Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So finden Industrieroboter den richtigen Ton

31.03.2006


So finden Industrieroboter den richtigen Ton / Arbeitswissenschaftler der TU Chemnitz erforschen akustische Informations- und Warnsignale



Moderne Industrieanlagen sind heute oft komplett von trennenden Schutzeinrichtungen umgeben und mit optischen Störungsanzeigen versehen. In besonderen Bediensituationen, wie dem manuellen Einrichtbetrieb oder bei einer Störungsbeseitigung werden akustische Signale bisher wenig und lediglich in Form einfacher Warntöne eingesetzt. Jedoch können durch die oft geräuschlosen Bewegungen eines Industrieroboters Gefahrensituationen für den Menschen entstehen. Doch das soll sich künftig ändern, denn an der Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz arbeitet man derzeit unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer daran, dass auch Industrieroboter akustisch besser wahrgenommen werden können.

... mehr zu:
»Industrieroboter »Roboter


Im "Usability Lab" der Arbeitswissenschaftler wurden dazu in den vergangenen Monaten umfangreiche Versuche an einem Testmodell der Chemnitzer Firma Hiersemann Prozessautomation GmbH durchgeführt. Konkret handelt es sich um einen Greifarm eines Roboters. Maschinenbaustudent Jens Mühlstedt erforschte im Rahmen seiner Diplomarbeit die Wechselwirkung zwischen Roboter und Bediener im Zusammenhang mit akustischen Signalen. Nähert sich der Diplomand dem Roboter zu weit, ertönt ein Alarmsignal. Dieses Signal wird immer dann intensiver, wenn er sich dem Greifarm in den Weg stellt. Bewegt sich der Roboterarm weiter in Richtung des Studenten, stoppt plötzlich die Anlage. Außerdem ist in diesem Augenblick ein stetiges und lautes Wartesignal zu hören. "Unsere Aufgabe ist es jetzt herauszufinden, inwieweit verschiedene Klänge für derartige Szenarien geeignet sind", erläutert Dr. Holger Unger von der Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz, der die Arbeit betreut.

Deshalb werden drei Klangzusammenstellungen genau analysiert. Dazu erhalten Testpersonen Fragebögen, auf denen sie ihre subjektiven Wahrnehmungen festhalten. Dabei soll festgestellt werden, welche akustischen Signale beispielsweise nervend wirken oder welche Töne nicht als Warnsignale identifiziert werden. "Erste Ergebnisse bestätigen, dass akustische Signale den Betrieb einer Industrieanlage unterstützen können und den Anwender durchaus vor Gefahren warnen können", so Mühlstedt, dessen Diplomarbeit den Titel "Akustische Informationen bei der Mensch-Maschine-Interaktion" trägt. Die Ergebnisse seiner Arbeit sollen künftig bei der Hiersemann Prozessautomation in einem Serienkonzept berücksichtigt werden. Die Diplomarbeit des Studenten ist mit diesen Tests jedoch noch nicht beendet. In ihrem weiteren Verlauf werden an der Professur Arbeitswissenschaft Informations- und Warnsignale im Automobil untersucht.

Weitere Informationen erteilt Dr. Holger Unger, Telefon (0371) 5 31 - 53 24, E-Mail holger.unger@mb.tu-chemnitz.de sowie Jens Mühlstedt, E-Mail muej@hrz.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Berichte zu: Industrieroboter Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher der TU Dresden entwickeln intelligente Therapie-Geräte für Skoliosebehandlung
14.06.2019 | Technische Universität Dresden

nachricht CO2-neutraler Treibstoff aus Luft und Sonnenlicht
13.06.2019 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Im Focus: Additive Fertigung zur Herstellung von Triebwerkskomponenten für die Luftfahrt

Globalisierung und Klimawandel sind zwei der großen Herausforderungen für die Luftfahrt. Der »European Flightpath 2050 – Europe’s Vision for Aviation« der Europäischen Kommission für Forschung und Innovation sieht für Europa eine Vorreiterrolle bei der Vereinbarkeit einer angemessenen Mobilität der Fluggäste, Sicherheit und Umweltschutz vor. Dazu müssen sich Design, Fertigung und Systemintegration weiterentwickeln. Einen vielversprechenden Ansatz bietet eine wissenschaftliche Kooperation in Aachen.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und der Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP der RWTH Aachen entwickeln zurzeit eine...

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

Teilautonome Roboter für die Dekontamination - den Stand der Forschung bei Live-Vorführungen am 25.6. erleben

18.06.2019 | Veranstaltungen

KI meets Training

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Universität Jena mit innovativer Lasertechnik auf Photonik-Messe in München vertreten

19.06.2019 | Messenachrichten

Meilenstein für starke Zusammenarbeit: Neuer Standort für Rittal und Eplan in Italien

19.06.2019 | Unternehmensmeldung

Katalyse: Hohe Reaktionsraten auch ohne Edelmetalle

19.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics