Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saubere Verbrennung in neuen Getreidekesseln

17.01.2006


TLL und IE Leipzig untersuchen Emissionen bei der Verbrennung von Getreide- und Strohpellets


Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) hat zusammen mit dem Institut für Energetik und Umwelt Leipzig (IE) das Emissionsverhalten neuer Kessel bei der Verbrennung von Getreide und anderen Biobrennstoffen untersucht. Finanziell unterstützt wurden die Forschungsinstitute dabei von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist. Die gewonnenen, vielversprechenden Daten sollen dazu dienen, die Rechtsgrundlagen zum Einsatz der Biobrennstoffe zu verbessern.

Noch sind die Rahmenbedingungen für den im Vergleich zu Holz noch wenig genutzten Brennstoff Getreide nicht die Besten: Getreide gilt für kleine Kessel bis 100 kW Feuerungswärmeleistung im Gegensatz zu Holz und Stroh nicht als Regelbrennstoff. Das bedeutet, dass es in diesen Anlagen nicht verbrannt werden darf, es sei denn, der Betreiber erhält eine Ausnahmegenehmigung, für die bislang erst in wenigen Bundesländern Regelungen existieren.


Der Grund für die strengere Behandlung liegt in den Verbrennungseigenschaften von Weizen und Co.: Bei herkömmlicher Anlagentechnik können erhöhte Kohlenmonoxid- und Staubkonzentrationen auftreten, zudem besteht aufgrund des niedrigen Ascherweichungspunktes die Möglichkeit der Verschlackung von Kessel und Wärmetauschern.

Generell nimmt das wirtschaftliche Interesse der Landwirte zu, Getreide energetisch zu nutzen. Dabei spielen die steigenden Energiekosten, die niedrigen Getreide-Preise sowie die rechtlichen Hintergründe eine Rolle. Die TA Siedlungsabfall verbietet seit 2005 eine Deponierung von Abfall-Getreide und die EU-Verordnungen RL 2002/32/EG und RL 2005/38EG untersagen die Verfütterung von mit Schimmelpilzen belastetem Getreide.

Anbauseitig hat die EU die Möglichkeiten zur energetischen Nutzung von Getreide und Raps bereits geschaffen, beide dürfen auf Stilllegungsflächen für den Nichtnahrungsbereich produziert werden. Doch so lange die emissions- und genehmigungsrechtlichen Hürden existieren und am Markt noch keine ausgereiften technischen Lösungen zur Getreideverbrennung vorhanden sind, steht der Durchbruch für den Biobrennstoff noch aus.

TLL und IE wollten nun mit der Bereitstellung wissenschaftlicher Fakten zur Klärung in diesem Bereich beitragen. Ziel des von 2003 bis 2005 durchgeführten Forschungsprojektes war es, festzustellen, ob vorhandene und neu entwickelte, auf die schwierigen pflanzlichen Brennstoffe optimierte Heizkessel in der Lage sind, geforderte Grenzwerte einzuhalten. Dazu wurden im schwerpunktmäßig Kessel mit einer Leistung bis 100 kW Feuerungswärmeleistung mit Weizen-, Roggen-, Gerste-, Hafer-, Triticale- und Rapskörnern befeuert und die dabei entstehenden Emissionen gemessen. Zusätzlich wurden auch Pellets aus Stroh und Ganzpflanzengetreide untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass einige Kessel die Grenzwerte der 1. BImSchV einhalten können und die modernste Anlagentechnik bei Kohlenmonoxid und Staub sogar im Bereich der deutlich strengeren TA-Luft-Grenzwerte liegt.

Das Fazit der Forscher lautete: Zwar sind noch weitergehende Forschungsaktivitäten nötig, doch die Emissionen von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen sind aufgrund der bereits vorliegenden Ergebnisse durchaus mit denen von Brennstoffen wie zum Beispiel Holz vergleichbar.

Weitere benötigte Daten können im kommenden Jahr zehn laufende Forschungsprojekte liefern, die im Rahmen des FNR-Förderschwerpunktes "Energetische Nutzung fester Energieträger außer Holz" bewilligt wurden. In den Projekten werden bereits auf dem Markt befindliche kleine und mittlere Anlagen mit einer Leistung von 20 kW bis zu einem MW in Feldtests auf ihr Langzeitverhalten und ihre Emissionen hin untersucht. Entwickelt und erprobt werden zudem neuartige Verbrennungstechniken und Sekundärmaßnahmen wie zum Beispiel Filter, um die Emissionen weiter zu senken. Nicole Paul

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de

V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 449 vom 17. Januar 2006

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Biobrennstoff Brennstoff Emission Getreide Verbrennung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neues Trocknungsverfahren für Batterieproduktion
21.02.2019 | Hochschule Landshut

nachricht Wie man Wärmeleitung einfriert
21.02.2019 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics