsprogramm in IT und Leistungselektronik, da die künftigen Anforderungen nur mit intelligenter Netztechnik zu bewältigen seien. Beim Einsatz der Informationstechnologie für die Versorgungsqualität im Stromnetz sei Deutschland mit führend. "Unser Know-how in innovative Netztechnik hat das Zeug zum Exportschlager", formuliert Schröppel. Die Studie nennt für Versorgungsqualität drei Kriterien: hohe Zuverlässigkeit, gleich bleibende Spannungsqualität und guten Kundenservice. Hierzu besteht Regulierungsbedarf. Laut VDE-Studie ist es auch wichtig, den Übertragungsnetzbetreibern Nutzungsentgelte und Netzrenditen zuzugestehen, die den zukunftsfähigen Ausbau und Betrieb der Netze ermöglichen. Unterschiedliche Versorgungsqualitäten - etwa für Haushalte und sensible High-Tech-Produzenten - zu differenzierten Preisen sind laut VDE-Studie zu erwarten.

Hohe Standards der Versorgungsqualität sind nach Ansicht des VDE ein Standortfaktor ersten Ranges. Auf diesem Gebiet habe Deutschland einen signifikanten Vorsprung, der auf keinen Fall verspielt werden dürfe. Die Bedeutung der Effizienz, Zuverlässigkeit und Qualität der Stromversorgung für den High-Tech-Standort Deutschland könne man nicht hoch genug einschätzen. Die Stabilität in der Vergangenheit sei keine Garantie für die Zukunft, da sich grundlegende Bedingungen änderten. Das Thema Netze sei genau so wichtig wie die Versorgung mit Primärenergie. Die Studie analysiert die Ursachen der zunehmenden Beanspruchung der Netze, ermittelt den Handlungsbedarf und gibt Empfehlungen, wie die Versorgungsqualität im deutschen Stromversorgungssystem effizient ermittelt, bewertet und langfristig optimiert werden kann. Sie liefert damit Netzbetreibern, aber auch dem Staat und der EU als Regulatoren eine fundierte Hilfestellung für die anstehenden technischen, wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen.

Entgegen vielen Vorurteilen: Rund 90 Prozent der Bundesbürger sind für Energietechnik als Zukunftstechnologie. Das ist das Ergebnis des repräsentativen VDE-Verbraucher-Panel Technik 2006. Die positive Einstellung der Deutschen gegenüber technischen Innovationen hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich verbessert. So befürworten inzwischen rund neun von zehn Bundesbürgern ein größeres Engagement Deutschlands im Bereich der Energietechnik. Die Werte lagen im Vorjahr noch um fast zehn Prozentpunkte niedriger.

Die Studie können Sie für 150 Euro inklusive MwSt. (VDE-Mitglieder kostenlos) unter www.vde.com/reports herunterladen.

Energie-Forum Life needs Power

Forschung und Entwicklung stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (ETG) im Rahmen des Energie-Forums Life needs Power am 27.04.2006, 10 bis 16 Uhr, auf der Hannover Messe in Halle 12, C 06. Experten aus der energietechnischen Industrie, der Stromwirtschaft, aus Wissenschaft und Politik diskutieren aktuelle F+E-Projekte in den Bereichen Erzeugung, Netze, Anwendungen elektrischer Energie sowie Leistungselektronik und Kommunikationstechnik zur Weiterentwicklung des Stromversorgungssystems.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.vde.com/reports

Weitere Berichte zu: Energietechnik Stromnetz VDE-Studie Versorgungsqualität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht EU-Projekt SONAR: Bessere Batterien für Strom aus erneuerbaren Energiequellen
16.01.2020 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht Von der Fledermausblume zur Sonarnavigation
15.01.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Im Focus: Fraunhofer IAF errichtet ein Applikationslabor für Quantensensorik

Um den Transfer von Forschungsentwicklungen aus dem Bereich der Quantensensorik in industrielle Anwendungen voranzubringen, entsteht am Fraunhofer IAF ein Applikationslabor. Damit sollen interessierte Unternehmen und insbesondere regionale KMU sowie Start-ups die Möglichkeit erhalten, das Innovationspotenzial von Quantensensoren für ihre spezifischen Anforderungen zu evaluieren. Sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Fraunhofer-Gesellschaft fördern das auf vier Jahre angelegte Vorhaben mit jeweils einer Million Euro.

Das Applikationslabor wird im Rahmen des Fraunhofer-Leitprojekts »QMag«, kurz für Quantenmagnetometrie, errichtet. In dem Projekt entwickeln Forschende von...

Im Focus: Fraunhofer IAF establishes an application laboratory for quantum sensors

In order to advance the transfer of research developments from the field of quantum sensor technology into industrial applications, an application laboratory is being established at Fraunhofer IAF. This will enable interested companies and especially regional SMEs and start-ups to evaluate the innovation potential of quantum sensors for their specific requirements. Both the state of Baden-Württemberg and the Fraunhofer-Gesellschaft are supporting the four-year project with one million euros each.

The application laboratory is being set up as part of the Fraunhofer lighthouse project »QMag«, short for quantum magnetometry. In this project, researchers...

Im Focus: Wie Zellen ihr Skelett bilden

Wissenschaftler erforschen die Entstehung sogenannter Mikrotubuli

Zellen benötigen für viele wichtige Prozesse wie Zellteilung und zelluläre Transportvorgänge strukturgebende Filamente, sogenannte Mikrotubuli.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2020

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemiker lassen Bor-Atome wandern

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Infektiöse Proteine bei Alzheimer

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

17.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics