Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reigen der Dächer

26.09.2005


Neue Methode zur Analyse von Dächern auf ihre Photovoltaik-Tauglichkeit


Der Ölpreis steigt, der Ruf nach dem Ausbau regenerativer Energien wird lauter. Dazu gehören Photovoltaikanlagen. Im Jahr 2001 gab es in Baden-Württemberg bereits rund 7000 Anlagen mit einer Leistung von 15 Megawatt (MWp). Bis 2010 will die Landesregierung den Beitrag der Sonnenenergie auf 330 MWp erhöhen. Ideale Standorte für die Solarzellen, die Sonnenenergie in elektrische Energie umwandeln, sind Dächer oder Fassaden. Doch lange nicht alle Dächer eignen sich dafür gleichermaßen. Wissenschaftler des Instituts für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF) der Universität Karlsruhe haben nun eine Methode entwickelt, mit der sie Daten gezielt nach geeigneten Flächen auswerten können. An diesem Kooperationsprojekt sind neben der Universität Karlsruhe die Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) Baden-Württemberg und der Regionalverband Nordschwarzwald beteiligt.

Wichtigste Grundlage dabei ist ein so genanntes digitales Höhenmodell, das im Auftrag des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg durch flugzeuggetragenes Laserscanning für die gesamte Landesfläche erhoben wird. "Jedes Gebäude wird dabei dreidimensional erfasst", erklärt Projektkoordinator Dr. Thomas Vögtle. Die Kunst bestehe nun darin, aus dieser Menge von Punkten diejenigen herauszufiltern, die Informationen zur Dachform und zur Ausrichtung der Gebäude enthalten. Dazu hat das IPF auf Grundlage eines Geographischen Informationssystems (GIS) eine Methode erarbeitet, die zunächst die Daten eines Daches selektiert, diese auswertet und schließlich auf die Tauglichkeit für den Einsatz einer Solaranlage testet. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Besitzt ein Dach nicht die richtige Ausrichtung oder eine zu kleine Fläche, scheidet es aus. Auch Schatten in Tälern oder durch benachbarte Gebäude wie auch Gauben oder Antennen können ein Ausschlusskriterium sein.


Erste Erfahrungen hat das Team bereits mit der neuen Methode gesammelt. Vögtle: "Ein Testgebiet der Karlsruher Innenstadt haben wir bereits durchgerechnet." Er hofft nun, Gemeinden von der neuen Auswertungsmöglichkeit zu überzeugen: "Mit unserem Programm können wir zum Beispiel alle Dächer einer Gemeinde zusammenstellen, die für eine Photovoltaikanlage geeignet sind."
Ein erster größerer Piloteinsatz der neuen Technik ist nun für die Region Nordschwarzwald geplant.

Weitere Informationen:

Angelika Schukraft
Presse und Kommunikation
Universität Karlsruhe (TH)
Telefon: 0721/608-6212
E-Mail: schukraft@verwaltung.uni-karlsruhe.de

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: IPF MWp Photovoltaikanlage Sonnenenergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Using hydrogen, methane and methanol to reduce CO2 emissions
19.09.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Patentierte Nanostruktur für Solarzellen: Raue Optik, glatte Oberfläche
17.09.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fester Platz im Unternehmen - 36 Auszubildende und Studierende der Friedhelm Loh Group erhalten Zeugnisse

19.09.2018 | Unternehmensmeldung

Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit

19.09.2018 | Informationstechnologie

Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen

19.09.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics